Hormonersatztherapie bei Ovarialkarzinom: Cochrane Review
Hintergrund
Frauen, die sich einer chirurgischen Behandlung wegen eines epithelialen Ovarialkarzinoms (EOC) unterziehen, entwickeln häufig menopausale Beschwerden. Dies resultiert aus dem unmittelbaren Verlust der Ovarialfunktion durch die Operation und eine begleitende Chemotherapie.
Zu den typischen Symptomen gehören vasomotorische Beschwerden, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, sexuelle Dysfunktion sowie eine beschleunigte Osteoporose.
Obwohl die Hormonersatztherapie (HRT) die wirksamste Behandlung zur Linderung dieser Symptome darstellt, wird ihre Sicherheit bei Patientinnen mit EOC in der klinischen Praxis häufig infrage gestellt. Dieser Cochrane Review untersucht die Evidenzlage zu Sicherheit und Wirksamkeit der HRT in dieser Patientengruppe.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz aus drei randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) mit insgesamt 350 Patientinnen zusammen. Es wurden verschiedene HRT-Regime (oral, transdermal, Implantat) mit einer Kontrollgruppe ohne HRT verglichen.
Überleben und Tumorprogression
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Laut Meta-Analyse kann eine HRT das Gesamtüberleben möglicherweise leicht verbessern (Hazard Ratio 0.71; Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit).
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Auf das progressionsfreie Überleben hat die HRT laut Review wahrscheinlich wenig bis keinen Einfluss (Hazard Ratio 0.76; Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit).
Lebensqualität und Nebenwirkungen
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Die Auswirkungen der HRT auf die Lebensqualität sind ungewiss, da die Evidenz als sehr niedrig eingestuft wurde.
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Ebenso unsicher ist der Einfluss auf die Inzidenz von Brustkrebs, transitorischen ischämischen Attacken (TIA), Schlaganfällen (CVA) und Myokardinfarkten (Evidenz von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit).
Schlussfolgerungen der Autoren
Die Autoren des Reviews betonen, dass die vorliegende Evidenz zu begrenzt ist, um zu bestätigen oder zu widerlegen, dass eine HRT in dieser Population stark schädlich ist. Es wird darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse aufgrund von Ungenauigkeiten und unvollständigen Daten mit Vorsicht interpretiert werden sollten.
💡Praxis-Tipp
Der Cochrane Review weist darauf hin, dass Ärzte bei der Verschreibung einer Hormonersatztherapie nach einem Ovarialkarzinom oft zurückhaltend sind. Die aktuelle Evidenz zeigt jedoch, dass eine HRT das Gesamtüberleben möglicherweise leicht verbessert und reicht nicht aus, um eine generelle Schädlichkeit in dieser Patientengruppe zu belegen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review ist die Evidenz zu begrenzt, um eine Hormonersatztherapie (HRT) nach einem epithelialen Ovarialkarzinom generell als schädlich einzustufen. Die Daten deuten sogar darauf hin, dass eine HRT das Gesamtüberleben möglicherweise leicht verbessern kann.
Der Review zeigt, dass eine HRT wahrscheinlich wenig bis keinen Einfluss auf das progressionsfreie Überleben hat. Das Gesamtüberleben könnte sich laut der Meta-Analyse unter einer HRT sogar leicht verbessern, wobei die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz niedrig ist.
Die Auswirkungen der HRT auf die Inzidenz von Brustkrebs, Myokardinfarkten oder Schlaganfällen in dieser spezifischen Patientengruppe sind laut Review ungewiss. Die verfügbare Evidenz zu diesen Endpunkten wurde als sehr niedrig eingestuft.
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Quelle: Cochrane Review: Hormone replacement therapy after surgery for epithelial ovarian cancer (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.