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Salzreduktion bei Diabetes: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Etwa 75 % der kardiovaskulären Erkrankungen bei Menschen mit Diabetes sind auf einen erhöhten Blutdruck zurückzuführen. Dieser ist die häufigste direkte Ursache für Schlaganfälle, Herzinfarkte und Herzinsuffizienz in dieser Patientengruppe. Zudem stellt die chronische Nierenerkrankung (CKD) bei Diabetes eine massive Belastung für das Gesundheitssystem dar.

Menschen mit Diabetes unterscheiden sich von der Allgemeinbevölkerung durch einen erhöhten Gesamtkörpernatriumbestand und eine verstärkte tubuläre Natriumrückresorption. Diese Faktoren führen zu einer eingeschränkten Fähigkeit, eine Natriumbelastung auszuscheiden. Daher spielt die Reduktion der Salzzufuhr eine besonders wichtige Rolle bei der Blutdruckeinstellung.

Der Cochrane Review (2023) untersucht die Auswirkungen einer veränderten Salzaufnahme auf den Blutdruck und Marker für Herz-Kreislauf- sowie Nierenerkrankungen. Die Meta-Analyse umfasst 13 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 313 Teilnehmern mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz zur Salzreduktion bei Menschen mit Diabetes zusammen.

Allgemeine Empfehlungen

Basierend auf den Studienergebnissen werden folgende Maßnahmen unterstützt:

  • Es wird eine Reduktion der Salzaufnahme auf unter 5 g pro Tag (entspricht < 2 g Natrium) empfohlen.

  • Diese Maßnahme wird sowohl für normotensive als auch für hypertensive Personen mit Diabetes angeraten.

  • Die Blutdrucksenkung durch Salzverzicht entspricht laut Meta-Analyse in etwa dem Effekt einer medikamentösen Monotherapie.

Effekte auf den Blutdruck

Die Auswertung der Studien zeigt signifikante Blutdrucksenkungen durch eine salzarme Ernährung (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit). Die Effekte unterscheiden sich je nach Ausgangsblutdruck und Diabetestyp:

PatientengruppeSenkung Systolisch (mmHg)Senkung Diastolisch (mmHg)Senkung MAP (mmHg)
Hypertensive Patienten-6,45-3,15-4,88
Normotensive Patienten-8,43-2,95-2,15
Typ-1-Diabetes-7,35-3,20+0,08
Typ-2-Diabetes-7,35-3,04-4,03

Nierenfunktion und Stoffwechsel

Neben der Blutdrucksenkung wurden weitere klinische Parameter untersucht:

  • In mehreren Studien wurde eine Reduktion der Albuminausscheidung im Urin durch die Salzrestriktion beobachtet.

  • Es zeigten sich keine signifikanten Veränderungen der glomerulären Filtrationsrate (GFR) oder des HbA1c-Wertes.

  • Ein kurzfristiger Gewichtsverlust trat in den ersten ein bis zwei Wochen auf, war aber langfristig nicht messbar.

Kontraindikationen

Der Review weist auf folgende Risiken und Einschränkungen hin:

  • Bei Patienten mit eingeschränkter glomerulärer Filtrationsrate (GFR) wird vor dem Ersatz von Natriumchlorid durch Kaliumchlorid gewarnt, da dies potenziell schädlich ist.

  • Als Nebenwirkung der salzarmen Diät wurde in einer Studie eine orthostatische Hypotonie beschrieben.

  • Dieses Risiko für einen Blutdruckabfall beim Aufstehen stieg bei gleichzeitiger Einnahme von Hydrochlorothiazid weiter an.

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💡Praxis-Tipp

Der Review warnt ausdrücklich vor der unkritischen Verwendung von Salzersatzprodukten. Kaliumbasierte Alternativen zu Natriumchlorid können bei Menschen mit reduzierter GFR potenziell schädlich sein. Zudem wird in der Publikation darauf hingewiesen, dass moderne Diabetestherapien mit SGLT2-Inhibitoren die Natriumausscheidung ohnehin steigern, was das Elektrolytmanagement beeinflusst.

Häufig gestellte Fragen

Laut Meta-Analyse sinkt der systolische Blutdruck um durchschnittlich etwa 7 mmHg und der diastolische um 3 mmHg. Dieser Effekt ist vergleichbar mit der Wirkung eines einzelnen blutdrucksenkenden Medikaments.

Die internationalen Leitlinien, die durch den Review gestützt werden, empfehlen eine maximale Aufnahme von 5 Gramm Salz pro Tag. Dies entspricht einer Menge von weniger als 2 Gramm reinem Natrium.

Ja, die Daten zeigen, dass auch bei normotensiven Menschen mit Diabetes eine signifikante Blutdrucksenkung erreicht wird. Der systolische Wert sank in dieser Gruppe sogar um durchschnittlich 8,43 mmHg.

Die Auswertung ergab, dass eine Salzreduktion die Albuminausscheidung im Urin verringern kann, was auf einen protektiven Effekt für die Nieren hindeutet. Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) blieb in den untersuchten Zeiträumen unverändert.

Als primäre Nebenwirkung wird in den Studien eine orthostatische Hypotonie beschrieben. Dieses Risiko ist besonders bei gleichzeitiger Einnahme von Diuretika wie Hydrochlorothiazid erhöht.

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Quelle: Cochrane Review: Altered dietary salt intake for preventing diabetic kidney disease and its progression (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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