CochraneIa2023

Multiple Sklerose Immuntherapie Nebenwirkungen: Cochrane

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, die vorwiegend junge Erwachsene betrifft. Immuntherapien werden eingesetzt, um die Krankheitsaktivität bei MS oder dem klinisch isolierten Syndrom (CIS) zu senken.

Obwohl die Wirksamkeit dieser krankheitsmodifizierenden Therapien belegt ist, bestehen im klinischen Alltag oft Unsicherheiten bezüglich ihrer relativen Sicherheit und Verträglichkeit.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines aktuellen Cochrane Reviews (2023). Die Netzwerk-Metaanalyse vergleicht die unerwünschten Wirkungen verschiedener MS-Therapeutika basierend auf 123 randomisiert-kontrollierten Studien mit über 57.000 Teilnehmenden.

Empfehlungen

Der Review formuliert folgende Kernaussagen zur Sicherheit von MS-Immuntherapien:

Schwere unerwünschte Ereignisse (SAE)

Der Cochrane Review definiert einen relativen Risiko-Schwellenwert (RR) von 1,5 als Kriterium für die Nicht-Unterlegenheit gegenüber Placebo. Dies bedeutet ein maximal um 50 % erhöhtes Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse (SAE).

Laut der Analyse gibt es keine signifikanten Unterschiede im Auftreten von SAEs zwischen Erst- und Zweitlinientherapien. Auch zwischen oralen, injizierbaren oder infundierten Medikamenten zeigt sich kein relevanter Unterschied.

Folgende Wirkstoffe senken laut Evidenz von niedriger Qualität das SAE-Risiko im Vergleich zu Placebo:

  • Interferon beta-1a (Avonex)

  • Dimethylfumarat

  • Glatirameracetat

Die folgende Tabelle fasst das SAE-Risikoprofil ausgewählter Wirkstoffe im Vergleich zu Placebo zusammen:

WirkstoffSAE-Risiko vs. PlaceboEvidenzgrad
Interferon beta-1a (Avonex)VerringertNiedrig
DimethylfumaratVerringertNiedrig
GlatirameracetatVerringertNiedrig
TeriflunomidNicht unterlegenModerat
OcrelizumabNicht unterlegenNiedrig
OzanimodNicht unterlegenNiedrig
FingolimodNicht unterlegenNiedrig
CladribinUnklar (Impräzision)Niedrig
SiponimodUnklar (Impräzision)Niedrig

Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen

Die Meta-Analyse zeigt, dass kein untersuchtes Medikament die Rate der Therapieabbrüche im Vergleich zu Placebo reduziert.

Bei mehreren Wirkstoffen wird ein erhöhtes Risiko für einen Therapieabbruch aufgrund von unerwünschten Ereignissen beschrieben (Evidenz von niedriger Qualität):

  • Teriflunomid und Fingolimod

  • Glatirameracetat

  • Interferon beta-1a (Rebif) und Interferon beta-1b

  • Daclizumab

Studienqualität und Evidenz

Die Autoren des Reviews betonen, dass die Evidenzqualität überwiegend als niedrig oder sehr niedrig eingestuft wird. Es wird eine unzureichende Berichterstattung über unerwünschte Ereignisse in den primären randomisiert-kontrollierten Studien bemängelt.

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review verdeutlicht, dass MS-Immuntherapien das Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse (SAE) im Vergleich zu Placebo meist nicht signifikant erhöhen, jedoch häufiger zu Therapieabbrüchen führen. Es wird hervorgehoben, dass bei der Aufklärung über krankheitsmodifizierende Therapien besonders auf die Verträglichkeit im Alltag geachtet werden sollte, da diese maßgeblich die Therapieadhärenz bestimmt.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review erhöhen die meisten Immuntherapien das Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse (SAE) im Vergleich zu Placebo nicht signifikant. Es zeigt sich zudem kein relevanter Unterschied zwischen Erst- und Zweitlinientherapien.

Die Meta-Analyse zeigt, dass Interferon beta-1a (Avonex), Dimethylfumarat und Glatirameracetat das SAE-Risiko im Vergleich zu Placebo sogar leicht senken können. Die Evidenz hierfür wird jedoch als niedrig eingestuft.

Ja, der Review stellt fest, dass kein Medikament die Abbruchraten reduziert. Viele Wirkstoffe, wie beispielsweise Teriflunomid oder Fingolimod, führen häufiger zu Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen als Placebo.

Die vorliegende Auswertung findet keine wichtigen Unterschiede im Auftreten von schweren unerwünschten Ereignissen zwischen oralen, injizierbaren oder infundierten Medikamenten.

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Quelle: Cochrane Review: Adverse effects of immunotherapies for multiple sclerosis: a network meta-analysis (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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