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Chloroquin-Retinopathie: Screening-Leitlinie (AWMF/DOG)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die maximale Tagesdosis liegt bei 5,0 mg/kg KG für Hydroxychloroquin und 2,3 mg/kg KG für Chloroquin.
  • Eine Basisuntersuchung mittels OCT, Perimetrie und Funduskopie soll in den ersten Therapiemonaten erfolgen.
  • Reguläre jährliche Kontrolluntersuchungen beginnen ab dem 5. Therapiejahr (bei Risikofaktoren früher).
  • OCT, Fundusautofluoreszenz (FAF) und multifokales ERG (mfERG) sind die empfohlenen objektiven Screening-Methoden.
  • Amsler-Test, Farbsinnprüfung und Fluoreszenzangiografie sind zur Früherkennung nicht geeignet.
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Hintergrund

Der Einsatz von Chloroquin (CQ) und Hydroxychloroquin (HCQ) ist eine häufige und gut verträgliche Langzeittherapie bei Autoimmunerkrankungen. Eine der gravierendsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen ist jedoch die Entwicklung einer irreversiblen Schädigung des Photorezeptor-Pigmentepithelkomplexes (CQ-/HCQ-Retinopathie).

Ziel des Screenings ist nicht die Vermeidung der Retinopathie, sondern die frühestmögliche Erkennung vor dem Verlust von retinalen Pigmentepithelzellen (RPE). In diesem Stadium kann durch ein Absetzen der Medikation eine fortschreitende Sehverschlechterung verhindert werden. Eine etablierte Therapie für die Retinopathie existiert nicht.

Dosierung und Risikofaktoren

Das Risiko einer Retinopathie steigt mit der Therapiedauer (ca. 20 % nach 20 Jahren). Die Dosierung sollte streng gewichtsadaptiert erfolgen.

WirkstoffMaximale TagesdosisBemerkung
Hydroxychloroquin (HCQ)5,0 mg/kg KGGeringeres Überdosierungsrisiko
Chloroquin (CQ)2,3 mg/kg KGHöheres Risiko durch 250-mg-Tabletten

Spezielle Risikofaktoren für eine raschere Entwicklung umfassen:

  • Überschreitung der empfohlenen Tagesdosis
  • Langzeitbehandlung (> 5 Jahre)
  • Nierenerkrankungen mit reduzierter glomerulärer Filtrationsrate (GFR)
  • Gleichzeitige Therapie mit Tamoxifen

Diagnostik

Die Manifestation der Retinopathie ist ethnienabhängig: Bei Kaukasiern beginnt sie meist perizentral, bei asiatischen und afrikanischen Patienten oft mittelperipher (außerhalb der großen Gefäßbögen).

VerfahrenStellenwertBemerkung
OCTEmpfohlen (1. Wahl)Hochauflösender Volumenscan (mind. 20x20°). Zeigt Reduktion der Photorezeptor-Schichten.
FAFEmpfohlenZeigt regionale Veränderungen der Lipofuszin-Intensität.
mfERGEmpfohlenZeigt regionale Reduktion der Antwortamplituden.
PerimetrieEingeschränktFehleranfällig bei initialen Skotomen, primär objektive Methoden nutzen.
Amsler-Test / FarbsinnNicht indiziertUnzuverlässig zur Früherkennung.

Hinweis: Bei Verdacht in der OCT sollte das Ergebnis mit einer zweiten objektiven Methode (FAF oder mfERG) verifiziert werden.

Screening-Intervalle

ZeitpunktZielgruppeEmpfohlene Untersuchungen
BasisuntersuchungAlle Patienten (in den ersten Monaten)Visus, Perimetrie, Funduskopie, OCT
Jährliche KontrolleStandardrisiko (ab dem 5. Therapiejahr)Visus, Perimetrie, Funduskopie, OCT
Jährliche KontrolleHohes Risiko (innerhalb der ersten 5 Jahre)Visus, Perimetrie, Funduskopie, OCT

Therapie bei Diagnose

Bei gesicherter Diagnose einer CQ-/HCQ-Retinopathie muss die Medikation zeitnah abgesetzt werden. Dies darf jedoch nicht abrupt, sondern nur in enger Absprache mit den behandelnden Rheumatologen/Dermatologen erfolgen, um eine Exazerbation der Grunderkrankung zu vermeiden.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie bei Patienten asiatischer oder afrikanischer Herkunft darauf, das OCT und die FAF über die Makula hinaus auf die Region jenseits der großen Gefäßbögen auszuweiten, da sich die Retinopathie hier oft mittelperipher manifestiert.

Häufig gestellte Fragen

Eine Basisuntersuchung (inkl. OCT) sollte innerhalb der ersten Therapiemonate erfolgen, um vorbestehende Makulaerkrankungen zu dokumentieren.
Bei Patienten ohne spezielle Risikofaktoren beginnen die jährlichen Kontrollen ab dem 5. Therapiejahr. Bei Vorliegen von Risikofaktoren (z. B. Niereninsuffizienz, Tamoxifen-Einnahme) muss von Beginn an jährlich kontrolliert werden.
Nein. Der Amsler-Test, die Farbsinnprüfung und die reine Funduskopie sind zur Früherkennung einer Chloroquin-Retinopathie ungeeignet und nicht indiziert.
Für Hydroxychloroquin werden maximal 5,0 mg/kg Körpergewicht empfohlen, für Chloroquin maximal 2,3 mg/kg Körpergewicht.

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