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Cannabinoide bei Demenz: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Demenz ist eine häufige chronische Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft und durch einen fortschreitenden Verlust kognitiver und funktioneller Fähigkeiten gekennzeichnet ist. Die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten sind derzeit begrenzt und bieten oft nur einen mäßigen Nutzen.

Zahlreiche Medikamente werden zur Behandlung von verhaltensbezogenen und psychologischen Symptomen der Demenz eingesetzt. Es bestehen jedoch weiterhin Probleme hinsichtlich ihrer mangelnden Wirksamkeit und Sicherheit, weshalb neue Therapieansätze benötigt werden.

Cannabinoide werden als mögliche Behandlungsoption für Demenz untersucht. Dieser systematische Cochrane Review aus dem Jahr 2021 evaluiert die Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabinoiden im Vergleich zu Placebo bei Menschen mit Demenz.

Empfehlungen

Der vorliegende Cochrane Review formuliert basierend auf der aktuellen Studienlage Kernaussagen zur Behandlung von Demenz mit Cannabinoiden.

Kognitive Funktion

Laut Review gibt es Evidenz von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit, dass synthetische THC-Analoga kaum oder keine klinisch bedeutsamen Auswirkungen auf die Kognition haben. Die Beurteilung erfolgte anhand der standardisierten Mini-Mental State Examination (sMMSE).

Verhaltensbezogene und psychologische Symptome

Der Review findet Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit für eine fehlende klinische Relevanz von Cannabinoiden auf allgemeine Verhaltenssymptome. Es zeigten sich unterschiedliche Ergebnisse je nach befragter Personengruppe.

  • Pflegende Angehörige berichteten über keine nutzbringende Wirkung auf das Verhalten

  • Pflegefachpersonen gaben eine Verbesserung der Symptome bei den behandelten Personen an

Unerwünschte Ereignisse

Es wird berichtet, dass es keine klaren Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich der Gesamtzahl unerwünschter Ereignisse gab. Dies betraf Störungen des Nervensystems, psychiatrische Störungen und Magen-Darm-Beschwerden. Eine Ausnahme bildet die Sedierung.

  • Eine dämpfende Wirkung trat unter Nabilone häufiger auf als unter Placebo

  • Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird als niedrig bis sehr niedrig eingestuft

Übersicht der Endpunkte

Der Review fasst die Effekte von Cannabinoiden im Vergleich zu Placebo wie folgt zusammen:

EndpunktEffekt von Cannabinoiden vs. PlaceboVertrauenswürdigkeit (GRADE)
Kognitive Funktion (sMMSE)Kein klinisch relevanter UnterschiedSehr niedrig
Verhaltenssymptome (NPI)Kein klinisch relevanter UnterschiedNiedrig
Agitation/Aggression (CMAI)Kein klinisch relevanter UnterschiedNiedrig
Sedierung / LethargieHäufiger unter Nabilone (OR 2,83)Niedrig bis sehr niedrig

Fazit für die Praxis

Der Review schlussfolgert, dass aufgrund der kleinen und kurzen Studien unklar bleibt, ob Cannabinoide vorteilhafte oder schädliche Effekte bei Demenz haben. Selbst wenn ein Nutzen vorhanden wäre, sei dieser wahrscheinlich zu gering, um klinisch bedeutsam zu sein.

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review weist darauf hin, dass der Einsatz von Cannabinoiden bei Demenz derzeit nicht durch ausreichende Evidenz gestützt wird. Es wird hervorgehoben, dass eine mögliche Sedierung oder Lethargie unter der Therapie mit Nabilone häufiger auftreten kann als unter Placebo.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit keine ausreichende Evidenz, dass Cannabinoide einen klinisch relevanten Nutzen auf die Kognition oder das Verhalten bei Demenz haben. Die verfügbaren Studien sind zu klein und zu kurz, um eine sichere Aussage zu treffen.

Der Review berichtet, dass es insgesamt keine signifikanten Unterschiede bei unerwünschten Ereignissen im Vergleich zu Placebo gab. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass Sedierung und Lethargie unter bestimmten Cannabinoiden wie Nabilone häufiger auftreten können.

Die Auswertung der Studien zeigt laut Review keinen klinisch bedeutsamen Effekt von Cannabinoiden auf allgemeine Verhaltenssymptome oder Agitation. Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird als niedrig eingestuft.

In den eingeschlossenen Studien wurden natürliches Tetrahydrocannabinol (THC) sowie die synthetischen THC-Analoga Dronabinol und Nabilone untersucht. Die Präparate wurden in den Studien oral verabreicht.

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Quelle: Cochrane Review: Cannabinoids for the treatment of dementia (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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