CochraneIa2019

Chlorhexidin-Waschungen auf ITS: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Nosokomiale Infektionen stellen auf Intensivstationen (ITS) ein erhebliches Risiko dar. Sie können zu verlängerten Krankenhausaufenthalten, medizinischen Komplikationen, dauerhaften Behinderungen und einer erhöhten Mortalität führen.

Intensivpatienten sind aufgrund von Immunsuppression und invasiven Maßnahmen wie Beatmung oder zentralvenösen Kathetern besonders infektionsgefährdet. Diese Zugänge dienen häufig als Eintrittspforte für bakterielle Erreger und erhöhen das Risiko für Blutstrominfektionen sowie beatmungsassoziierte Pneumonien.

Chlorhexidin ist ein kostengünstiges und weit verbreitetes Antiseptikum. Waschungen mit Chlorhexidin werden auf ITS eingesetzt, um die Bakterienlast auf der Haut zu reduzieren und so die Ausbreitung nosokomialer Infektionen zu verhindern.

Empfehlungen

Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Evidenz für Chlorhexidin-Waschungen im Vergleich zu herkömmlichen Waschungen mit Wasser und Seife bei kritisch kranken Patienten.

Untersuchte Interventionen

In den eingeschlossenen Studien wurden folgende Verfahren verglichen:

  • Waschungen mit 2% Chlorhexidin-imprägnierten Waschlappen

  • Verdünnte Lösungen aus 4% Chlorhexidin

  • Kontrollgruppe: Wasser und Seife oder nicht-antimikrobielle Waschlappen

Klinische Endpunkte und Evidenz

Die Autoren des Reviews betonen, dass die Evidenz für alle untersuchten Endpunkte sehr niedrig (very low certainty) ist. Die Ergebnisse stellen sich wie folgt dar:

EndpunktEffekt durch ChlorhexidinEvidenzqualität (GRADE)
Nosokomiale InfektionenUnklarer NutzenSehr niedrig
MortalitätUnklarer NutzenSehr niedrig
ITS-LiegedauerUnklarer NutzenSehr niedrig
HautreaktionenUnklares RisikoSehr niedrig

Methodische Einschränkungen

Die Herabstufung der Evidenzqualität erfolgte aufgrund erheblicher methodischer Mängel der eingeschlossenen Studien. Dazu zählten ein hohes Risiko für Performance-Bias sowie Ungenauigkeiten und Inkonsistenzen in den erhobenen Daten.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass einige Patienten möglicherweise bereits vor der Rekrutierung nosokomiale Infektionen aufwiesen, was die Aussagekraft der Studien weiter einschränkt.

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review verdeutlicht, dass der routinemäßige Einsatz von Chlorhexidin-Waschungen zur Infektionsprävention auf der Intensivstation aktuell nicht durch hochwertige Evidenz gestützt wird. Es wird darauf hingewiesen, dass ein klarer Nutzen bezüglich der Mortalität oder Liegedauer ebenso wenig belegt ist wie ein eindeutiges Risiko für Hautreaktionen. Die sehr niedrige Evidenzqualität resultiert maßgeblich aus methodischen Mängeln der bisherigen Studien.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review ist dies aktuell unklar. Die verfügbare Evidenz ist von sehr niedriger Qualität, sodass kein sicherer Nutzen zur Prävention krankenhausbedingter Infektionen belegt werden kann.

In den untersuchten Studien kamen 2%ige Chlorhexidin-imprägnierte Waschlappen oder verdünnte Lösungen mit 4% Chlorhexidin zum Einsatz. Der Review vergleicht diese mit herkömmlichen Waschungen mit Wasser und Seife.

Der Review erfasste Hautreaktionen als mögliche unerwünschte Ereignisse. Aufgrund der inkonsistenten Datenlage und sehr niedrigen Evidenzqualität bleibt jedoch unklar, ob Chlorhexidin-Waschungen tatsächlich zu mehr Hautirritationen führen.

Es kann nicht sicher belegt werden, ob die Anwendung von Chlorhexidin die Mortalität von kritisch kranken Patienten reduziert. Die Autoren stufen die Evidenz für diesen Endpunkt als sehr niedrig ein.

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Quelle: Cochrane Review: Chlorhexidine bathing of the critically ill for the prevention of hospital-acquired infection (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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