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Endovaskuläre Therapie bei Schlaganfall: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der akute ischämische Schlaganfall entsteht durch eine plötzliche Minderdurchblutung des Gehirns und ist eine der weltweit führenden Ursachen für Mortalität und Behinderung. Die schnelle Wiederherstellung des Blutflusses ist entscheidend für das klinische Outcome.

Neben der intravenösen Thrombolyse hat sich die perkutane endovaskuläre Thrombektomie als Standardverfahren bei großen Gefäßverschlüssen etabliert. Es existieren verschiedene technische Ansätze, um den Thrombus aus dem betroffenen Blutgefäß zu entfernen.

Zu den gängigen Verfahren gehören die Thromboaspiration (Absaugen des Gerinnsels) und die Stent-Retriever-Thrombektomie (Herausziehen des Gerinnsels). Ein aktueller Cochrane Review (2023) untersucht die Evidenz zur Sicherheit und Wirksamkeit dieser verschiedenen endovaskulären Interventionen.

Empfehlungen

Der systematische Review formuliert basierend auf der aktuellen Studienlage folgende Kernaussagen zur endovaskulären Therapie:

Vergleich der Rekanalisationsverfahren

Laut Meta-Analyse gibt es keine signifikanten Unterschiede in der Sicherheit und Wirksamkeit zwischen der alleinigen Thromboaspiration und der alleinigen Stent-Retriever-Thrombektomie. Beide Verfahren werden als gleichwertig eingestuft (hohe Vertrauenswürdigkeit der Evidenz).

Klinischer EndpunktThromboaspirationStent-Retriever-ThrombektomieRelatives Risiko (RR)
Funktionelle Unabhängigkeit (mRS 0-2 nach 3 Monaten)49,7 %48,2 %0,97 (nicht signifikant)
Erfolgreiche Reperfusion (mTICI 2b-3)87,4 %88,3 %1,01 (nicht signifikant)
Gesamtmortalität (nach 3 Monaten)20,4 %20,6 %1,01 (nicht signifikant)
Symptomatische intrakranielle Blutung (nach 24h)6,2 %5,6 %0,90 (nicht signifikant)

Kombinierte Verfahren

Die Kombination aus Aspiration und Stent-Retriever wurde in den eingeschlossenen Studien ebenfalls untersucht.

Der Review zeigt, dass die kombinierte Technik keinen offensichtlichen Vorteil gegenüber der alleinigen Anwendung eines der beiden Einzelverfahren bietet.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Wahl des endovaskulären Verfahrens beim akuten ischämischen Schlaganfall kann primär nach lokaler Expertise und Materialverfügbarkeit entschieden werden. Der Cochrane Review betont, dass weder die Thromboaspiration noch der Stent-Retriever dem jeweils anderen Verfahren überlegen ist. Auch der routinemäßige Einsatz kombinierter Techniken bringt laut aktueller Evidenz keinen klaren klinischen Zusatznutzen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review gibt es keinen signifikanten Unterschied zwischen der Thromboaspiration und der Stent-Retriever-Thrombektomie. Beide Verfahren zeigen eine vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit.

Die aktuelle Evidenz zeigt keinen offensichtlichen Vorteil für die kombinierte Anwendung beider Techniken. Der Review stuft die Einzelverfahren als gleichwertig zur Kombinationstherapie ein.

Die Meta-Analyse belegt, dass das Risiko für symptomatische intrakranielle Blutungen nach 24 Stunden bei beiden Verfahren vergleichbar gering ist. Es konnte kein statistisch relevanter Unterschied festgestellt werden.

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Quelle: Cochrane Review: Different types of percutaneous endovascular interventions for acute ischemic stroke (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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