CochraneIa2019

Morbus Crohn Remissionserhalt: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Ustekinumab und Briakinumab sind monoklonale Antikörper, die gegen die p40-Untereinheit der Interleukine 12 und 23 (IL-12/23p40) gerichtet sind. Diese Zytokine spielen eine wesentliche Rolle in der Pathogenese von Morbus Crohn.

Ein signifikanter Anteil der an Morbus Crohn erkrankten Personen spricht nicht auf konventionelle Therapien oder Biologika wie Infliximab an. Zudem können unter diesen Behandlungen erhebliche unerwünschte Ereignisse auftreten.

Für diese Personengruppe stellen Anti-IL-12/23p40-Antikörper eine mögliche therapeutische Alternative dar. Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Antikörper für den Erhalt der klinischen Remission.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz aus drei randomisiert-kontrollierten Studien zusammen.

Wirksamkeit von Ustekinumab

Die Auswertung zeigt, dass Ustekinumab beim Remissionserhalt wirksam ist. Im Vergleich zu Placebo wird ein signifikant geringeres Versagen beim Erhalt der klinischen Remission und der klinischen Response beobachtet (moderate Evidenzqualität).

Diese Effekte wurden sowohl über einen Zeitraum von 22 Wochen als auch über 44 Wochen nachgewiesen. Die Studien untersuchten dabei subkutane Gaben von 90 mg in unterschiedlichen Intervallen.

Sicherheit von Ustekinumab

Laut Review ist Ustekinumab nicht mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Ereignisse verbunden (hohe Evidenzqualität). Auch schwere unerwünschte Ereignisse treten nicht häufiger auf als unter Placebo (moderate Evidenzqualität).

Zu den am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignissen zählen:

  • Infektionen und Reaktionen an der Einstichstelle

  • Morbus-Crohn-assoziierte Ereignisse und Bauchschmerzen

  • Übelkeit, Arthralgie und Kopfschmerzen

Bewertung von Briakinumab

Die Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit von Briakinumab beim Remissionserhalt ist sehr unsicher (niedrige Evidenzqualität). Da die Produktion dieses Medikaments eingestellt wurde, sind laut Review keine weiteren Studien zu erwarten.

Dosierung

Der Review analysierte folgende Dosierungsschemata aus den eingeschlossenen Studien:

WirkstoffApplikationDosierungIntervall
UstekinumabSubkutan90 mgWoche 8 und 16
UstekinumabSubkutan90 mgAlle 8 oder 12 Wochen
BriakinumabIntravenös200 mg, 400 mg oder 700 mgWoche 12, 16 und 20
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass Ustekinumab eine effektive und sichere Erhaltungstherapie bei mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn darstellt, insbesondere wenn andere Biologika versagt haben. Es wird darauf hingewiesen, dass die häufigsten Gründe für einen Studienabbruch unter Ustekinumab auf eine Verschlechterung des Morbus Crohn selbst zurückzuführen waren und nicht auf primäre Medikamentennebenwirkungen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review ist Ustekinumab wahrscheinlich wirksam, um die klinische Remission und Response bei mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn aufrechtzuerhalten. Die Evidenzqualität hierfür wird als moderat eingestuft.

Der Review zeigt mit hoher bis moderater Evidenz, dass Ustekinumab im Vergleich zu Placebo das Risiko für unerwünschte oder schwere unerwünschte Ereignisse nicht erhöht.

Die Evidenz zu Briakinumab ist laut Review sehr unsicher. Da der Hersteller die Produktion des Medikaments eingestellt hat, spielt es in der klinischen Praxis und künftigen Forschung keine Rolle mehr.

Zu den häufigsten berichteten Ereignissen in den Studien zählten Infektionen, Reaktionen an der Einstichstelle, Bauchschmerzen, Übelkeit und Kopfschmerzen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Anti-IL-12/23p40 antibodies for maintenance of remission in Crohn's disease (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien