Calciumsupplementierung: Herzinfarktrisiko & Empfehlung
Hintergrund
Eine im Jahr 2010 veröffentlichte Metaanalyse im British Medical Journal warf die Frage auf, ob Calciumsupplemente das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Myokardinfarkte erhöhen. Die Publikation berichtete von einer Risikoerhöhung um etwa 30 Prozent bei alleiniger Calciumgabe.
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat diese Daten aufgrund methodischer Mängel, wie nachträglich eingeführter kombinierter Endpunkte, kritisch bewertet. Zudem zeigen andere placebokontrollierte Studien bei älteren Frauen kein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.
Zusammenfassend sieht die AkdÄ den Verdacht auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko durch Calciumpräparate als nicht ausreichend belegt an. Es besteht laut der Stellungnahme kein Anlass, die etablierten Konzepte zur Prävention und Behandlung der Osteoporose zu ändern.
💡Praxis-Tipp
Laut AkdÄ ist die alleinige Gabe von Calciumpräparaten ohne gleichzeitige Vitamin-D-Substitution zur Behandlung einer Osteoporose obsolet und wird nicht empfohlen. Es wird stattdessen angeraten, primär die Calciumzufuhr über die Nahrung zu optimieren und Supplemente nur bei nachgewiesenen Defiziten ergänzend einzusetzen.
Häufig gestellte Fragen
Laut der AkdÄ-Stellungnahme ist ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse durch Calciumsupplemente wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Die Warnungen basierten auf einer Metaanalyse, deren methodische Mängel kritisch gesehen werden.
Es wird eine Calciumgesamtaufnahme von 1000 bis 1500 mg pro Tag empfohlen. Diese Menge schließt sowohl die Aufnahme über die Nahrung als auch eventuelle Supplemente ein.
Die Stellungnahme empfiehlt den Einsatz von Calciumsupplementen nur dann, wenn eine ausreichende Aufnahme über die tägliche Ernährung nicht sichergestellt werden kann. Zuvor sollte immer eine individuelle Einschätzung der Ernährungsgewohnheiten erfolgen.
Nein, die alleinige Gabe von Calcium ohne zusätzliche Vitamin-D-Gabe wird in den Leitlinien nicht empfohlen. Es wird stets zu einer kombinierten Sicherstellung der Calcium- und Vitamin-D-Versorgung geraten.
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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Calciumsupplementierung und kardiovaskuläres Risiko (AkdÄ, 2010). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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