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Pharmakotherapie bei Cannabisabhängigkeit: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der weltweite Konsum von Cannabis ist weit verbreitet und führt bei einem Teil der Konsumenten zu einer Abhängigkeit. Hauptmerkmale dieser Abhängigkeit sind zwanghafter Konsum, Kontrollverlust und Entzugserscheinungen bei Beendigung des Konsums.

Derzeit gibt es keine zugelassenen Medikamente, die speziell für die Behandlung von Cannabiskonsumstörungen vorgesehen sind. Der Cochrane Review (2019) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener medikamentöser Ansätze im Vergleich zu Placebo.

Die psychologische Betreuung, wie kognitive Verhaltenstherapie, stellt laut den Autoren weiterhin die wichtigste Säule der Behandlung dar.

Empfehlungen

Der Review formuliert folgende Kernaussagen zur medikamentösen Behandlung:

Wirkstoffvergleich

Die untersuchten Medikamentenklassen zeigten im Vergleich zu Placebo folgende Ergebnisse:

MedikamentenklasseEffekt auf AbstinenzEffekt auf EntzugssymptomeEvidenzgrad
THC-PräparateKein Unterschied zu PlaceboMögliche LinderungModerat
SSRI / AntidepressivaKein Nutzen nachgewiesenKeine signifikante WirkungNiedrig bis sehr niedrig
AntiepileptikaKein Nutzen nachgewiesenUnklarNiedrig
N-AcetylcysteinKein Unterschied zu PlaceboKeine signifikante WirkungModerat bis niedrig

THC-Präparate

Laut den Autoren zeigten Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC)-Präparate keine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Abstinenz am Behandlungsende im Vergleich zu Placebo. Es gibt jedoch qualitative Hinweise darauf, dass sie die Intensität von Entzugssymptomen und das Verlangen reduzieren können.

Die Anwendung von THC-Präparaten wird aufgrund der begrenzten Wirksamkeitsnachweise weiterhin als experimentell eingestuft.

Antidepressiva und Anxiolytika

Der Review kommt zu dem Schluss, dass verschiedene psychotrope Medikamente wahrscheinlich keinen therapeutischen Nutzen bei der Behandlung der Cannabisabhängigkeit haben. Dies betrifft insbesondere folgende Klassen:

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)

  • Gemischt wirkende Antidepressiva

  • Atypische Antidepressiva (Bupropion)

  • Anxiolytika (Buspiron)

  • Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (Atomoxetin)

Weitere untersuchte Substanzen

Antiepileptika und Stimmungsstabilisatoren reduzierten laut den Daten möglicherweise die Wahrscheinlichkeit, dass die Behandlung planmäßig abgeschlossen wird.

Die Evidenzbasis für Gabapentin, Oxytocin und N-Acetylcystein wird als schwach bewertet. Diese Medikamente werden jedoch als potenziell interessant für weitere Forschungen angesehen.

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💡Praxis-Tipp

Da es derzeit keine evidenzbasierte medikamentöse Therapie für die Cannabisabhängigkeit gibt, wird empfohlen, den primären Fokus auf psychologische Ansätze zu legen. Der Einsatz von Antidepressiva wie SSRI zur reinen Entwöhnung zeigt laut Review keinen Nutzen und sollte vermieden werden, sofern keine psychiatrischen Begleiterkrankungen vorliegen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit weltweit keine Medikamente, die speziell für die Behandlung von Cannabiskonsumstörungen zugelassen sind. Die medikamentöse Therapie gilt weiterhin als experimentell.

Die Daten zeigen, dass THC-Präparate die Abstinenzrate nicht signifikant erhöhen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sie Entzugssymptome und das Verlangen nach Cannabis lindern können.

Der Review kommt zu dem Schluss, dass SSRI und andere Antidepressiva wahrscheinlich keinen Wert für die primäre Behandlung der Cannabisabhängigkeit haben. Sie spielen lediglich bei der Behandlung relevanter Begleiterkrankungen eine Rolle.

Da medikamentöse Ansätze keine ausreichende Evidenz aufweisen, bleiben psychologische Verfahren die Hauptsäule der Behandlung. Dazu gehören laut den Autoren insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie und motivationale Ansätze.

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Quelle: Cochrane Review: Pharmacotherapies for cannabis dependence (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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