Aldosteronantagonisten bei CKD: Progressionshemmung
Hintergrund
Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer (ACEi) und Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) sind Standardtherapien, um die Progression der chronischen Nierenerkrankung (CKD) zu verlangsamen und die Proteinurie zu senken. Oftmals ist die Reduktion der Proteinurie durch diese Medikamente jedoch unvollständig.
Der vorliegende Cochrane Review untersucht, ob die zusätzliche Gabe von Aldosteronantagonisten zu einer bestehenden ACEi- oder ARB-Therapie das Fortschreiten der Nierenerkrankung weiter aufhalten kann. Zu den untersuchten Substanzen gehören selektive (Eplerenon), nicht-selektive (Spironolacton) und nicht-steroidale (Finerenon) Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten.
Dabei bewertet die Meta-Analyse patientenzentrierte Endpunkte wie Nierenversagen, kardiovaskuläre Ereignisse und Mortalität sowie Surrogatparameter wie Proteinurie und Blutdruck. Zudem wird das Risiko für unerwünschte Ereignisse wie Hyperkaliämie und akute Nierenschädigung analysiert.
💡Praxis-Tipp
Der Review betont, dass der klinische Nutzen einer zusätzlichen Proteinurie-Senkung durch Aldosteronantagonisten in Bezug auf harte Endpunkte wie Nierenversagen unklar ist. Gleichzeitig ist das Risiko für eine Hyperkaliämie und akute Nierenschädigung signifikant erhöht. Es wird hervorgehoben, dass eine sorgfältige Abwägung zwischen den unsicheren Langzeitvorteilen und den klaren Risiken stattfinden muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review ist der Effekt von Aldosteronantagonisten auf das Fortschreiten zu einem terminalen Nierenversagen ungewiss. Die aktuellen Studien sind nicht ausreichend gepowert, um diesen patientenzentrierten Endpunkt sicher zu bewerten.
Die Auswertung zeigt, dass die Zugabe von Aldosteronantagonisten wie Spironolacton zu ACE-Hemmern oder ARBs die Proteinurie weiter reduzieren kann. Dies gilt als Surrogatparameter, dessen Auswirkung auf das langfristige Überleben jedoch unklar bleibt.
Der Review warnt vor einem signifikant erhöhten Risiko für Hyperkaliämien und akute Nierenschädigungen. Bei der Verwendung von Spironolacton tritt zudem häufiger eine Gynäkomastie auf.
Es gibt laut Review derzeit keine ausreichende Evidenz dafür, dass die zusätzliche Gabe von Aldosteronantagonisten schwere kardiovaskuläre Ereignisse oder die Gesamtmortalität bei Personen mit proteinurischer CKD senkt.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Aldosterone antagonists in addition to renin angiotensin system antagonists for preventing the progression of chronic kidney disease (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Angiotensin-converting-enzyme inhibitors and angiotensin receptor blockers for preventing the progression of diabetic kidney disease
Cochrane Review: Renin inhibitors versus angiotensin receptor blockers for primary hypertension
Cochrane Review: Antihypertensive treatment for kidney transplant recipients
Cochrane Review: Renin inhibitors versus angiotensin converting enzyme (ACE) inhibitors for primary hypertension
Cochrane Review: Aldosterone antagonists for people with chronic kidney disease requiring dialysis
Cochrane Review: Altered dietary salt intake for preventing diabetic kidney disease and its progression
Cochrane Review: First-line combination therapy versus first-line monotherapy for primary hypertension
Cochrane Review: Angiotensin-converting enzyme inhibitors and angiotensin receptor blockers for adults with early (stage 1 to 3) non-diabetic chronic kidney disease
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen