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Morbus Crohn: Cochrane Review zu Azathioprin nach OP

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die häufig chirurgische Eingriffe erfordert. Nach einer Operation ist der Erhalt der chirurgisch induzierten Remission eine zentrale therapeutische Herausforderung, da viele Betroffene Rückfälle erleiden.

Purinanaloga wie Azathioprin (AZA) und 6-Mercaptopurin (6-MP) werden häufig eingesetzt, um postoperative Rückfälle zu verhindern. Ihre Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit in dieser spezifischen Indikation werden jedoch in der Fachwelt kontrovers diskutiert.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines systematischen Cochrane Reviews aus dem Jahr 2019. Es wurden zehn randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt 928 Teilnehmern ausgewertet, um die Effektivität der Purinanaloga zu bewerten.

Empfehlungen

Der Cochrane Review analysiert die Evidenz zum Einsatz von Purinanaloga (Azathioprin und 6-Mercaptopurin) nach chirurgischen Eingriffen bei Morbus Crohn.

Wirksamkeit im Vergleich

Die Übersichtsarbeit vergleicht die klinischen Rückfallquoten der Purinanaloga mit verschiedenen Kontrollgruppen über einen Zeitraum von 12 bis 36 Monaten:

VergleichstherapieKlinischer Rückfall (Purinanaloga)Klinischer Rückfall (Vergleich)Evidenzsicherheit
Placebo51 %64 %Moderat
5-ASA-Präparate64 %59 %Niedrig
Anti-TNF-α43 %14 %Sehr niedrig

Laut Review sind Purinanaloga dem Placebo bei der Verhinderung klinischer Rückfälle überlegen (moderate Evidenzsicherheit). Im Vergleich zu 5-ASA-Präparaten zeigt sich kein eindeutiger Unterschied in der Rückfallquote.

Gegenüber Anti-TNF-α-Wirkstoffen scheinen Azathioprin und 6-Mercaptopurin unterlegen zu sein. Die Autoren betonen jedoch, dass diese Schlussfolgerung auf einer sehr niedrigen Evidenzsicherheit beruht und keine festen Schlüsse zulässt.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Die Übersichtsarbeit zeigt, dass Personen unter Purinanaloga häufiger schwere unerwünschte Ereignisse (SAE) erleiden als unter 5-ASA-Präparaten (sehr niedrige Evidenzsicherheit). Zudem kommt es unter Azathioprin und 6-Mercaptopurin häufiger zu Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen.

Zu den in den Studien am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignissen zählen:

  • Leukopenie und Anämie

  • Arthralgie (Gelenkschmerzen)

  • Abdominale Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen

  • Erhöhte Leberenzyme und Pankreatitis

  • Nasopharyngitis und Flatulenz

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💡Praxis-Tipp

Laut Cochrane Review ist beim Einsatz von Azathioprin oder 6-Mercaptopurin im Vergleich zu 5-ASA-Präparaten mit einer erhöhten Rate an schweren Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen zu rechnen. Es wird hervorgehoben, dass die Überlegenheit gegenüber Placebo zwar belegt ist, ein direkter Vergleich mit Anti-TNF-α-Wirkstoffen aufgrund der sehr schwachen Datenlage jedoch mit großer Vorsicht interpretiert werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Ja, der Cochrane Review zeigt mit moderater Evidenzsicherheit, dass Azathioprin und 6-Mercaptopurin klinische Rückfälle besser verhindern als ein Placebo. Die Rückfallquote lag in den Studien bei 51 Prozent im Vergleich zu 64 Prozent unter Placebo.

Laut der Übersichtsarbeit scheinen Purinanaloga den Anti-TNF-α-Wirkstoffen bei der Verhinderung von Rückfällen unterlegen zu sein. Diese Aussage basiert jedoch auf einer sehr niedrigen Evidenzsicherheit, weshalb die Autoren betonen, dass keine endgültigen Schlüsse gezogen werden können.

Die Studien berichten häufig über Leukopenie, erhöhte Leberwerte, Pankreatitis sowie Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Bauchschmerzen. Im Vergleich zu 5-ASA-Präparaten kommt es unter Purinanaloga häufiger zu Therapieabbrüchen aufgrund dieser Nebenwirkungen.

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Quelle: Cochrane Review: Azathioprine and 6-mercaptopurine for maintenance of surgically-induced remission in Crohn's disease (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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