AWMFS32022Psychiatrie

Borderline-Persönlichkeitsstörung: Diagnostik, Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine komplexe psychiatrische Erkrankung. Die Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung liegt bei etwa ein bis zwei Prozent, während sie in klinischen Settings deutlich höher ausfällt.

Die Ätiologie wird durch ein biopsychosoziales Modell erklärt. Genetische Vulnerabilitäten interagieren dabei mit sozialen Risikofaktoren wie traumatischen Kindheitserlebnissen oder dysfunktionalen familiären Bedingungen.

Entgegen früherer Annahmen zeigt die Erkrankung oft einen positiven Langzeitverlauf. Insbesondere impulsive Symptome remittieren häufig, während Einschränkungen im psychosozialen Funktionsniveau länger bestehen bleiben können.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler ist das Vorenthalten der Diagnose bei Jugendlichen. Die Leitlinie betont, dass die Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung bereits ab einem Alter von 12 Jahren gestellt werden soll, um frühzeitig spezifische Psychotherapien einzuleiten und einer Chronifizierung vorzubeugen. Zudem wird vor dem routinemäßigen Einsatz von Psychopharmaka als Primärtherapie gewarnt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie soll die Diagnose nach fachgerechter Abklärung bereits bei Jugendlichen ab 12 Jahren gestellt werden. Dies ermöglicht den frühzeitigen Beginn einer altersadaptierten, störungsspezifischen Psychotherapie.

In Deutschland ist derzeit kein Medikament spezifisch für diese Indikation zugelassen. Die Leitlinie betont, dass eine medikamentöse Therapie immer ein Off-Label-Use ist und nur zeitlich begrenzt als Ergänzung zur Psychotherapie erfolgen sollte.

Wenn die Reduktion von schwerwiegendem selbstverletzendem oder suizidalem Verhalten im Fokus steht, wird primär die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) oder die Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) empfohlen.

Es wird empfohlen, Familienangehörige oder Bezugspersonen in die Erstellung von Krisenplänen einzubinden, sofern die betroffene Person zustimmt. Zudem sollten Angehörige professionelle Hilfsangebote und Psychoedukation erhalten.

Die Leitlinie empfiehlt grundsätzlich eine ambulante Behandlung. Stationäre Aufenthalte sollten auf kurzzeitige Kriseninterventionen oder zeitlich definierte, störungsspezifische Behandlungsprogramme beschränkt bleiben.

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Quelle: S3-Leitlinie Borderline-Persönlichkeitsstörung (AWMF, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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