Diabetisches Makulaödem: Intravitreale Steroidtherapie
Hintergrund
Das diabetische Makulaödem (DMÖ) ist eine Hauptursache für Sehverlust bei diabetischer Retinopathie. Es entsteht durch den Austritt von Flüssigkeit aus geschädigten Netzhautkapillaren, was zu einer Verdickung der zentralen Retina führt.
Zur Behandlung werden unter anderem intravitreale Steroide eingesetzt, um die Netzhautdicke zu reduzieren und das Sehvermögen zu verbessern. Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Therapie im Vergleich zu Scheinbehandlungen, Laserkoagulation oder anti-VEGF-Medikamenten.
Die bewerteten Steroide umfassen Dexamethason-Implantate, Fluocinolon-Implantate sowie Triamcinolon-Injektionen. Die Evidenz basiert auf 10 randomisierten kontrollierten Studien mit über 4.300 Teilnehmenden.
💡Praxis-Tipp
Laut Review sollte der Einsatz intravitrealer Steroide primär bei pseudophaken Augen erwogen werden, da hier die häufigste Nebenwirkung – die Katarakt-Progression – nicht mehr ins Gewicht fällt. Bei phaken Augen ist der moderate visuelle Nutzen stets streng gegen das hohe Risiko für Katarakte und einen medikamentös behandlungspflichtigen Augeninnendruck abzuwägen.
Häufig gestellte Fragen
Der Cochrane Review zeigt, dass anti-VEGF-Medikamente bei der Verbesserung der Sehschärfe nach 12 Monaten etwas wirksamer sind als Dexamethason. Zudem weisen anti-VEGF-Präparate ein deutlich geringeres Risiko für Katarakte und Augendruckerhöhungen auf.
Laut Review benötigen etwa drei bis vier von zehn Behandelten nach einer intravitrealen Steroidgabe Medikamente zur Senkung des Augeninnendrucks. Das Risiko für eine notwendige Glaukom-Operation ist ebenfalls erhöht, bleibt aber selten.
Der Review untersucht primär Dexamethason-Implantate (0,7 mg) und Fluocinolon-Implantate (0,19 mg), die für diese Indikation zugelassen sind. Triamcinolon wird in der Regel als Off-Label-Therapie eingesetzt.
Die Subgruppenanalysen des Reviews deuten darauf hin, dass Fluocinolon-Implantate besonders bei chronischem diabetischem Makulaödem wirksam sind. Auch hier ist die Anwendung bei pseudophaken Augen von Vorteil.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Intravitreal steroids for macular edema in diabetes (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Anti-vascular endothelial growth factor for macular oedema secondary to branch retinal vein occlusion
Cochrane Review: Anti-vascular endothelial growth factor for diabetic macular oedema: a network meta-analysis
DDG: 045-024l_S3_Spezielle-Diagnostik-Therapie-Netzhautkomplikationen-Diabetes_2025-08.pdf pdf
StatPearls: Diabetic Retinopathy
Spezielle Diagnostik und Therapie von Netzhautkomplikationen bei Diabetes
Diabetes Canada Chapter 30: Retinopathy
Cochrane Review: Anti-vascular endothelial growth factor for proliferative diabetic retinopathy
Cochrane Review: Anti-vascular endothelial growth factors in combination with vitrectomy for complications of proliferative diabetic retinopathy
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen