VAP-Prophylaxe: Mundpflege und Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Der Cochrane Review (2020) untersucht die Effekte der Mundpflege auf die Inzidenz der beatmungsassoziierten Pneumonie (VAP) bei kritisch kranken Intensivpatienten. Eine VAP ist definiert als Pneumonie, die bei Personen auftritt, welche für mindestens 48 Stunden mechanisch beatmet werden.
Für diese kritisch kranken Patienten stellt die VAP eine potenziell schwerwiegende Komplikation dar. Eine strukturierte Mundpflege in Kombination mit dem Absaugen von Sekreten wird eingesetzt, um das Risiko einer VAP zu reduzieren.
Zu den untersuchten Maßnahmen der Mundpflege gehören Mundspülungen, Gele, Tupfer, Zahnbürsten oder eine Kombination dieser Methoden. Der Review wertet Daten aus 40 randomisiert-kontrollierten Studien mit über 5600 Teilnehmern aus.
💡Praxis-Tipp
Der Review hebt hervor, dass bereits die Behandlung von 12 beatmeten Patienten mit Chlorhexidin ausreicht, um eine beatmungsassoziierte Pneumonie zu verhindern. Zudem wird betont, dass die Kombination aus Zähneputzen und Antiseptika der alleinigen antiseptischen Pflege überlegen sein könnte. Es wird berichtet, dass unerwünschte Wirkungen der Mundpflege selten und meist mild ausgeprägt sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review senkt Chlorhexidin als Mundspülung oder Gel die VAP-Inzidenz von 26 % auf etwa 18 %. Dies entspricht einer Number Needed to Treat (NNT) von 12.
Der Review konnte keinen Unterschied in der Mortalität durch die verschiedenen Maßnahmen der Mundpflege feststellen. Auch die Dauer der mechanischen Beatmung wird nicht signifikant beeinflusst.
Es wird berichtet, dass Zähneputzen die Inzidenz der VAP reduzieren kann. Zudem gibt es Hinweise, dass es die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation verkürzen könnte.
Laut den eingeschlossenen Studien sind unerwünschte Wirkungen selten. Wenn sie auftreten, sind sie meist mild und kommen in der Chlorhexidin-Gruppe ähnlich häufig vor wie in der Kontrollgruppe.
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Quelle: Cochrane Review: Oral hygiene care for critically ill patients to prevent ventilator-associated pneumonia (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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