CochraneIa2021

Wurmkur in der Schwangerschaft: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Helminthiasis (Wurmbefall) betrifft weltweit jährlich etwa 44 Millionen Schwangerschaften. Insbesondere der Befall mit Hakenwürmern führt zu Blutverlusten und einer verminderten Nährstoffversorgung.

Dies resultiert häufig in einer Eisenmangelanämie, von der über 50 % der schwangeren Frauen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen betroffen sind. In endemischen Gebieten ist der Hakenwurmbefall eine der Hauptursachen für diese Anämieform.

Obwohl Anthelminthika hochwirksam sind, war die Evidenz für ihren Nutzen und ihre Sicherheit während der Schwangerschaft bisher nicht eindeutig geklärt. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines aktualisierten Cochrane Reviews aus dem Jahr 2021.

Empfehlungen

Der Cochrane Review analysiert die Effekte einer routinemäßigen Entwurmung im zweiten oder dritten Trimenon.

Mütterliche Outcomes

Die Analyse zeigt, dass die Gabe einer Einzeldosis Anthelminthika im zweiten Trimenon die Rate an mütterlicher Anämie um 15 % reduzieren kann (niedrige Evidenzqualität). Zudem wird eine Reduktion der Prävalenz bestimmter Wurmarten beobachtet.

Fetale und neonatale Outcomes

Bezüglich der Auswirkungen auf das ungeborene Kind zeigt die Datenlage keine eindeutigen Vorteile. Es wird wahrscheinlich kein oder nur ein geringer Unterschied beim Geburtsgewicht oder der Rate an Säuglingen mit niedrigem Geburtsgewicht erzielt (moderate Evidenzqualität).

Übersicht der klinischen Effekte

OutcomeEffekt der EntwurmungEvidenzqualität
Mütterliche AnämieReduktion um 15 %Niedrig
Ascaris-PrävalenzDeutliche ReduktionModerat
Trichuris-PrävalenzMögliche ReduktionNiedrig
Hakenwurm-PrävalenzUngewisser EffektNiedrig
FrühgeburtlichkeitUngewisser EffektNiedrig
Perinatale MortalitätUngewisser EffektNiedrig
GeburtsgewichtKein relevanter UnterschiedModerat

Schlussfolgerungen für die Praxis

Die Autoren schlussfolgern, dass eine Entwurmung in Gebieten mit hoher Prävalenz sinnvoll sein kann:

  • Eine Einzeldosis im zweiten Trimenon wird zur Reduktion der mütterlichen Anämie als vorteilhaft bewertet.

  • Der Nutzen für andere schwangerschaftsbezogene Outcomes bleibt unklar.

  • Weitere Studien zu Subgruppen und Begleitinterventionen (wie Gesundheitserziehung) werden empfohlen.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Laut dem Review ist der primäre messbare Nutzen einer Entwurmung in der Schwangerschaft die Reduktion der mütterlichen Anämie, während direkte positive Effekte auf das Geburtsgewicht oder die perinatale Mortalität nicht nachgewiesen werden konnten. Es wird hervorgehoben, dass die Intervention besonders in hochendemischen Gebieten relevant ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review ist der Effekt von Anthelminthika auf die Frühgeburtenrate ungewiss. Die vorliegende Evidenz ist von niedriger Qualität und lässt keine eindeutigen Schlüsse zu.

Die Analyse zeigt, dass eine Entwurmung wahrscheinlich keinen oder nur einen sehr geringen Einfluss auf das Geburtsgewicht hat. Dies wird mit moderater Evidenzqualität belegt.

Die eingeschlossenen Studien untersuchten die Gabe einer Einzeldosis im zweiten oder dritten Trimenon. Der Review hebt insbesondere die Effekte einer Behandlung im zweiten Trimenon zur Anämieprävention hervor.

Die Daten zeigen eine deutliche Reduktion der Ascaris-Prävalenz (moderate Evidenz) sowie eine mögliche Reduktion der Trichuris-Prävalenz. Der Effekt auf Hakenwürmer bleibt in der Auswertung jedoch ungewiss.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Effect of mass deworming with antihelminthics for soil-transmitted helminths during pregnancy (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien