Diabetisches Makulaödem und Steroide: Cochrane Review
Hintergrund
Das diabetische Makulaödem (DMÖ) entsteht durch den Austritt von Flüssigkeit aus erkrankten Netzhautkapillaren. Dies führt zu einer Verdickung der zentralen Retina und ist eine Hauptursache für Sehverlust bei diabetischer Retinopathie.
Zur Behandlung werden unter anderem intravitreale Steroide eingesetzt. Diese sollen die Netzhautdicke reduzieren und das Sehvermögen der Betroffenen verbessern.
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Steroidtherapie. Dabei werden die Wirkstoffe Dexamethason, Fluocinolon und Triamcinolon mit Scheinbehandlungen, anti-VEGF-Therapien und Laserkoagulation verglichen.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz zur Behandlung des diabetischen Makulaödems mit intravitrealen Steroiden zusammen.
Wirksamkeit im Vergleich
Laut Review zeigen die untersuchten Steroide unterschiedliche Wirksamkeiten je nach Vergleichsgruppe. Es wird berichtet, dass Steroide im Vergleich zu einer Scheinbehandlung das Sehvermögen verbessern können.
Im Vergleich zu anti-VEGF-Medikamenten ist die Wirksamkeit der Steroide bezüglich der Sehschärfe laut den Autoren ähnlich oder geringfügig schlechter. Die Netzhautdicke wird durch Dexamethason jedoch möglicherweise stärker reduziert.
| Intervention | Vergleichsgruppe | Effekt auf Sehschärfe | Effekt auf Netzhautdicke |
|---|---|---|---|
| Dexamethason / Fluocinolon | Scheinbehandlung | Verbesserung (moderate Evidenz) | Deutliche Reduktion |
| Dexamethason | anti-VEGF | Ähnlich oder geringfügig schlechter | Stärkere Reduktion |
| Triamcinolon | Lasertherapie | Geringer oder kein Unterschied | Unzureichende Evidenz |
Unerwünschte Wirkungen
Der Review betont, dass die Vorteile der Steroidtherapie gegen signifikante Risiken abgewogen werden müssen. Folgende unerwünschte Ereignisse werden gehäuft beobachtet:
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Erhöhtes Risiko für eine Katarakt-Progression (Grauer Star)
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Notwendigkeit von augeninnendrucksenkenden Medikamenten bei etwa einem Drittel der Behandelten
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Erhöhtes, wenn auch seltenes Risiko für eine Glaukom-Operation
Spezifische Gruppen
Für bestimmte Konstellationen wird der Einsatz von intravitrealen Steroiden durch Subgruppenanalysen gestützt.
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Bei pseudophaken Augen (mit künstlicher Linse) stellt die Katarakt-Progression keinen limitierenden Faktor mehr dar.
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Für das Fluocinolon-Implantat wird ein Nutzen insbesondere bei chronischem diabetischem Makulaödem beschrieben.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Review eignen sich intravitreale Steroide besonders für pseudophake Augen, da hier das hohe Risiko einer steroidinduzierten Katarakt-Progression klinisch nicht mehr relevant ist. Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei etwa einem Drittel der Behandelten eine medikamentöse Therapie zur Senkung des Augeninnendrucks erforderlich wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review verbessern Steroide die Sehschärfe ähnlich oder geringfügig schlechter als anti-VEGF-Präparate. Sie können jedoch die Netzhautdicke etwas stärker reduzieren.
Der Review berichtet über ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Katarakt-Progression und einen Anstieg des Augeninnendrucks. Etwa 3 bis 4 von 10 Behandelten benötigen drucksenkende Augentropfen.
Das Risiko für eine notwendige Glaukom-Operation ist unter der Steroidtherapie laut Review zwar erhöht. Dennoch bleibt dieser Eingriff insgesamt ein seltenes Ereignis.
Der Review analysiert Studien zu den drei Wirkstoffen Dexamethason, Fluocinolon und Triamcinolon. Für Dexamethason- und Fluocinolon-Implantate liegt dabei die meiste Evidenz vor.
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Quelle: Cochrane Review: Intravitreal steroids for macular edema in diabetes (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.