StatPearls2026

Traktive Netzhautablösung (RTD): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die traktive Netzhautablösung (Retinal Traction Detachment, RTD) ist definiert als die Trennung der neurosensorischen Retina vom retinalen Pigmentepithel. Dies geschieht durch Zugkräfte proliferativer Membranen auf der Netzhautoberfläche oder im Glaskörper.

Die häufigste Ursache für eine RTD im Erwachsenenalter ist die proliferative diabetische Retinopathie (PDR). Chronische Hyperglykämie führt zu kapillärem Verschluss und Ischämie, was die Ausschüttung von Wachstumsfaktoren wie VEGF stimuliert. Daraus resultiert eine Neovaskularisation mit anschließender fibrotischer Proliferation, die mechanischen Zug auf die Netzhaut ausübt.

Neben der PDR nennt die StatPearls-Leitlinie auch pädiatrische Ursachen für eine RTD. Dazu gehören unter anderem die Frühgeborenenretinopathie (ROP), das familiäre exsudative Vitreoretinopathie-Syndrom (FEVR) sowie Traumata und Toxocara-Retinitis.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung der traktiven Netzhautablösung:

Diagnostik und Klassifikation

Laut Leitlinie wird eine umfassende ophthalmologische Evaluation mittels Spaltlampe, Fundoskopie und optischer Kohärenztomografie (OCT) empfohlen. Die OCT ist besonders hilfreich, um die Schwere der Membranen zu beurteilen und potenzielle Spalt-Räume für die chirurgische Dissektion zu identifizieren.

Bei unklaren Fällen oder zur Darstellung von Ischämiearealen wird eine Fluoreszenzangiografie (FFA) angeraten. Bei Medientrübung sollte gemäß Leitlinie ein Ultraschall-B-Bild durchgeführt werden, um das Ausmaß der Traktion zu beurteilen.

Zur Einteilung der RTD wird unter anderem die Klassifikation nach Kroll beschrieben:

TypBeschreibung
Typ AProliferative Veränderungen bei anliegender Retina (ggf. Glaskörperblutung)
Typ BExtramakuläre traktive Netzhautablösung
Typ CRTD mit Makulabeteiligung, jedoch anliegender Fovea
Typ DTraktion am hinteren Pol mit kompletter Ablösung der Makula

Präoperative Vorbereitung

Die Leitlinie beschreibt den Einsatz von intravitrealen Anti-VEGF-Inhibitoren (wie Bevacizumab) 3 bis 5 Tage vor der Operation. Dies wird empfohlen, um intraoperative Blutungen bei großen, aktiven Neovaskularisationen zu reduzieren und die chirurgische Dissektion zu erleichtern.

Es wird ausdrücklich davor gewarnt, die Operation später als eine Woche nach der Anti-VEGF-Injektion durchzuführen. Eine Verzögerung kann laut Leitlinie zu einer massiven Verschlechterung der RTD durch Kontraktion der fibrovaskulären Membranen führen.

Chirurgische Therapie

Die Pars-plana-Vitrektomie (PPV) ist die Therapie der Wahl. Eine Operation ist in der Regel bei einer RTD-Dauer von unter 6 Monaten sowie bei einer progredienten, die Makula bedrohenden RTD indiziert.

Für die Membranentfernung werden verschiedene Techniken beschrieben:

  • Segmentation: Zerschneiden der fibrovaskulären Membran in mehrere kleine Stücke.

  • Delamination: Horizontales Abtrennen einer großen Membranschicht von der darunterliegenden Retina.

  • En-bloc-Dissektion: Entfernung der gesamten fibrovaskulären Proliferation samt hinterer Glaskörpergrenzmembran als ein Stück.

Zum Abschluss der Operation wird eine Tamponade empfohlen. Während bei unkomplizierten Fällen Luft oder Gase (SF6, C3F8) verwendet werden können, ist Silikonöl laut Leitlinie das Mittel der Wahl bei komplexen Fällen und für eine längerfristige Tamponade.

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💡Praxis-Tipp

Ein kritischer Aspekt bei der präoperativen Vorbereitung ist das Timing der Anti-VEGF-Injektion. Die Leitlinie warnt eindringlich davor, die Vitrektomie später als 7 Tage nach der Injektion durchzuführen. Ein längeres Intervall kann durch die rasche Kontraktion der fibrovaskulären Membranen zu einer massiven Verschlechterung der traktiven Netzhautablösung führen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist eine Vitrektomie in der Regel indiziert, wenn die RTD weniger als 6 Monate besteht oder wenn sie progredient ist und die Makula bedroht. Auch eine direkte Makulabeteiligung mit Visusverlust stellt eine klare OP-Indikation dar.

Die präoperative intravitreale Gabe von Anti-VEGF-Wirkstoffen wird eingesetzt, um intraoperative Blutungen zu minimieren. Die Leitlinie empfiehlt die Injektion idealerweise 3 bis 5 Tage vor dem geplanten chirurgischen Eingriff.

Bei komplizierten Verläufen oder wenn eine langfristige Tamponade erforderlich ist, wird gemäß Leitlinie der Einsatz von Silikonöl empfohlen. Bei unkomplizierten Fällen können stattdessen gefilterte Luft oder Gase wie SF6 und C3F8 verwendet werden.

Zu den häufigsten postoperativen Komplikationen zählen laut Leitlinie Glaskörperblutungen, ein sekundärer Augeninnendruckanstieg sowie die Kataraktentstehung. Zudem besteht ein Risiko von 5 bis 15 Prozent für ein Rezidiv der Netzhautablösung.

Im Gegensatz zur rhegmatogenen Netzhautablösung, die durch Netzhautrisse entsteht, wird die RTD durch Zugkräfte von Membranen verursacht. Die Leitlinie beschreibt, dass die abgelöste Netzhaut bei der RTD typischerweise eine konkave Form annimmt, während sie bei der rhegmatogenen Form konvex erscheint.

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Quelle: StatPearls: Retinal Traction Detachment (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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