Post-COVID-Riechstörung: Therapie und Evidenzlage
Hintergrund
Riechstörungen (olfaktorische Dysfunktion) gelten als früher und sensibler Marker einer COVID-19-Infektion. In den meisten Fällen ist die Symptomatik selbstlimitierend.
Persistieren Hyposmie oder Anosmie jedoch über einen längeren Zeitraum, kann dies die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken. Für die Behandlung dieser anhaltenden Beschwerden gibt es bislang wenig etablierte Leitlinien.
Der vorliegende Cochrane Review untersucht als "Living Systematic Review" die Effekte verschiedener Interventionen bei persistierender post-COVID-19 Riechstörung. Eingeschlossen wurden Personen, deren Symptome seit mindestens vier Wochen bestanden.
💡Praxis-Tipp
Bei der Beratung von Personen mit persistierender post-COVID-19 Anosmie sollte die aktuell stark limitierte Evidenzlage für medikamentöse Therapien transparent kommuniziert werden. Da der Nutzen von systemischen Steroiden in Kombination mit Nasenspülungen als sehr unsicher gilt, wird eine sorgfältige individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit nur sehr begrenzte und unsichere Evidenz zur Wirksamkeit spezifischer Behandlungen. Eine kleine Studie untersuchte die Gabe von oralen Steroiden kombiniert mit einer speziellen Nasenspülung, lieferte jedoch keine belastbaren Ergebnisse.
In der systematischen Übersichtsarbeit wurden Symptome einer olfaktorischen Dysfunktion als persistierend eingestuft, wenn sie für mindestens vier Wochen nach der COVID-19-Infektion anhielten.
Die eingeschlossene Studie nutzte den Connecticut Chemosensory Clinical Research Center (CCCRC) Score zur Beurteilung. Ein Wert von 90 oder höher auf der 100-Punkte-Skala repräsentiert dabei eine normale olfaktorische Funktion.
In der untersuchten Kleinstudie wurden zwar keine schweren unerwünschten Ereignisse unter der Steroidtherapie festgestellt. Der Review betont jedoch, dass die Art der Erfassung unklar war und die Evidenz bezüglich möglicher Schäden als sehr unsicher gilt.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Interventions for the treatment of persistent post-COVID-19 olfactory dysfunction (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Interventions for the prevention of persistent post-COVID-19 olfactory dysfunction
StatPearls: Olfactory Training
Cochrane Review: Use of antimicrobial mouthwashes (gargling) and nasal sprays by healthcare workers to protect them when treating patients with suspected or confirmed COVID-19 infection
Cochrane Review: Antimicrobial mouthwashes (gargling) and nasal sprays administered to patients with suspected or confirmed COVID-19 infection to
Cochrane Review: Oral and intranasal aspirin desensitisation for non-steroidal anti-inflammatory drug (NSAID)-exacerbated respiratory disease
Cochrane Review: Antimicrobial mouthwashes (gargling) and nasal sprays to protect healthcare workers when undertaking aerosol-generating procedures
Cochrane Review: Intranasal corticosteroids for non-allergic rhinitis
Cochrane Review: Medical interventions for chronic rhinosinusitis in cystic fibrosis
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen