Makulaödem bei Venenastverschluss: Cochrane Review
Hintergrund
Der Venenastverschluss (BRVO) gehört zu den häufigsten vaskulären Erkrankungen der Netzhaut. Die Hauptursache für einen damit einhergehenden Sehverlust ist das Makulaödem.
Traditionell wurde die fokale Laserkoagulation eingesetzt, um das Risiko eines Sehverlusts zu verringern. Diese Behandlungsmethode weist jedoch Limitationen auf, weshalb nach wirksameren Alternativen gesucht wurde.
In den letzten Jahren haben sich antiangiogenetische Therapien mit Anti-VEGF-Inhibitoren als Behandlungsoption etabliert. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines systematischen Cochrane Reviews, der die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Wirkstoffe untersucht.
Empfehlungen
Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Evidenz zur Behandlung des Makulaödems bei Venenastverschluss. Es werden verschiedene Therapieansätze hinsichtlich ihrer visuellen und anatomischen Ergebnisse verglichen.
Vergleich der Therapieoptionen
| Vergleichstherapie | Visusverbesserung (≥ 15 Buchstaben) | Reduktion der Netzhautdicke (CRT) | Unerwünschte Ereignisse |
|---|---|---|---|
| Sham (Scheinbehandlung) | Anti-VEGF überlegen | Anti-VEGF überlegen | Keine Endophthalmitis berichtet |
| Makulalaser | Anti-VEGF überlegen | Anti-VEGF überlegen | Sehr geringe Evidenz |
| Intravitreale Steroide | Anti-VEGF überlegen | Anti-VEGF überlegen | Steroide erhöhen Katarakt- und Augendruckrisiko |
Klinische Endpunkte und Lebensqualität
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Laut Review erzielen Augen unter Anti-VEGF-Therapie nach sechs und zwölf Monaten signifikant häufiger einen Visusgewinn von 15 oder mehr ETDRS-Buchstaben.
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Die mittlere Sehschärfe sowie die zentrale Netzhautdicke (CRT) verbessern sich unter Anti-VEGF stärker als unter den untersuchten Kontrolltherapien.
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Es wird eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität (gemessen mit dem VFQ-25) im Vergleich zu Scheinbehandlungen und Steroiden beschrieben.
Sicherheitsprofil
Die Evidenz zu unerwünschten Ereignissen wird insgesamt als sehr niedrig eingestuft. In den untersuchten Studien traten keine Fälle von Endophthalmitis auf.
Bei der Verwendung von intravitrealen Steroiden wird auf ein erhöhtes Risiko für Kataraktbildung und einen Anstieg des Augeninnendrucks hingewiesen.
💡Praxis-Tipp
Der Review hebt hervor, dass Anti-VEGF-Präparate bei der Behandlung des Makulaödems nach Venenastverschluss sowohl Lasertherapien als auch intravitrealen Steroiden überlegen sind. Bei der Erwägung von Steroiden als Alternative wird auf das erhöhte Risiko für Katarakte und Augeninnendrucksteigerungen verwiesen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review zeigen Anti-VEGF-Präparate die besten visuellen und anatomischen Ergebnisse. Sie sind sowohl der Lasertherapie als auch intravitrealen Steroiden überlegen.
Der Review belegt signifikante Verbesserungen der Sehschärfe und eine Reduktion der Netzhautdicke bereits nach sechs Monaten. Diese positiven Effekte bleiben auch nach zwölf Monaten bestehen.
Der Review warnt bei der intravitrealen Steroidgabe vor einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Katarakt. Zudem wird ein möglicher Anstieg des Augeninnendrucks beschrieben.
In den ausgewerteten Studien des Reviews wurden keine Fälle von Endophthalmitis (schwere Augeninnenrauminfektion) unter Anti-VEGF-Therapie berichtet. Die allgemeine Evidenz zu unerwünschten Ereignissen wird jedoch als gering eingestuft.
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Quelle: Cochrane Review: Anti-vascular endothelial growth factor for macular oedema secondary to branch retinal vein occlusion (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.