CochraneIa2023

Cannabis bei Krebsschmerzen: Therapie und Evidenz

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schmerzen sind ein häufiges Symptom bei Krebserkrankungen. Etwa 30 bis 50 Prozent der Betroffenen leiden unter mäßigen bis starken Schmerzen, die die Lebensqualität erheblich einschränken.

Zur Behandlung werden standardmäßig Opioide gemäß dem Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingesetzt. Bei 10 bis 15 Prozent der Betroffenen wird jedoch keine ausreichende Schmerzlinderung erreicht.

Cannabis-basierte Medikamente werden häufig als alternative oder ergänzende Therapieoption diskutiert. Der vorliegende Cochrane-Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Präparate bei Erwachsenen mit Krebsschmerzen.

Empfehlungen

Der Cochrane-Review fasst die Evidenz zu verschiedenen Cannabis-basierten Medikamenten zusammen.

Wirksamkeit bei Krebsschmerzen

Die analysierten Studien zeigen für verschiedene Präparate keine klinisch relevante Überlegenheit gegenüber Placebo oder Standardtherapien. Die Ergebnisse stellen sich wie folgt dar:

PräparatIndikation im ReviewWirksamkeit vs. KontrolleEvidenzgrad
Nabiximols (THC/CBD-Spray)Opioid-refraktäre KrebsschmerzenKeine Überlegenheit vs. PlaceboModerat
Nabilon (synthetisches THC)Schmerzen durch Chemo-/StrahlentherapieKeine Überlegenheit vs. PlaceboNiedrig
Synthetische THC-AnalogaMäßige bis starke KrebsschmerzenKeine Überlegenheit vs. CodeinNiedrig
Cannabidiol (CBD-Öl)Schmerzen bei fortgeschrittenem KrebsKein Zusatznutzen zur PalliativversorgungNiedrig

Sicherheit und Nebenwirkungen

Laut Review werden Cannabis-basierte Medikamente oft schlechter vertragen als allgemein angenommen. Es wird auf eine erhöhte Rate an unerwünschten Ereignissen des zentralen Nervensystems und psychiatrischen Nebenwirkungen hingewiesen.

Diese Nebenwirkungen können den klinischen Nutzen der Präparate maßgeblich einschränken. Bei schweren unerwünschten Ereignissen zeigte sich jedoch kein Unterschied zu Placebo.

Klinische Einordnung

Die Autoren betonen, dass sich aufgrund der fehlenden Evidenz kein fester Platz für Cannabis-Präparate im WHO-Stufenschema definieren lässt.

Unter Berücksichtigung von individuellen Präferenzen kann laut einem zitierten Positionspapier der European Pain Federation ein individueller Therapieversuch erwogen werden. Dies gilt für Opioid-naive Personen oder bei unzureichender Schmerzlinderung trotz optimierter medikamentöser Therapie.

Das Rauchen von pflanzlichem Cannabis wird aufgrund der ungenauen Dosierbarkeit und der Gesundheitsrisiken nicht empfohlen. Falls Betroffene auf pflanzliches Cannabis bestehen, wird die Inhalation über einen Vaporisator oder die orale Einnahme als Ölextrakt empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Cochrane-Review warnt davor, die Verträglichkeit von Cannabis-basierten Medikamenten zu überschätzen. Es wird betont, dass unerwünschte Wirkungen auf das zentrale Nervensystem sowie psychiatrische Nebenwirkungen häufig auftreten und den klinischen Nutzen stark einschränken können. Zudem wird vom Rauchen pflanzlichen Cannabis aufgrund der ungenauen Dosierbarkeit explizit abgeraten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane-Review gibt es moderate Evidenz, dass THC/CBD-Sprays bei Opioid-refraktären Krebsschmerzen nicht wirksamer sind als ein Placebo. Eine klinisch relevante Schmerzlinderung konnte in den Studien nicht nachgewiesen werden.

Der Review schlussfolgert, dass sich aufgrund der mangelhaften Evidenz zur Wirksamkeit kein fester Platz für Cannabis-basierte Medikamente im WHO-Stufenschema definieren lässt. Es ist unklar, ob sie als Erst-, Zweit- oder Drittlinientherapie geeignet sind.

Die vorliegende Evidenz zeigt, dass CBD-Öl als Ergänzung zur spezialisierten Palliativversorgung keinen zusätzlichen Nutzen bei der Schmerzreduktion bietet. Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird jedoch als niedrig eingestuft.

Das Rauchen von pflanzlichem Cannabis wird nicht empfohlen, da die Dosierung der Inhaltsstoffe schwer zu steuern ist und das Rauchen physische Gesundheitsrisiken birgt. Wenn pflanzliches Cannabis verwendet wird, wird die Nutzung eines Vaporisators oder die Einnahme als Ölextrakt empfohlen.

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Quelle: Cochrane Review: Cannabis-based medicines and medical cannabis for adults with cancer pain (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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