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Mediterrane Diät bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht die Wirksamkeit einer mediterranen Ernährungsweise. Der Fokus liegt dabei auf der primären und sekundären Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen (HKE).

Beobachtungsstudien weisen bereits seit den 1960er Jahren darauf hin, dass im Mittelmeerraum weniger Menschen an koronarer Herzkrankheit versterben. Die Autoren betonen jedoch, dass die Evidenz aus randomisierten kontrollierten klinischen Studien (RCTs) bislang begrenzt war.

Eine mediterrane Ernährung wird im Review definiert durch ein hohes Verhältnis von einfach ungesättigten zu gesättigten Fetten, primär durch Olivenöl und Nüsse. Zudem zeichnet sie sich durch einen hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln, wenig Fleisch und einen moderaten Konsum von Fisch, Milchprodukten und Rotwein aus.

Empfehlungen

Die Auswertung der eingeschlossenen Studien liefert unterschiedliche Ergebnisse je nach Präventionsziel und Vergleichsgruppe.

Primärprävention im Vergleich zu keiner Intervention

Laut Review gibt es für den Vergleich mit keiner oder einer minimalen Intervention keine Daten zu klinischen Endpunkten wie Mortalität oder Herzinfarkt. Es zeigt sich jedoch ein moderater Nutzen auf bestimmte Risikofaktoren.

Die Auswertung zeigt folgende Effekte auf Risikofaktoren (Evidenz von niedriger bis moderater Qualität):

  • Geringe Reduktion des Gesamtcholesterins (-0,16 mmol/L)

  • Senkung des systolischen Blutdrucks um durchschnittlich 2,99 mmHg

  • Senkung des diastolischen Blutdrucks um durchschnittlich 2,0 mmHg

  • Kein oder nur ein sehr geringer Effekt auf LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride

Primärprävention im Vergleich zu anderen Diäten

Beim Vergleich mit einer fettarmen Ernährung zeigt sich kein signifikanter Effekt auf die kardiovaskuläre oder allgemeine Mortalität (Evidenz von niedriger Qualität).

Allerdings wird eine Reduktion von Schlaganfällen beobachtet (Hazard Ratio 0,60, moderate Evidenzqualität). Zudem gibt es Hinweise auf eine geringe Senkung von LDL-Cholesterin und Triglyzeriden.

Sekundärprävention

Bei bereits bestehender koronarer Herzkrankheit stützt sich die Auswertung primär auf Studien, in denen die mediterrane Diät mit der Standardbehandlung verglichen wurde.

Der Review berichtet über folgende klinische Endpunkte (Evidenz von niedriger Qualität):

  • Verringerung der kardiovaskulären Mortalität (Hazard Ratio 0,35)

  • Verringerung der Gesamtmortalität (Hazard Ratio 0,44)

Auf die Blutfette und den Blutdruck zeigte die Intervention in der Sekundärprävention laut den Autoren kaum bis keine signifikanten Auswirkungen (sehr niedrige bis niedrige Evidenzqualität).

Zusammenfassende Übersicht der Effekte

PräventionsartVergleichsgruppeEffekt auf MortalitätEffekt auf BlutdruckEffekt auf Lipide
PrimärpräventionKeine/minimale InterventionKeine Daten verfügbarModerate SenkungGeringe Senkung (Gesamtcholesterin)
PrimärpräventionAndere Diät (fettarm)Kein signifikanter EffektKein/geringer EffektGeringe Senkung (LDL, Triglyzeride)
SekundärpräventionStandardbehandlungSignifikante VerringerungKein/geringer EffektKein/geringer Effekt
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💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass trotz der Popularität der mediterranen Diät weiterhin eine erhebliche Unsicherheit bezüglich der tatsächlichen klinischen Endpunkte besteht. Es wird darauf hingewiesen, dass unerwünschte Ereignisse in den Studien entweder gar nicht auftraten oder nur sehr geringfügig waren, wie beispielsweise leichte gastrointestinale Beschwerden durch spezifische Nahrungsfette.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es in der Primärprävention keine ausreichenden Daten, die eine Reduktion von Herzinfarkten belegen. In der Sekundärprävention zeigt sich zwar eine verringerte kardiovaskuläre Mortalität, die Evidenzqualität wird jedoch als niedrig eingestuft.

Die Auswertung zeigt, dass die Diät in der Primärprävention den systolischen und diastolischen Blutdruck leicht senken kann. In der Sekundärprävention konnte hingegen kein nennenswerter Effekt auf den Blutdruck nachgewiesen werden.

Der Review definiert die Diät durch einen hohen Anteil an Olivenöl, Nüssen, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten. Fleisch wird nur in geringen Mengen konsumiert, während Fisch, Milchprodukte und Rotwein in Maßen verzehrt werden.

Es wird berichtet, dass die Ernährung in der Primärprävention zu einer geringen Reduktion des Gesamtcholesterins sowie des LDL-Cholesterins führen kann. Die Effekte werden von den Autoren jedoch als klein und die Evidenz als moderat bis niedrig bewertet.

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Quelle: Cochrane Review: Mediterranean-style diet for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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