Morbus Crohn Remissionserhalt mit 5-ASA: Cochrane Review
Hintergrund
Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die den gesamten Gastrointestinaltrakt betreffen kann. Nach einer chirurgischen Intervention stellt der Erhalt der Remission eine zentrale klinische Herausforderung dar.
5-Aminosalicylate (5-ASA) sind lokal wirkende, entzündungshemmende Substanzen, die die Entzündung der Kolonschleimhaut reduzieren. Es existieren verschiedene kommerziell erhältliche Formulierungen mit unterschiedlichen Freisetzungsprofilen.
Dieser systematische Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von oralen 5-ASA-Präparaten zur Aufrechterhaltung einer chirurgisch induzierten Remission bei Patienten mit Morbus Crohn.
Empfehlungen
Wirksamkeit im Vergleich zu Placebo
Laut dem Cochrane Review sind 5-ASA-Präparate zur Aufrechterhaltung der chirurgisch induzierten klinischen Remission bei Morbus Crohn wirksamer als ein Placebo (moderate Evidenz). Die Number Needed to Treat (NNT), um einen Rückfall zu verhindern, liegt bei 13 Patienten.
Die Evidenz bezüglich der endoskopischen Remission wird hingegen als unsicher eingestuft.
Vergleich mit anderen Therapieoptionen
Der Review vergleicht 5-ASA mit weiteren medikamentösen Behandlungsansätzen:
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Purin-Antimetaboliten (Azathioprin/6-Mercaptopurin): Es zeigt sich kein eindeutiger Unterschied in der klinischen Rückfallrate (niedrige Evidenz).
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Biologika (Anti-TNF-α): 5-ASA ist Biologika beim Remissionserhalt voraussichtlich unterlegen (niedrige Evidenz).
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Sulfasalazin: Diese spezifische 5-ASA-Klasse konnte keine Überlegenheit gegenüber Placebo zeigen (niedrige Evidenz).
Sicherheit und Verträglichkeit
5-ASA-Formulierungen gelten laut Review als sicher. Es wird kein Unterschied im Auftreten von unerwünschten Ereignissen im Vergleich zu Placebo, fehlender Behandlung oder Biologika beschrieben.
Im Vergleich zu Purin-Analoga weisen 5-ASA-Präparate ein günstigeres Sicherheitsprofil auf. Unter Purin-Analoga kommt es signifikant häufiger zu schweren unerwünschten Ereignissen und Therapieabbrüchen.
Dosierung
Der Review vergleicht verschiedene Dosierungen von Mesalazin, wobei die Überlegenheit einer spezifischen Dosis zur Aufrechterhaltung der Remission unklar bleibt (moderate Evidenz).
| Wirkstoff | Untersuchte Dosierung | Klinische Rückfallrate (nach 12 Monaten) |
|---|---|---|
| Mesalazin | 4 g/Tag | 17 % |
| Mesalazin | 2,4 g/Tag | 26 % |
Kontraindikationen
Der Review listet keine spezifischen Kontraindikationen auf, benennt jedoch häufig berichtete unerwünschte Ereignisse unter der Therapie mit 5-ASA:
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Diarrhö
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Übelkeit
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Erhöhte Leberfunktionswerte
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Pankreatitis
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Abdominale Schmerzen
💡Praxis-Tipp
Der Review hebt hervor, dass 5-ASA-Präparate im Vergleich zu Purin-Analoga (wie Azathioprin) ein deutlich günstigeres Sicherheitsprofil aufweisen. Es wird betont, dass unter Purin-Analoga signifikant häufiger schwere unerwünschte Ereignisse und therapielimitierende Nebenwirkungen auftreten.
Häufig gestellte Fragen
Ja, laut dem Cochrane Review ist 5-ASA einem Placebo bei der Aufrechterhaltung der chirurgisch induzierten Remission überlegen. Es müssen etwa 13 Patienten behandelt werden, um einen klinischen Rückfall zu verhindern.
Der Review zeigt keinen signifikanten Unterschied in der Wirksamkeit zwischen 5-ASA und Purin-Antimetaboliten wie Azathioprin. Allerdings weisen Purin-Analoga eine deutlich höhere Rate an schweren Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen auf.
Es gibt Hinweise von niedriger Evidenz, dass 5-ASA den Biologika (wie Adalimumab) beim Remissionserhalt unterlegen ist. Die Rückfallrate unter 5-ASA war in den untersuchten Studien höher als unter der Biologika-Therapie.
Zu den häufig berichteten unerwünschten Ereignissen zählen Diarrhö, Übelkeit, Bauchschmerzen, erhöhte Leberwerte und Pankreatitis. Insgesamt wird das Sicherheitsprofil von 5-ASA im Review jedoch als gut und vergleichbar mit Placebo bewertet.
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Quelle: Cochrane Review: Oral 5-aminosalicylic acid for maintenance of surgically-induced remission in Crohn's disease (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.