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Ocrelizumab bei Multipler Sklerose: Cochrane Review

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review evaluiert den Einsatz von Ocrelizumab zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS). Ocrelizumab ist ein humanisierter monoklonaler Anti-CD20-Antikörper.

Das Medikament ist sowohl für die schubförmig-remittierende Multiple Sklerose (RRMS) als auch für die primär progrediente Multiple Sklerose (PPMS) zugelassen. Es stellt die erste zugelassene krankheitsmodifizierende Therapie (DMT) für Menschen mit früher PPMS dar.

Ziel der Auswertung ist die Beurteilung von Nutzen, Risiken und Verträglichkeit der Therapie. Die Daten basieren auf vier randomisiert-kontrollierten Studien mit insgesamt 2551 Teilnehmenden.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit von Ocrelizumab zusammen.

Schubförmig-remittierende MS (RRMS)

Im Vergleich zu Interferon beta-1a zeigt Ocrelizumab nach 96 Wochen deutliche klinische Vorteile. Der Review beschreibt folgende signifikante Reduktionen:

  • Geringere Rückfallquote (moderate Evidenz)

  • Reduzierte Behinderungsprogression (niedrige Evidenz)

  • Weniger Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen (niedrige Evidenz)

  • Deutlicher Rückgang von MRT-Läsionen (Gadolinium-anreichernde T1-Läsionen und neue oder vergrößerte T2-Läsionen, niedrige Evidenz)

Hinsichtlich allgemeiner und schwerer unerwünschter Ereignisse wird bei RRMS kein wesentlicher Unterschied zu Interferon beta-1a festgestellt.

Primär progrediente MS (PPMS)

Bei der PPMS wird Ocrelizumab über einen Zeitraum von mindestens 120 Wochen mit Placebo verglichen. Die Auswertung zeigt folgende Ergebnisse:

  • Reduzierte Behinderungsprogression im Vergleich zu Placebo (niedrige Evidenz)

  • Höhere Rate an allgemeinen unerwünschten Ereignissen (moderate Evidenz)

  • Kein wesentlicher Unterschied bei schweren unerwünschten Ereignissen oder Therapieabbrüchen (niedrige Evidenz)

Verträglichkeit und Nebenwirkungen

Ocrelizumab wird laut Review klinisch gut vertragen. Als häufigste unerwünschte Ereignisse werden infusionsbedingte Reaktionen, Nasopharyngitis sowie Infektionen der Harn- und oberen Atemwege genannt.

Vergleich der klinischen Endpunkte

EndpunktRRMS (vs. Interferon beta-1a)PPMS (vs. Placebo)
BehinderungsprogressionReduziertReduziert
Unerwünschte EreignisseKein UnterschiedErhöht
Schwere unerwünschte EreignisseKein UnterschiedKein Unterschied
Therapieabbrüche (nebenwirkungsbedingt)ReduziertKein Unterschied

Dosierung

MedikamentDosierungIndikation
Ocrelizumab600 mg alle 24 WochenRRMS und PPMS
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💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass unter der Therapie mit Ocrelizumab häufig infusionsbedingte Reaktionen sowie Infektionen der Atem- und Harnwege auftreten. Bei Personen mit primär progredienter MS (PPMS) wird zudem eine insgesamt höhere Rate an unerwünschten Ereignissen im Vergleich zu Placebo beschrieben.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review reduziert Ocrelizumab im Vergleich zu Interferon beta-1a die Rückfallquote und die Behinderungsprogression deutlich. Zudem wird ein starker Rückgang von aktiven MRT-Läsionen beschrieben.

Ja, Ocrelizumab ist die erste zugelassene krankheitsmodifizierende Therapie für Menschen mit früher PPMS. Der Review zeigt hier eine Reduktion der Behinderungsprogression im Vergleich zu Placebo.

Das Medikament wird im Allgemeinen gut vertragen. Als häufigste unerwünschte Ereignisse nennt der Review infusionsbedingte Reaktionen, Nasopharyngitis sowie Harnwegs- und Atemwegsinfektionen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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