CochraneIa2021

Post-COVID-Riechstörung: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Riechstörungen (olfaktorische Dysfunktion) gelten als früher und sensibler Marker einer COVID-19-Infektion. In den meisten Fällen ist die Symptomatik selbstlimitierend.

Persistieren Hyposmie oder Anosmie jedoch über einen längeren Zeitraum, kann dies die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken. Für die Behandlung dieser anhaltenden Beschwerden gibt es bislang wenig etablierte Leitlinien.

Der vorliegende Cochrane Review untersucht als "Living Systematic Review" die Effekte verschiedener Interventionen bei persistierender post-COVID-19 Riechstörung. Eingeschlossen wurden Personen, deren Symptome seit mindestens vier Wochen bestanden.

Empfehlungen

Aktuelle Evidenzlage

Der Review identifizierte lediglich eine einzige randomisiert-kontrollierte Studie mit 18 Teilnehmenden. Aufgrund der sehr geringen Stichprobengröße wird die Evidenz zu Nutzen und Risiken der untersuchten Intervention als sehr unsicher (very low-certainty evidence) eingestuft.

Untersuchte Intervention

Die eingeschlossene Studie verglich eine 15-tägige Therapie mit oralen Kortikosteroiden in Kombination mit einer Nasenspülung gegenüber keiner Intervention. Die Nasenspülung bestand aus einer Lösung mit:

  • Intranasalen Steroiden

  • Mukolytika

  • Abschwellenden Mitteln (Dekongestiva)

Ergebnisse und Diagnostik

Die Beurteilung der Riechfunktion erfolgte nach 40 Tagen mittels des Connecticut Chemosensory Clinical Research Center (CCCRC) Scores.

Score-WertBedeutung
0 bis 89Eingeschränkte Riechfunktion
≥ 90Normale Riechfunktion

In der Interventionsgruppe erreichten 5 von 9 Personen eine normale Riechfunktion (Score ≥ 90), verglichen mit 0 von 9 in der Kontrollgruppe. Es wurden keine schweren unerwünschten Ereignisse berichtet, wobei die Erfassungsmethodik unklar blieb.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Beratung von Personen mit persistierender post-COVID-19 Anosmie sollte die aktuell stark limitierte Evidenzlage für medikamentöse Therapien transparent kommuniziert werden. Da der Nutzen von systemischen Steroiden in Kombination mit Nasenspülungen als sehr unsicher gilt, wird eine sorgfältige individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit nur sehr begrenzte und unsichere Evidenz zur Wirksamkeit spezifischer Behandlungen. Eine kleine Studie untersuchte die Gabe von oralen Steroiden kombiniert mit einer speziellen Nasenspülung, lieferte jedoch keine belastbaren Ergebnisse.

In der systematischen Übersichtsarbeit wurden Symptome einer olfaktorischen Dysfunktion als persistierend eingestuft, wenn sie für mindestens vier Wochen nach der COVID-19-Infektion anhielten.

Die eingeschlossene Studie nutzte den Connecticut Chemosensory Clinical Research Center (CCCRC) Score zur Beurteilung. Ein Wert von 90 oder höher auf der 100-Punkte-Skala repräsentiert dabei eine normale olfaktorische Funktion.

In der untersuchten Kleinstudie wurden zwar keine schweren unerwünschten Ereignisse unter der Steroidtherapie festgestellt. Der Review betont jedoch, dass die Art der Erfassung unklar war und die Evidenz bezüglich möglicher Schäden als sehr unsicher gilt.

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Quelle: Cochrane Review: Interventions for the treatment of persistent post-COVID-19 olfactory dysfunction (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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