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Prävention psychischer Störungen in Krisen: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Menschen in humanitären Krisengebieten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs) sind massiven physischen und psychischen Stressoren ausgesetzt. Dies macht sie besonders vulnerabel für die Entwicklung psychischer Störungen.

Um den Ausbruch von Erkrankungen zu verhindern und psychische Belastungen zu senken, werden häufig psychosoziale Interventionen eingesetzt.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Wirksamkeit und Akzeptanz solcher präventiven Maßnahmen im Vergleich zu Kontrollbedingungen. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Reviews.

Empfehlungen

Studienlage und Methodik

Der Review schließt sieben randomisiert-kontrollierte Studien (RCTs) mit insgesamt 2398 Teilnehmern ein. Davon untersuchten fünf Studien Kinder und Jugendliche, während zwei Studien Erwachsene fokussierten.

Die Interventionen wurden überwiegend im Gruppenformat und von Laienhelfern (Paraprofessionals) durchgeführt. Als Kontrollbedingung diente in allen Studien eine Warteliste.

Primäre Endpunkte: Inzidenz und Akzeptanz

Laut den Autoren liefert keine der eingeschlossenen Studien Daten zur tatsächlichen Prävention (Inzidenz) psychischer Störungen.

Bezüglich der Akzeptanz der Interventionen zeigt der Review folgende Ergebnisse:

  • Bei Kindern und Jugendlichen gibt es keinen Nachweis für einen Unterschied zur Kontrollgruppe (Evidenz von niedriger Qualität).

  • Bei Erwachsenen zeigt sich ebenfalls kein Unterschied (Evidenz von sehr niedriger Qualität).

  • Daten zu unerwünschten Ereignissen lagen in den Studien nicht vor.

Sekundäre Endpunkte: Symptomreduktion

Da der Quelltext spezifische Vergleiche zwischen den Altersgruppen und Symptomen enthält, wird dies in der folgenden Übersicht dargestellt:

PopulationPTSD-SymptomeDepressive SymptomeAngstsymptome
Kinder & JugendlicheKein UnterschiedKein UnterschiedKein Unterschied
ErwachseneKeine Daten verfügbarMögliche Reduktion (1 Studie)Mögliche Reduktion (1 Studie)

Die Autoren betonen, dass die Evidenz für alle sekundären Endpunkte von sehr niedriger Qualität ist.

Schlussfolgerungen der Autoren

Aufgrund der geringen Studienzahl, des Verzerrungsrisikos und der hohen Heterogenität ist das Vertrauen in die Ergebnisse stark eingeschränkt.

Der Review schlussfolgert, dass dringend weitere Präventionsstudien mit längeren Nachbeobachtungszeiten erforderlich sind. Nur so kann der tatsächliche Einfluss auf die Inzidenz psychischer Erkrankungen bewertet werden.

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review verdeutlicht, dass der präventive Nutzen psychosozialer Kurzinterventionen zur Verhinderung psychischer Störungen in Krisengebieten wissenschaftlich bisher nicht belegt ist. Es wird darauf hingewiesen, dass insbesondere bei Kindern und Jugendlichen keine signifikante Symptomreduktion nachgewiesen werden konnte, weshalb eine kritische Evaluation bestehender Hilfsangebote essenziell bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es aktuell keine Evidenz dafür, dass diese Interventionen die Inzidenz psychischer Störungen reduzieren. Keine der untersuchten Studien lieferte Daten zu diesem primären Endpunkt.

Der Review zeigt, dass es bei Kindern und Jugendlichen keinen Nachweis für eine Reduktion von PTSD-Symptomen durch die untersuchten Interventionen gibt. Die zugrundeliegende Evidenz wird als sehr niedrig eingestuft.

Bei Erwachsenen weist eine einzelne Studie darauf hin, dass psychologische Beratung depressive Symptome und Angstsymptome möglicherweise reduzieren kann. Auch hier betonen die Autoren jedoch die sehr niedrige Qualität der Evidenz.

In den eingeschlossenen Studien wurden die Interventionen durchgehend von angelernten Laienhelfern (Paraprofessionals) durchgeführt. Zudem fanden sie fast ausschließlich im Gruppenformat statt.

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Quelle: Cochrane Review: Psychological and social interventions for the prevention of mental disorders in people living in low- and middle-income countries affected by humanitarian crises (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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