Chronisch mesotympanale Otitis media (CMOM): Therapie
Hintergrund
Die chronisch mesotympanale Otitis media (CMOM) ist durch einen persistierenden zentralen Trommelfelldefekt gekennzeichnet. Dieser entsteht als Folge einer chronisch anhaltenden oder wiederkehrenden Entzündung der Mittelohrschleimhaut. Eine Sonderform stellt die Tympanosklerose dar, bei der es zu Kalkablagerungen im Mittelohr kommt.
Klinische Leitsymptome sind eine Schallleitungsschwerhörigkeit und eine häufig intermittierende Sekretion des Mittelohres. Ohrenschmerzen sind hingegen untypisch für das Krankheitsbild. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen wird die Diagnose als Zufallsbefund im Rahmen einer Routineuntersuchung gestellt.
Als wichtigster pathogenetischer Faktor wird eine unzureichende Belüftung des Mittelohres bei einer Tubenbelüftungsstörung angesehen. Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung eines trockenen Ohres, die Vermeidung von entzündlichen Komplikationen und die Verbesserung des Hörvermögens.
💡Praxis-Tipp
Ein fehlender Ohrenschmerz (Otalgie) bei gleichzeitiger Otorrhoe und Schwerhörigkeit ist ein wichtiges klinisches Warnsignal, das laut Leitlinie stark auf eine CMOM hinweist. Zudem wird betont, dass bei der Stimmgabelprüfung nach Weber postoperativ zwingend auf unerwartete Ergebnisse geachtet werden sollte. Eine fehlende Lateralisation in das betroffene Ohr kann auf eine operationsbedingte Innenohrschädigung hindeuten und erfordert eine sofortige audiometrische Abklärung.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine Überweisung, sobald bei der Otoskopie ein Trommelfelldefekt sichtbar ist. Auch bei eingeschränkter Beurteilbarkeit, beispielsweise durch starke Sekretion, sollte eine fachärztliche Abklärung erfolgen.
Ein allgemeines Screening wird laut Leitlinie nicht empfohlen. Dies wird mit der unspezifischen Symptomatik, fehlenden Früherkennungsmethoden und der geringen Prävalenz der Erkrankung begründet.
Als obligate Diagnostik werden Stimmgabelprüfungen und eine Tonschwellenaudiometrie empfohlen. Diese Untersuchungen dienen der Quantifizierung der Schallleitungsschwerhörigkeit.
Das Valsalva-Manöver kann zur Überprüfung der Tubendurchgängigkeit eingesetzt werden. Die Leitlinie betont jedoch, dass aufgrund der intraindividuellen Variabilität nur ein positiver Test klinisch verwertbar ist.
Ein chirurgischer Eingriff wird bei Versagen der konservativen Therapie, anhaltender Otorrhoe oder persistierendem Trommelfelldefekt empfohlen. Bei Patienten mit Ertaubung der Gegenseite wird eine besonders strenge Indikationsstellung gefordert.
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Quelle: Chronisch mesotympanale Otitis media (CMOM) (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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