Postpylorische Ernährungssonden: Cochrane Review
Hintergrund
Bei mangelernährten Personen, die keine Nahrung oral aufnehmen können, werden häufig nasoenterale Ernährungssonden eingesetzt. Die postpylorische Platzierung bedeutet, dass die Sondenspitze im Dünndarm zu liegen kommt.
Die endoskopisch gesteuerte Anlage ist das gängigste Verfahren, erfordert jedoch in der Regel einen Endoskopiker, weiteres medizinisches Personal sowie eine radiologische Lagekontrolle. Dies macht den Transport in eine Röntgenabteilung notwendig.
Als Alternative bietet sich die elektromagnetisch gesteuerte Sondenanlage an. Diese kann von einer einzelnen geschulten Pflegekraft direkt am Krankenbett durchgeführt werden und erfordert weniger apparativen Aufwand.
Empfehlungen
Der vorliegende Cochrane Review analysiert die Evidenz aus vier randomisiert-kontrollierten Studien mit insgesamt 541 Teilnehmenden. Es werden zwei Verfahren zur Sondenanlage verglichen.
| Kriterium | Elektromagnetische Anlage | Endoskopische Anlage |
|---|---|---|
| Durchführende | Einzelne geschulte Pflegekraft | Endoskopiker plus Assistenz |
| Ort der Anlage | Direkt am Krankenbett (Bedside) | Endoskopie-/Röntgenabteilung |
| Lagekontrolle | Elektromagnetisch | Fluoroskopie oder Röntgen |
Klinische Endpunkte
Die Meta-Analyse zeigt bezüglich der Wirksamkeit und Sicherheit folgende Ergebnisse auf:
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Technischer Erfolg: Es zeigt sich wahrscheinlich kein oder nur ein geringer Unterschied zwischen den Methoden (niedrige Evidenzqualität).
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Aspirationspneumonie: Ein möglicher Unterschied in der Häufigkeit ist aufgrund der Datenlage unklar (niedrige Evidenzqualität).
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Dauer der Anlage: Es gibt kaum Unterschiede in der benötigten Zeit für die postpylorische Platzierung (niedrige Evidenzqualität).
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Unerwünschte Ereignisse: Hier besteht wahrscheinlich kein relevanter Unterschied zwischen den Verfahren (moderate Evidenzqualität).
Gesundheitsökonomische Aspekte
Laut Review senkt die elektromagnetisch gesteuerte Platzierung wahrscheinlich die direkten Gesundheitskosten im Vergleich zur endoskopischen Methode (moderate Evidenzqualität).
Die Autoren betonen jedoch, dass die Heterogenität des durchführenden Personals und kleine Stichprobengrößen die Aussagekraft der Evidenz einschränken.
💡Praxis-Tipp
Die elektromagnetisch gesteuerte Sondenanlage am Krankenbett stellt laut Review eine vielversprechende und kostengünstige Alternative dar. Sie bietet sich besonders in klinischen Settings an, in denen endoskopische oder radiologische Einrichtungen nicht unmittelbar verfügbar sind. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Evidenzqualität für den technischen Erfolg derzeit noch niedrig ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review kann dieses Verfahren von einer einzelnen, speziell geschulten Pflegekraft durchgeführt werden. Dies unterscheidet sich vom endoskopischen Vorgehen, welches meist einen Arzt und weiteres Assistenzpersonal erfordert.
Die Meta-Analyse zeigt, dass es wahrscheinlich keinen relevanten Unterschied in der benötigten Zeit für die postpylorische Platzierung gibt. Die Evidenz für diesen Endpunkt wird jedoch als niedrig eingestuft.
Der Review kommt zu dem Schluss, dass die elektromagnetisch gesteuerte Platzierung die direkten Gesundheitskosten wahrscheinlich reduziert. Dies wird mit einer moderaten Evidenzqualität belegt.
Die aktuelle Datenlage lässt keine klaren Schlüsse auf Unterschiede bei der Häufigkeit von Aspirationspneumonien zu. Auch bei anderen unerwünschten Ereignissen zeigt sich laut Review wahrscheinlich kein relevanter Unterschied.
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Quelle: Cochrane Review: Electromagnetic-guided versus endoscopic-guided postpyloric placement of nasoenteral feeding tubes (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.