Morbus Crohn Remissionserhalt: Cochrane Review
Hintergrund
Morbus Crohn wird konventionell mit entzündungshemmenden Medikamenten, Immunsuppressiva und Kortikosteroiden behandelt. Bei unzureichendem Ansprechen oder Wirkverlust der Erstlinientherapie kommen Biologika wie der TNF-α-Antagonist Adalimumab zum Einsatz.
Der Erhalt der Remission ist ein klinisch wichtiges Therapieziel, da Rückfälle die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können.
Diese Zusammenfassung basiert auf einem Cochrane Review (2020), der die Wirksamkeit und Sicherheit von Adalimumab zum Remissionserhalt bei Personen mit ruhendem Morbus Crohn untersucht.
Empfehlungen
Der Cochrane Review (2020) fasst die Evidenz zur Erhaltungstherapie mit Adalimumab bei ruhendem Morbus Crohn zusammen. Die Ergebnisse basieren auf sechs randomisiert-kontrollierten Studien.
Wirksamkeit gegenüber Placebo
Die Auswertung zeigt, dass Adalimumab bei der Aufrechterhaltung der klinischen Remission signifikant wirksamer ist als Placebo. Dies gilt laut den Daten auch für Personen, die zuvor bereits mit anderen TNF-α-Antagonisten behandelt wurden.
| Endpunkt | Therapieversagen Adalimumab | Therapieversagen Placebo | Evidenzgrad |
|---|---|---|---|
| Klinische Remission (Woche 52-56) | 59 % | 86 % | Hohe Evidenz |
| Klinische Remission (Woche 24-26) | 51 % | 79 % | Moderate Evidenz |
| Klinisches/endoskopisches Ansprechen nach vorheriger TNF-α-Therapie (Woche 52-56) | 69 % | 93 % | Moderate Evidenz |
Sicherheit und Nebenwirkungen
Hinsichtlich der allgemeinen unerwünschten Ereignisse zeigt der Review keinen signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen (87 % unter Adalimumab vs. 85 % unter Placebo). Es wird jedoch berichtet, dass schwere unerwünschte Ereignisse sowie Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen unter Adalimumab seltener auftreten (moderate Evidenz).
Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen zählen laut Review:
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Verschlechterung des Morbus Crohn
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Arthralgie und Kopfschmerzen
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Nasopharyngitis und Harnwegsinfektionen
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Übelkeit, Müdigkeit und Bauchschmerzen
Postoperative Erhaltungstherapie
Die Evidenz zum Einsatz von Adalimumab nach chirurgischen Eingriffen (Ileozökalresektion) im Vergleich zu aktiven Medikamenten wie Azathioprin, Mesalazin oder 6-Mercaptopurin ist begrenzt.
Der Review beschreibt zwar geringere Raten an Therapieversagen unter Adalimumab in diesem Setting, stuft die Evidenz hierfür jedoch als sehr niedrig ein. Die Autoren betonen, dass der postoperative Nutzen von Adalimumab weiterhin ungewiss bleibt und weitere Forschung erfordert.
💡Praxis-Tipp
Der Review hebt hervor, dass Adalimumab auch bei Personen wirksam ist, die zuvor bereits mit anderen TNF-α-Antagonisten behandelt wurden. Bei der Planung einer postoperativen Erhaltungstherapie nach Darmresektionen weist die Evidenz jedoch große Unsicherheiten auf, weshalb hier individuelle interdisziplinäre Therapieentscheidungen erforderlich sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review ist Adalimumab signifikant wirksamer als Placebo, um eine klinische Remission über 52 bis 56 Wochen aufrechtzuerhalten. Etwa 41 Prozent der Behandelten blieben in Remission, verglichen mit nur 14 Prozent unter Placebo.
Der Review bestätigt, dass Adalimumab auch bei Personen wirksam ist, die zuvor bereits eine Therapie mit anderen TNF-α-Antagonisten erhalten haben. Die Rate des Therapieversagens war in dieser Gruppe unter Adalimumab signifikant geringer als unter Placebo.
Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen zählen laut Auswertung Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Infektionen der Atem- und Harnwege sowie Übelkeit und Müdigkeit. Schwere Nebenwirkungen traten unter Adalimumab jedoch seltener auf als in der Placebogruppe.
Die Autoren des Reviews schlussfolgern, dass der Effekt von Adalimumab im postoperativen Setting derzeit ungewiss ist. Die vorliegende Evidenz im Vergleich zu Medikamenten wie Azathioprin oder Mesalazin wird als sehr niedrig eingestuft.
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Quelle: Cochrane Review: Adalimumab for maintenance of remission in Crohn's disease (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.