Nicht-allergische Rhinitis: Cochrane Review zu Kortison
Hintergrund
Die nicht-allergische Rhinitis ist durch eine nicht-infektiöse Entzündung und Dysfunktion der Nasenschleimhaut gekennzeichnet, bei der keine allergischen oder mikrobiellen Auslöser nachweisbar sind. Die Prävalenz in der Bevölkerung wird auf 10 bis 20 % geschätzt.
Typische Symptome umfassen eine nasale Obstruktion, anteriore Rhinorrhö, Postnasal-Drip und Niesen. Als Triggerfaktoren kommen unter anderem berufliche Expositionen, Zigarettenrauch, hormonelle Schwankungen, Medikamente oder das Alter infrage.
Aufgrund eines oft mangelnden Verständnisses der zugrunde liegenden Mechanismen fehlt häufig eine gezielte und effektive Therapie. Intranasale Kortikosteroide gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten bei diesen Beschwerden, weshalb ein systematischer Cochrane Review (2019) deren Wirksamkeit und Sicherheit evaluierte.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz zur Anwendung intranasaler Kortikosteroide bei nicht-allergischer Rhinitis wie folgt zusammen:
Symptomkontrolle und Lebensqualität
Die Auswertung zeigt, dass intranasale Kortikosteroide die patientenberichtete Krankheitsschwere innerhalb der ersten vier Wochen möglicherweise leicht verbessern (niedrige Evidenzqualität).
Für den Zeitraum zwischen vier Wochen und drei Monaten ist der Nutzen hinsichtlich der Symptomlinderung jedoch sehr ungewiss (sehr niedrige Evidenzqualität). Auch bezüglich der krankheitsspezifischen Lebensqualität und objektiver Messungen des Atemluftstroms konnte kein eindeutiger, langfristiger Vorteil gegenüber Placebo nachgewiesen werden.
Nebenwirkungen und Risiken
Die Autoren betonen ein signifikant erhöhtes Risiko für Nasenbluten (Epistaxis) unter der Therapie mit intranasalen Kortikosteroiden. Hinsichtlich anderer unerwünschter Ereignisse ergab sich wahrscheinlich kein relevanter Unterschied.
Die folgende Tabelle fasst die zentralen Endpunkte im Vergleich zu Placebo zusammen:
| Endpunkt | Intranasale Kortikosteroide | Placebo | Evidenzqualität |
|---|---|---|---|
| Symptomlinderung (bis 4 Wochen) | Mögliche leichte Verbesserung | Referenz | Niedrig |
| Symptomlinderung (4 bis 12 Wochen) | Ungewisser Nutzen | Referenz | Sehr niedrig |
| Risiko für Epistaxis | 65 pro 1000 Patienten | 31 pro 1000 Patienten | Moderat |
| Andere unerwünschte Ereignisse | Kein relevanter Unterschied | Referenz | Moderat |
Die Daten zur Epistaxis zeigen folgende Verteilung (moderate Evidenzqualität):
-
Das relative Risiko (RR) für Nasenbluten liegt bei 2,10.
-
Die absolute Risikodifferenz beträgt 0,04.
-
Die Number Needed to Harm (NNTH) für ein zusätzliches unerwünschtes Ereignis liegt bei 25.
Vergleich mit anderen Therapien
Der Review untersuchte auch den Vergleich von intranasalen Kortikosteroiden mit anderen aktiven Behandlungen wie Kochsalzspülungen, intranasalen Antihistaminika oder Capsaicin.
Aufgrund der sehr geringen Anzahl an Studien ist es laut den Autoren ungewiss, ob es klinisch relevante Unterschiede zwischen diesen Therapieoptionen gibt.
💡Praxis-Tipp
Bei der Verordnung von intranasalen Kortikosteroiden bei nicht-allergischer Rhinitis wird empfohlen, das erhöhte Risiko für Epistaxis gegen den ungewissen therapeutischen Nutzen abzuwägen. Laut Cochrane Review tritt bei einem von 25 behandelten Patienten Nasenbluten als direkte Folge der Therapie auf (NNTH = 25). Es bietet sich an, Patienten über diese häufige Nebenwirkung aufzuklären, insbesondere da eine langfristige Symptomlinderung über vier Wochen hinaus nicht sicher belegt ist.
Häufig gestellte Fragen
Der Cochrane Review zeigt, dass intranasale Kortikosteroide die Symptome in den ersten vier Wochen möglicherweise leicht lindern. Für einen längeren Zeitraum von bis zu drei Monaten ist die Wirksamkeit jedoch sehr ungewiss.
Die Auswertung der Studiendaten belegt ein signifikant erhöhtes Risiko für Nasenbluten (Epistaxis) unter der Therapie. Andere unerwünschte Ereignisse traten im Vergleich zu Placebo nicht gehäuft auf.
Die Daten zeigen, dass etwa 65 von 1000 behandelten Patienten Nasenbluten entwickeln, verglichen mit 31 von 1000 in der Placebo-Gruppe. Dies entspricht einer Number Needed to Harm (NNTH) von 25.
Laut den Autoren gibt es zu wenige vergleichende Studien, um diese Frage abschließend zu beantworten. Es ist derzeit ungewiss, ob intranasale Kortikosteroide anderen lokalen Therapien überlegen sind.
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Quelle: Cochrane Review: Intranasal corticosteroids for non-allergic rhinitis (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.