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Anti-VEGF bei Vitrektomie (PDR): Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Vitrektomie ist eine etablierte Behandlung für Komplikationen der proliferativen diabetischen Retinopathie (PDR). Während und nach dem Eingriff können jedoch Komplikationen wie Blutungen, Netzhautrisse oder Narbenbildungen auftreten.

Diese unerwünschten Ereignisse können das Sehvermögen einschränken, weitere Operationen erforderlich machen und die Genesung verzögern. Um diese Risiken zu minimieren, wird der Einsatz von Inhibitoren des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (Anti-VEGF) vor der Operation untersucht.

Der vorliegende Cochrane Review evaluiert die Effekte einer perioperativen Anti-VEGF-Gabe. Ziel ist es, die Menge und Vaskularität abnormaler neuer Gefäße zu reduzieren, um die chirurgische Präparation zu erleichtern und intra- sowie postoperative Blutungen zu verringern.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Ergebnisse von 28 randomisiert-kontrollierten Studien zusammen. Bewertet wird der prä- oder intraoperative Einsatz von intravitrealen Anti-VEGF-Medikamenten bei der Pars-plana-Vitrektomie.

Visuelle Ergebnisse und Lebensqualität

Hinsichtlich der funktionellen Outcomes zeigt die Auswertung folgende Ergebnisse:

  • Personen mit zusätzlicher Anti-VEGF-Gabe erreichen nach sechs Monaten eine bessere bestkorrigierte Sehschärfe (BCVA) (niedrige Evidenz).

  • Zu lebensqualitätsbezogenen Parametern (VRQOL) liegen keine Daten vor.

  • Der Anteil der Personen mit sehr geringer Sehschärfe (Fingerzählen oder schlechter) ist in den Studien nicht erfasst.

Reduktion von Komplikationen

Der perioperative Einsatz von Anti-VEGF ist mit einer deutlichen Reduktion verschiedener intra- und postoperativer Komplikationen assoziiert. Die Übersichtsarbeit quantifiziert diese Effekte wie folgt:

KomplikationInzidenz mit Anti-VEGFInzidenz ohne Anti-VEGFEvidenzgrad
Frühe postoperative Glaskörperblutung (< 4 Wochen)12 %31 %Moderat
Späte postoperative Glaskörperblutung (> 4 Wochen)10 %23 %Hoch
Intraoperative Netzhautrisse12 %31 %Hoch
Notwendigkeit einer Silikonöltamponade19 %41 %Sehr niedrig

Revisionsoperationen

Die Notwendigkeit einer Revisionsoperation aufgrund von postoperativen Glaskörperblutungen tritt in der Anti-VEGF-Gruppe seltener auf (4 % versus 13 %). Der Review weist jedoch darauf hin, dass die Konfidenzintervalle weit sind und auch einen fehlenden Effekt nicht ausschließen (moderate Evidenz).

Ähnlich unpräzise gemessene Effekte zeigen sich laut den Autoren bei Revisionsoperationen wegen rhegmatogener Netzhautablösung (5 % versus 11 %, niedrige Evidenz). Insgesamt wird die Rate der durch Anti-VEGF verursachten Komplikationen als gering eingeschätzt.

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💡Praxis-Tipp

Der perioperative Einsatz von Anti-VEGF bei der Vitrektomie wegen proliferativer diabetischer Retinopathie bietet einen gut belegten Schutz vor späten postoperativen Glaskörperblutungen und intraoperativen Netzhautrissen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass der Effekt auf die tatsächliche Vermeidung von Revisionsoperationen aufgrund weiter Konfidenzintervalle statistisch weniger eindeutig ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review wird sechs Monate nach dem Eingriff eine bessere bestkorrigierte Sehschärfe (BCVA) in der Anti-VEGF-Gruppe beobachtet. Die Evidenz für diesen Effekt wird jedoch als niedrig eingestuft.

Die Übersichtsarbeit zeigt, dass frühe postoperative Glaskörperblutungen von 31 % auf 12 % reduziert werden. Späte Blutungen treten in 10 % der Fälle mit Anti-VEGF auf, verglichen mit 23 % in der Kontrollgruppe.

Der Review belegt mit hoher Evidenz, dass die Inzidenz intraoperativer Netzhautrisse durch die Vorbehandlung signifikant sinkt. Sie tritt bei 12 % der behandelten Augen auf, im Gegensatz zu 31 % ohne Anti-VEGF.

Es zeigt sich eine Tendenz zu weniger Revisionsoperationen wegen Glaskörperblutungen (4 % versus 13 %). Die Autoren betonen jedoch, dass die Datenlage hierfür unpräzise ist und einen fehlenden Effekt nicht vollständig ausschließt.

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Quelle: Cochrane Review: Anti-vascular endothelial growth factors in combination with vitrectomy for complications of proliferative diabetic retinopathy (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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