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Vegane Ernährung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) sind weltweit die führende Todesursache. Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Atherosklerose und ist ein wichtiger modifizierbarer Risikofaktor in der Prävention.

Eine vegane Ernährungsweise, die alle tierischen Produkte wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und Honig ausschließt, hat in den letzten Jahren stark an Popularität gewonnen. Sie wird häufig mit gesundheitlichen und ökologischen Vorteilen in Verbindung gebracht.

Ein aktueller Cochrane-Review untersucht die klinische Wirksamkeit dieser Ernährungsform. Dabei wird der Fokus auf die Primär- und Sekundärprävention von kardiovaskulären Ereignissen sowie auf die Beeinflussung etablierter Risikofaktoren gelegt.

Empfehlungen

Der Cochrane-Review von 2021 liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur veganen Ernährung in der kardiovaskulären Prävention:

Klinische Endpunkte und Nebenwirkungen

Laut Review gibt es derzeit keine Evidenz zu den Auswirkungen einer veganen Ernährung auf tatsächliche kardiovaskuläre klinische Endpunkte wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Keine der eingeschlossenen Studien untersuchte diese Parameter.

In den untersuchten Studien traten unerwünschte Ereignisse durch die Ernährungsumstellung entweder gar nicht auf oder waren nur geringfügig.

Primärprävention: Vegan vs. keine Intervention

Bei Personen mit hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigt der Vergleich zu keiner oder einer minimalen Intervention messbare Effekte auf die Blutfettwerte. Die Evidenz hierfür weist eine moderate Vertrauenswürdigkeit auf.

Folgende Veränderungen wurden laut Review beobachtet:

  • Eine leichte Senkung des Gesamtcholesterins und des LDL-Cholesterins

  • Eine sehr geringe Senkung des HDL-Cholesterins (entgegen dem erwarteten kardiovaskulären Nutzen)

  • Ein sehr geringer Anstieg der Triglyceride (ebenfalls entgegen dem erwarteten Nutzen)

Auf den systolischen und diastolischen Blutdruck konnte kein eindeutiger Effekt nachgewiesen werden (niedrige Vertrauenswürdigkeit).

ParameterEffekt der veganen ErnährungVertrauenswürdigkeit (GRADE)
GesamtcholesterinLeichte Senkung (-0,24 mmol/L)Moderat
LDL-CholesterinLeichte Senkung (-0,22 mmol/L)Moderat
HDL-CholesterinSehr geringe Senkung (-0,08 mmol/L)Moderat
TriglycerideSehr geringer Anstieg (+0,11 mmol/L)Moderat
BlutdruckKein nachweisbarer EffektNiedrig

Primärprävention: Vegan vs. andere Diäten

Wird die vegane Ernährung mit anderen diätetischen Interventionen verglichen, zeigt sich laut Review wahrscheinlich kein oder nur ein sehr geringer Effekt auf LDL, HDL und Triglyceride (moderate Vertrauenswürdigkeit).

Bezüglich des Blutdrucks ist die Evidenz in diesem Vergleich sehr unsicher (sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit).

Sekundärprävention

Für Personen mit bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegen kaum Daten vor. Der Review identifizierte nur eine kleine Studie mit 63 Teilnehmern.

Diese Studie liefert keine ausreichende Evidenz für einen positiven Effekt auf Lipidwerte oder den Blutdruck im Vergleich zu anderen Ernährungsformen.

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💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass eine vegane Ernährung zwar das LDL-Cholesterin leicht senken kann, aber in Studien auch zu einer leichten, unerwünschten Senkung des HDL-Cholesterins und einem Anstieg der Triglyceride führte. Laut Cochrane-Review reicht die aktuelle Studienlage nicht aus, um eine vegane Diät explizit zur Prävention von kardiovaskulären Ereignissen zu empfehlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem aktuellen Cochrane-Review gibt es bisher keine Studien, die den Effekt einer veganen Ernährung auf harte klinische Endpunkte wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle belegen. Die vorhandenen Daten beschränken sich auf Surrogatparameter wie Blutfettwerte und Blutdruck.

Der Review zeigt, dass eine vegane Ernährung im Vergleich zu keiner Intervention das Gesamt- und LDL-Cholesterin leicht senken kann. Gleichzeitig wurde jedoch auch eine leichte, unerwünschte Senkung des schützenden HDL-Cholesterins beobachtet.

Zur Sekundärprävention bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt laut Review eine eklatante Datenlücke vor. Es gibt derzeit nicht genügend Evidenz, um die Wirksamkeit einer veganen Ernährung in diesem Setting abschließend zu beurteilen.

Die analysierten Studien konnten keinen signifikanten oder verlässlichen Effekt einer veganen Ernährung auf den systolischen oder diastolischen Blutdruck nachweisen. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz wird hierfür als niedrig bis sehr niedrig eingestuft.

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Quelle: Cochrane Review: Vegan dietary pattern for the primary and secondary prevention of cardiovascular diseases (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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