Pädiatrische Onkologie: Struktur-Leitlinie (AWMF)
KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung
📋Auf einen Blick
- •Die Behandlung soll in spezialisierten kinderonkologischen Zentren gemäß G-BA-Richtlinien erfolgen.
- •Es gelten strenge Vorgaben an die Infrastruktur: Eigene Stationen, Isolationszimmer (mind. 50 %) und die Mitaufnahmemöglichkeit für Eltern.
- •Kinderchirurgie, Neurochirurgie und pädiatrische Intensivmedizin müssen vor Ort oder in fester Kooperation (max. 1 Stunde Fahrzeit) verfügbar sein.
- •Mindestens drei Vollzeitäquivalente (VZÄ) für Kinderonkologen pro Zentrum sowie spezialisiertes Kinderkrankenpflegepersonal sind verpflichtend.
- •Interdisziplinäre Tumorkonferenzen und Referenzbegutachtungen (Pathologie) sind für alle pädiatrischen Malignome vorgeschrieben.
Hintergrund
Die S2k-Leitlinie definiert die strukturellen, personellen und organisatorischen Voraussetzungen für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit onkologischen und hämatologischen Erkrankungen. Ziel ist die bestmögliche Heilung unter Vermeidung von Spätfolgen sowie die psychosoziale Unterstützung der Familien. Die Behandlung soll in spezialisierten kinderonkologischen Zentren erfolgen, die für über 95 % der Bevölkerung innerhalb einer Fahrstunde erreichbar sein sollten.
Stationäre und Ambulante Infrastruktur
| Bereich | Strukturelle Anforderung | Bemerkung |
|---|---|---|
| Stationär | Eigene, baulich getrennte Station | Keine Durchgangsstation, Mitbelegung mit infektiösen Patienten soll vermieden werden |
| Zimmer | Mind. 50 % Isolationszimmer | Einzel-/Zweibettzimmer mit eigenem Bad, Mitaufnahme einer Begleitperson muss möglich sein |
| Ambulanz | Eigener Wartebereich | Räumliche Trennung von infektiösen Patienten, Eingriffsraum für Sedierungen erforderlich |
| Intensivmedizin | Pädiatrische Intensivstation | Zwingend am Standort erforderlich |
| Chirurgie | Kinder- und Neurochirurgie | Am Standort oder über verbindliche Kooperation (max. 1 Stunde Fahrzeit) |
Personelle Anforderungen
| Berufsgruppe | Mindestbesetzung / Anforderung | Empfehlungsgrad |
|---|---|---|
| Ärztlicher Dienst | Mind. 3 VZÄ Fachärzte für Kinder-Hämato/Onkologie | Starke Empfehlung (A) |
| Rufdienst | 24/7 Rufdienst durch Facharzt (Eintreffen < 1h) | Starke Empfehlung (A) |
| Pflegedienst | Mind. 2 Kinderkrankenpflegekräfte pro Schicht | Starke Empfehlung (A) |
| Pflege-Qualifikation | Max. 15 % reguläre Gesundheits-/Krankenpfleger | Starke Empfehlung (A) |
| Psychosozialer Dienst | Psychologie, Sozialarbeit, Pädagogik (2 VZÄ / 44 Fälle) | Empfehlung (B) |
| Studiendokumentation | 1 VZÄ pro 35 Zentrumsfälle | Empfehlung (B) |
Diagnostik und Interdisziplinäre Zusammenarbeit
- Pathologie: Biopsien aller pädiatrischen Malignome sollen zeitnah zur Referenzbegutachtung an ausgewiesene Experten gesendet werden. Die Turn-around-Zeit für eine erste Einschätzung sollte einen Werktag betragen.
- Kinderradiologie: Durchführung nach Studienprotokollen. MRT mit Leber- und Herzeisenbestimmung muss verfügbar sein.
- Humangenetik: Bei Verdacht auf konstitutionelle Krebsdisposition soll eine humangenetische Beratung und Testung angeboten werden.
Tumorkonferenzen und Boards
| Konferenz-Typ | Teilnehmer (Auswahl) | Indikation |
|---|---|---|
| Interdisziplinäre Tumorkonferenz | Kinderonkologie, Kinderradiologie, Kinderchirurgie, Strahlentherapie, Pathologie | Solide Tumoren, Lymphome, Festlegung der Lokaltherapie |
| Leukämieboard | Mind. zwei Kinderhämato/-onkologen | Neudiagnose Leukämie, Therapieplanung, Indikation zur Stammzelltransplantation |
| Hämatologiekonferenz | Kinderhämatologie, Transfusionsmedizin | Komplexe hämatologische Erkrankungen, Komplikationen |
💡Praxis-Tipp
Senden Sie Biopsien pädiatrischer Malignome immer zeitnah zur Referenzbegutachtung an die studienspezifisch ausgewiesenen Pathologen. Etablieren Sie feste SOPs für den Probenversand, um Verzögerungen in der Therapieplanung zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Ein Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Kinder-Hämatologie/-Onkologie (oder in fortgeschrittener Weiterbildung), der innerhalb einer Stunde vor Ort in der Krankenversorgung tätig werden kann.
Der Anteil an regulären Gesundheits- und Krankenpflegern darf maximal 15 Prozent betragen. Der Rest muss aus spezialisierten Gesundheits- und Kinderkrankenpflegekräften bestehen.
Mindestens 50 % der Zimmer müssen als Isolationszimmer (Einzelzimmer mit eigenem Bad und Schleusenfunktion) nutzbar sein. Die Mitaufnahme einer Begleitperson muss unabhängig vom Alter des Kindes möglich sein.
Nein, aber es muss eine verbindliche Kooperation mit einer zertifizierten Kinderchirurgie und Neurochirurgie bestehen, idealerweise mit einer Fahrzeit von unter einer Stunde.
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