Postpylorische Ernährungssonden: EM- vs. endosk. Anlage
Hintergrund
Bei mangelernährten Personen, die keine Nahrung oral aufnehmen können, werden häufig nasoenterale Ernährungssonden eingesetzt. Die postpylorische Platzierung bedeutet, dass die Sondenspitze im Dünndarm zu liegen kommt.
Die endoskopisch gesteuerte Anlage ist das gängigste Verfahren, erfordert jedoch in der Regel einen Endoskopiker, weiteres medizinisches Personal sowie eine radiologische Lagekontrolle. Dies macht den Transport in eine Röntgenabteilung notwendig.
Als Alternative bietet sich die elektromagnetisch gesteuerte Sondenanlage an. Diese kann von einer einzelnen geschulten Pflegekraft direkt am Krankenbett durchgeführt werden und erfordert weniger apparativen Aufwand.
💡Praxis-Tipp
Die elektromagnetisch gesteuerte Sondenanlage am Krankenbett stellt laut Review eine vielversprechende und kostengünstige Alternative dar. Sie bietet sich besonders in klinischen Settings an, in denen endoskopische oder radiologische Einrichtungen nicht unmittelbar verfügbar sind. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Evidenzqualität für den technischen Erfolg derzeit noch niedrig ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review kann dieses Verfahren von einer einzelnen, speziell geschulten Pflegekraft durchgeführt werden. Dies unterscheidet sich vom endoskopischen Vorgehen, welches meist einen Arzt und weiteres Assistenzpersonal erfordert.
Die Meta-Analyse zeigt, dass es wahrscheinlich keinen relevanten Unterschied in der benötigten Zeit für die postpylorische Platzierung gibt. Die Evidenz für diesen Endpunkt wird jedoch als niedrig eingestuft.
Der Review kommt zu dem Schluss, dass die elektromagnetisch gesteuerte Platzierung die direkten Gesundheitskosten wahrscheinlich reduziert. Dies wird mit einer moderaten Evidenzqualität belegt.
Die aktuelle Datenlage lässt keine klaren Schlüsse auf Unterschiede bei der Häufigkeit von Aspirationspneumonien zu. Auch bei anderen unerwünschten Ereignissen zeigt sich laut Review wahrscheinlich kein relevanter Unterschied.
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Quelle: Cochrane Review: Electromagnetic-guided versus endoscopic-guided postpyloric placement of nasoenteral feeding tubes (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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