Streptokokken-Schnelltests bei Halsschmerzen: Cochrane
Hintergrund
Schmerzen im Hals- und Rachenraum gehören zu den häufigsten Vorstellungsgründen in der hausärztlichen Praxis. Obwohl die Mehrheit dieser Infektionen viral bedingt ist, werden in 50 bis 70 Prozent der Fälle Antibiotika verschrieben.
Die häufigsten bakteriellen Erreger sind A-Streptokokken. Eine rein klinische Unterscheidung zwischen viralen und bakteriellen Infekten ist selbst für erfahrenes medizinisches Personal eine Herausforderung, weshalb klassische Bakterienkulturen oft zu lange dauern.
Der vorliegende Cochrane Review (2020) untersucht, ob der Einsatz von Point-of-Care-Schnelltests die Antibiotikaverschreibung reduzieren kann. Ziel ist es, unnötige Verordnungen zu vermeiden und der zunehmenden Antibiotikaresistenz entgegenzuwirken.
Empfehlungen
Diagnostik und Teststrategie
Laut Review können Streptokokken-Schnelltests direkt in der Praxis (Point-of-Care) durchgeführt werden und liefern innerhalb von 5 bis 10 Minuten ein Ergebnis.
Die Tests können entweder bei allen Personen mit Halsschmerzen oder gezielt in Kombination mit klinischen Scoring-Systemen (wie dem Centor- oder McIsaac-Score) eingesetzt werden.
Vergleich der klinischen Endpunkte
Die Auswertung der Studiendaten vergleicht den Einsatz von Schnelltests mit einer rein klinischen Diagnosestellung. Es zeigen sich folgende Effekte auf die Therapie:
| Endpunkt | Effekt durch Schnelltests | Vertrauenswürdigkeit (GRADE) |
|---|---|---|
| Antibiotika-Verschreibungsrate | Absolute Reduktion um 25 % | Moderat |
| Tatsächliche Antibiotika-Ausgabe | Geringer bis kein Unterschied | Niedrig |
| Infektionsbedingte Komplikationen | Kein signifikanter Unterschied | Sehr niedrig |
| Erneute ärztliche Konsultation | Möglicherweise leicht erhöht | Niedrig |
Klinische Bewertung
Die Autoren schlussfolgern, dass Schnelltests eine sinnvolle Maßnahme im Rahmen des Antimicrobial Stewardship darstellen. Besonders in Regionen mit hohen Verschreibungsraten wird der Einsatz empfohlen, um der Entwicklung von Resistenzen entgegenzuwirken.
Der Review betont folgende praktische Vorteile der Schnelltests:
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Schnelle Durchführbarkeit während der Sprechstunde
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Geringe Kosten, die in etwa einer Erstlinien-Antibiotikatherapie entsprechen
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Keine Notwendigkeit für komplexe Laborausstattung
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass Schnelltests zwar die ärztliche Verschreibungsrate von Antibiotika signifikant senken, dies aber nicht zwingend zu einer reduzierten Medikamentenausgabe in der Apotheke führt. Es wird nahegelegt, bei der Implementierung von Teststrategien auch das tatsächliche Einlöseverhalten der Verordnungen zu berücksichtigen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review reduziert der Einsatz von Schnelltests in der Primärversorgung die absolute Verschreibungsrate von Antibiotika um etwa 25 Prozent. Dies gilt im Vergleich zu einer rein klinischen Diagnosestellung.
Die Auswertung zeigt, dass Komplikationen wie ein Tonsillarabszess in beiden Diagnosegruppen sehr selten auftreten. Es gibt laut Review keine Hinweise darauf, dass der Verzicht auf Antibiotika bei negativem Schnelltest zu mehr Komplikationen führt.
Die untersuchten Studien nutzten Schnelltests entweder bei allen Vorstelligen oder nur bei einer durch klinische Scores (z. B. Centor-Score) vorselektierten Gruppe. Der Review bewertet beide Strategien als taugliche Ansätze zur Reduktion von Antibiotika.
Die Point-of-Care-Tests können direkt in der Praxis durchgeführt werden. Das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb von 5 bis 10 Minuten vor.
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Quelle: Cochrane Review: Efficacy and safety of rapid tests to guide antibiotic prescriptions for sore throat (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.