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Aldosteronantagonisten bei Dialyse: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD), die dialysepflichtig sind, weisen ein besonders hohes Risiko für kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität auf. In der klinischen Praxis werden Aldosteronantagonisten als vielversprechende Behandlungsoption für diese Patientengruppe diskutiert.

Dieser Artikel basiert auf dem Abstract eines systematischen Cochrane Reviews aus dem Jahr 2021. Der Review untersucht die Wirksamkeit und mögliche Risiken von nicht-selektiven (Spironolacton) und selektiven (Eplerenon) Aldosteronantagonisten im Vergleich zu Placebo oder Standardversorgung bei Patienten unter Hämo- oder Peritonealdialyse.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Ergebnisse aus 16 Studien mit insgesamt 1446 Teilnehmern zusammen. Die Auswertung zeigt folgende Haupteffekte im Vergleich zur Kontrollgruppe:

Auswirkungen auf Mortalität und Morbidität

Laut dem Review reduzieren Aldosteronantagonisten signifikant das Risiko für schwerwiegende Ereignisse:

  • Die Gesamtmortalität wird wahrscheinlich gesenkt (moderate Evidenzqualität, NNT = 14).

  • Das Risiko für kardiovaskulär bedingte Todesfälle nimmt wahrscheinlich ab (moderate Evidenzqualität).

  • Die kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Morbidität wird wahrscheinlich verringert (moderate Evidenzqualität).

Auf die linksventrikuläre Masse wurde in den untersuchten Studien hingegen nur ein marginaler Effekt beobachtet.

Nebenwirkungen und Risiken

Die Therapie geht laut Review mit einem erhöhten Risiko für Gynäkomastie einher (moderate Evidenzqualität). Es traten 26 zusätzliche Ereignisse pro 1000 Patienten auf, was einer Number Needed to Harm (NNH) von 38 entspricht.

Hinsichtlich des Risikos für eine Hyperkaliämie machen Aldosteronantagonisten möglicherweise kaum oder gar keinen Unterschied (niedrige Evidenzqualität). Die Autoren betonen abschließend, dass das absolute Risiko für das Auftreten einer Gynäkomastie geringer ausfällt als das absolute Risiko zu versterben.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentrales Ergebnis des Reviews ist das günstige Nutzen-Risiko-Profil von Aldosteronantagonisten bei Dialysepatienten. Während die Sorge vor einer Hyperkaliämie in der Praxis oft vor einem Einsatz abschreckt, zeigte die Auswertung hierfür keinen signifikanten Unterschied zur Kontrollgruppe. Der deutlichen Senkung der Gesamtmortalität (NNT 14) steht primär ein erhöhtes Risiko für Gynäkomastie (NNH 38) gegenüber.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review reduzieren Aldosteronantagonisten wahrscheinlich sowohl die Gesamtmortalität als auch die kardiovaskuläre Mortalität. Die Number Needed to Treat (NNT) zur Verhinderung eines Todesfalls liegt bei 14.

Die Auswertung zeigt, dass Aldosteronantagonisten bei dialysepflichtigen Patienten möglicherweise keinen relevanten Unterschied hinsichtlich des Hyperkaliämie-Risikos machen. Die Evidenzqualität für diesen Endpunkt wird jedoch als niedrig eingestuft.

Der Review stellt ein signifikant erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Gynäkomastie fest. Es traten 26 zusätzliche Fälle pro 1000 behandelten Patienten auf, was einer NNH von 38 entspricht.

In der überwiegenden Mehrheit der eingeschlossenen Studien (13 von 16) wurde Spironolacton mit Placebo oder der Standardversorgung verglichen. Eine Studie untersuchte den selektiven Antagonisten Eplerenon.

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Quelle: Cochrane Review: Aldosterone antagonists for people with chronic kidney disease requiring dialysis (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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