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Armparese nach Schlaganfall: Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein frueher Beginn der Armrehabilitation innerhalb weniger Tage nach dem Schlaganfall wird empfohlen.
  • Fuer subakute Patienten sollen werktaeglich mindestens 30 Minuten spezifische aktive Armrehabilitation erfolgen.
  • Bei chronischen Patienten sollten woechentlich 90 bis 270 Minuten strukturiertes Training durchgefuehrt werden.
  • Klinische Assessments wie der Fugl-Meyer-Test oder der ARAT sind essenziell fuer die Verlaufsdokumentation.
  • Bei sehr schlechter Prognose kann ein Kompensationstraining mit dem nicht-paretischen Arm priorisiert werden.
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Hintergrund

Die Armparese gehoert zu den haeufigen Folgeschaedigungen nach einem Schlaganfall und ist ein bedeutsamer Praediktor fuer die laengerfristige Behinderung. Die Schwere der Armlaehmung zeigt oft eine bimodale Verteilung: Viele Patienten haben entweder leichte oder schwere Armaktivitaetslimitierungen. Waehrend schwer betroffene Patienten den Arm im Alltag kaum einsetzen koennen und unter Spastik leiden, haben leicht betroffene Patienten oft einen fast vollen Bewegungsumfang, sind aber verlangsamt und ungeschickt.

Klinische Diagnostik und Assessments

Zur Erfassung funktioneller Defizite und zur Therapieeffektdokumentation werden verschiedene standardisierte Assessments empfohlen:

AssessmentZielgroesseAnmerkung
Motricity Index (MI)Aktive motorische Funktion / KraftSchnell durchfuehrbar (ca. 5 Min)
Fugl-Meyer Test (FM)Selektive motorische KontrolleStandard in der Effektdokumentation
Action Research Arm Test (ARAT)Unilaterale Armaktivitaeten19 Aufgaben, hierarchisch aufgebaut
Box-and-Block Test (BBT)Grobe manuelle GeschicklichkeitTransport von Wuerfeln in 1 Minute
Nine-Hole-Peg-Test (NHPT)FingergeschicklichkeitEinsetzen von 9 Stiften auf Zeit
Ashworth Scale / REPASSpastizitaet / MuskeltonusWiderstand gegen passive Bewegung
Motor Activity Log (MAL)Selbstbeurteilung im AlltagStrukturiertes Interview

Zeitpunkt und Intensitaet der Therapie

Die Leitlinie macht klare Vorgaben zur Dosierung der aktiven Uebungstherapie abhaengig von der Erkrankungsphase:

  • Empfehlungsgrad B: Soweit der klinische Zustand es erlaubt, sollte ein frueher Beginn der Rehabilitation innerhalb weniger Tage nach dem Schlaganfall erfolgen.
  • Empfehlungsgrad A: Bei subakuten Patienten sollen werktaeglich mindestens 30 Minuten zusaetzliche spezifische, an der aktiven Funktion orientierte Armrehabilitation erfolgen.
  • Empfehlungsgrad B: Zur Wirkverstaerkung auf Bewegungsselektivitaet und Armaktivitaeten sollte bei subakuten Patienten ein spezifisches Armtraining von bis zu 2-3 Stunden pro Tag erwogen werden.
  • Empfehlungsgrad B: Im chronischen Stadium sollten woechentlich 90 bis 270 Minuten strukturiertes repetitives Training (z.B. Schulter-, Ellenbogen-, Handgelenks- und Fingerbewegungen) durchgefuehrt werden.

Organisationsformen der Therapie

Neben der klassischen Einzeltherapie koennen verschiedene Organisationsformen genutzt werden, um die Therapieintensitaet zu erhoehen:

  • Empfehlungsgrad B: Fuer geeignete Patienten sollte ein mehrwoechiges Zirkeltraining ausreichender Intensitaet (z.B. 3-5 Stunden pro Woche) bedacht werden.
  • Eigentraining: Systematisches Eigentraining fuer zuhause (z.B. das GRASP-Programm) mit intermittierender Supervision zeigt signifikante Verbesserungen bei der Faehigkeit, den betroffenen Arm im Alltag zu benutzen.

Prognose und Therapieziele

Die Therapieziele muessen an die individuelle Erholungsprognose angepasst werden. Der PREP-Algorithmus (Kombination aus Kraftpruefung, motorisch evozierten Potenzialen [MEP] und MRT) kann hierbei unterstuetzen.

  • Empfehlungsgrad 0: Bei nachweislich sehr schlechter Erholungsprognose (Plegie des Armes, MEP-Verlust und MRT-Nachweis einer deutlichen Pyramidenbahnschaedigung) koennen auch frueh nach dem Schlaganfall die Therapieziele 'Vermeidung von Sekundaerkomplikationen' und 'Kompensationstraining mit dem nicht-paretischen Arm' gegenueber aktiven Funktionsrestitutionsversuchen priorisiert werden.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie standardisierte Assessments wie den Fugl-Meyer-Test oder ARAT zur objektiven Dokumentation des Therapieerfolgs. Passen Sie die Therapieziele bei fehlenden motorisch evozierten Potenzialen (MEP) fruehzeitig auf Kompensation an.

Häufig gestellte Fragen

Soweit der klinische Zustand es erlaubt, sollte ein frueher Beginn innerhalb weniger Tage nach dem akuten Ereignis erfolgen.
Es sollen werktaeglich mindestens 30 Minuten spezifische, an der aktiven Funktion orientierte Armrehabilitation erfolgen. Eine Ausweitung auf bis zu 2-3 Stunden taeglich kann erwogen werden.
Die Ashworth-Skala und der darauf basierende REPAS-Test werden zur Beurteilung des Widerstands gegen passive Bewegungen empfohlen.
Ja, ein strukturiertes Eigentraining mit intermittierender Supervision (z.B. das GRASP-Programm) kann die Armaktivitaet im Alltag deutlich verbessern.

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