Panikstörung: Benzodiazepine Wirksamkeit & Sicherheit

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Panikstörung ist durch wiederkehrende, unerwartete Panikattacken gekennzeichnet und weist in der Allgemeinbevölkerung eine Lebenszeitprävalenz von 1 bis 5 Prozent auf. Häufig entwickelt sich in der Folge zusätzlich eine Agoraphobie.

Obwohl klinische Leitlinien primär Antidepressiva wie SSRI als Erstlinientherapie empfehlen, werden Benzodiazepine in der Praxis weiterhin häufig verschrieben. Dies liegt vermutlich an ihrem sehr raschen Wirkungseintritt.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht die Wirksamkeit und Akzeptanz von Benzodiazepinen im Vergleich zu Placebo. Die Meta-Analyse schließt 24 randomisierte kontrollierte Kurzzeitstudien mit über 4000 erwachsenen Teilnehmern ein.

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💡Praxis-Tipp

Der Review warnt davor, die kurzfristige Überlegenheit von Benzodiazepinen gegenüber Placebo als Rechtfertigung für eine Erstlinientherapie bei Panikstörungen heranzuziehen. Es wird darauf hingewiesen, dass bereits nach 3 bis 4 Wochen Einnahmedauer ein erhebliches Risiko für Abhängigkeit und Rebound-Symptome beim Absetzen besteht. Langfristig sollten laut den Autoren Antidepressiva oder Psychotherapie bevorzugt werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review zeigen Benzodiazepine in der Kurzzeitbehandlung eine höhere Ansprech- und Remissionsrate als Placebo. Die Evidenzqualität für diese Überlegenheit wird jedoch aufgrund methodischer Einschränkungen der Studien als niedrig eingestuft.

Die Autoren betonen das hohe Risiko für Abhängigkeit und Entzugserscheinungen, das in Kurzzeitstudien oft nicht erfasst wird. Daher empfehlen Leitlinien primär Antidepressiva wie SSRI oder Psychotherapie als Erstlinientherapie.

Der Review zitiert Studien, nach denen bereits eine Einnahme von mehr als 3 bis 4 Wochen mit Entzugssymptomen oder einem symptomatischen Rebound beim Absetzen assoziiert ist. Es wird eine strenge zeitliche Begrenzung der Therapie empfohlen.

Die Meta-Analyse zeigt, dass unter Benzodiazepinen signifikant mehr Studienabbrüche aufgrund von unerwünschten Wirkungen erfolgen als unter Placebo. Zudem erleiden mehr Behandelte mindestens eine Nebenwirkung.

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Quelle: Cochrane Review: Benzodiazepines versus placebo for panic disorder in adults (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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