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Lokaltherapie chronischer Wunden: S3-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Ursachenabklärung (PAVK, CVI, Neuropathie) ist zwingend vor oder bei Einleitung der Lokaltherapie erforderlich.
  • Die Wundreinigung soll primär mechanisch und bei uninfizierten Wunden mit sterilen, wirkstofffreien Lösungen erfolgen.
  • Ein feuchtes Wundmilieu ist anzustreben, trockene Nekrosen (z.B. diabetische Gangrän) sollen jedoch nicht rehydriert werden.
  • Iodhaltige Wundauflagen sollen bei Wunden ohne klinische Infektionszeichen nicht eingesetzt werden.
  • Zeigt sich nach 6 Wochen keine Heilungstendenz, muss eine Re-Evaluation und ggf. Zweitmeinung erfolgen.
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Hintergrund

Die S3-Leitlinie behandelt die Lokaltherapie schwerheilender und chronischer Wunden, die durch periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), Diabetes mellitus (Diabetisches Fußulkus, DFU) oder chronisch venöse Insuffizienz (CVI) verursacht werden. Oberstes Ziel ist die komplikationslose Abheilung bei bestmöglicher Lebensqualität.

Diagnostik und Wundbeurteilung

Vor oder bei Einleitung der Lokaltherapie soll die zugrundeliegende Ursache zwingend abgeklärt und leitliniengerecht behandelt werden (EK).

Diagnostischer BereichEmpfohlene Maßnahmen
Gefäßstatus / PerfusionArterieller Pulsstatus, Dopplerverschlussdruckmessung (ABI), farbcodierte Duplexsonografie
NeurologieDiagnostik einer Polyneuropathie (PNP)
Lebensqualität & SchmerzStrukturierte Erfassung (z.B. WoundQoL), standardisierte Schmerzdokumentation
MikrobiologieKeine routinemäßigen Abstriche; Erregerbestimmung nur bei Verdacht auf systemische Infektion vor Antibiotikagabe

Ein Wundmonitoring soll bei jedem Verbandwechsel erfolgen. Eine strukturierte Wundbeurteilung (Größe, Exsudat, Wundrand) ist mindestens alle 4 Wochen erforderlich.

Wundreinigung und Débridement

Die Wundreinigung ist essenziell zur Entfernung von avitalem Gewebe und Belägen.

WundstatusEmpfohlene MaßnahmeEmpfehlungsgrad
Uninfiziert, belagsfreiSpülung mit sterilen, wirkstofffreien LösungenEK
InfektionsverdachtEinsatz zugelassener Antiseptika-Lösungen erwägen0
Avitales Gewebe / NekroseChirurgisches Débridement, falls mechanische Reinigung nicht ausreichtEK

Kernaussage: Trockene Nekrosen (avitales Gewebe) sollen nicht rehydriert werden (EK).

Wundauflagen und Lokaltherapie

Grundsätzlich sollte ein physiologisch feuchtes Wundmilieu angestrebt werden. Eine Ausnahme bilden avitale trockene Nekrosen (z.B. endständige diabetische Gangrän), bei denen die Erhaltung der Trockenheit einen Behandlungsvorteil bietet.

WundsituationTherapieempfehlungEmpfehlungsgrad
UninfiziertWirkstofffreie Wundabdeckungen nutzen. Kein Einsatz von iodhaltigen Produkten (PVP-Iod, Cadexomer-Iod).B
Schmerzhaftes UCVWundauflage mit Ibuprofen erwägen.0
Starker GeruchKohlekompresse zur Symptomkontrolle erwägen.EK
Tief / GroßflächigHohlräume vermeiden, Kontakt zum Wundgrund sicherstellen.EK
Stagnation (>6 Wochen)Differentialdiagnostische Abklärung und Zweitmeinung einholen.EK

Der Wundrand soll vor Mazeration und Austrocknung geschützt werden (A).

Komplikationen und adjuvante Therapien

Bei klinischen Zeichen einer Wundinfektion soll unverzüglich eine ärztliche Evaluation erfolgen. Bei Hinweisen auf eine Sepsis ist eine sofortige stationäre Einweisung indiziert.

Für spezifische Indikationen können physikalische Maßnahmen erwogen werden:

  • Vakuumversiegelungstherapie (NPWT): Kann bei tiefen, großvolumigen oder stark exsudierenden Wunden erwogen werden (0).
  • Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO): Sollte selektiv bei therapierefraktärem DFU mit angiopathischer Komponente als adjuvante Option eingesetzt werden, sofern alle Revaskularisierungsmaßnahmen ausgeschöpft sind (B).

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie bei uninfizierten Wunden auf iodhaltige Wundauflagen und nutzen Sie stattdessen sterile, wirkstofffreie Lösungen zur Wundspülung. Trockene Nekrosen am Fuß sollten keinesfalls rehydriert werden.

Häufig gestellte Fragen

Eine routinemäßige Erregerbestimmung ist nicht erforderlich. Ein Abstrich soll nur bei Hinweisen auf eine erregerbedingte Infektion vor Einleitung einer systemischen Antibiotikatherapie erfolgen.
Wunden sollten vor unsterilem Leitungswasser geschützt werden. Auf das Duschen an sich muss jedoch nicht verzichtet werden.
Zeigt sich nach 6 Wochen leitliniengerechter Therapie keine Heilungstendenz, soll eine differentialdiagnostische Abklärung und ggf. die Einholung einer Zweitmeinung erfolgen.
Nein, trockene Nekrosen (avitales Gewebe) sollen laut Leitlinie nicht rehydriert werden.

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