Tonsillitis: Antibiotika-Indikation bei GABHS-Nachweis
Hintergrund
Der vorliegende Evidenzbericht des IQWiG dient der Weiterentwicklung der S3-Leitlinie zur Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln (Tonsillitis). Er untersucht den Wirkungseintritt einer Antibiotikatherapie im Vergleich zu einer nicht-antibiotischen Behandlung.
Die untersuchte Population umfasst Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit akuter Tonsillitis, Pharyngitis oder Tonsillopharyngitis. Voraussetzung für den Einschluss in die Auswertung war ein positiver Erregernachweis für Gruppe-A-beta-hämolysierende Streptokokken (GABHS).
Als primäre Intervention wurde die Gabe von Antibiotika, überwiegend Phenoxymethylpenicillin, bewertet. Die Vergleichsgruppe erhielt ein Placebo oder eine konservative Therapie.
💡Praxis-Tipp
Der Evidenzbericht weist darauf hin, dass die zugrundeliegenden Studien zur Antibiotikatherapie bei Tonsillitis teilweise sehr alt sind (Publikationsjahre 1954 bis 1992). Es wird betont, dass aufgrund fehlender aktueller Qualitätsstandards und unklarer Randomisierungsprozesse eine gewisse Ergebnisunsicherheit besteht. Zudem liegen für die rein erwachsene Population keine spezifisch auswertbaren Daten zum Wirkungseintritt vor.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht zeigt sich bei einer GABHS-Tonsillitis bereits nach 24 Stunden ein messbarer Vorteil durch die Antibiotikagabe. Dieser positive Effekt auf die Halsschmerzen bleibt auch nach 48 und 72 Stunden bestehen.
Der Evidenzbericht konnte keine verwertbaren Daten zur sekundären Befallsrate von Gruppe-A-Streptokokken identifizieren. Eine verlässliche Aussage zu diesem kritischen Endpunkt ist auf Basis der untersuchten Studien nicht möglich.
In den meisten eingeschlossenen Studien wurde Phenoxymethylpenicillin (Penicillin V) als Prüfintervention eingesetzt. In einer Studie kam alternativ Cefadroxil zur Anwendung.
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Quelle: IQWiG V21-09: Evidenzrecherche zur S3-Leitlinie Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln / Tonsillitis (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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