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Funktionelle Bewegungsstörungen: AWMF-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Funktionelle Bewegungsstörungen sind anhaltende oder wiederkehrende Beeinträchtigungen der willkürlichen motorischen Kontrolle. Sie zeichnen sich durch eine kontextabhängige Wechselhaftigkeit der Symptomatik aus. Die Leitlinie betont, dass es sich um eine eigenständige Erkrankung mit spezifischer Pathophysiologie handelt und nicht um eine reine Ausschlussdiagnose.

Die Entstehung wird durch ein biopsychosoziales Modell erklärt, bei dem biologische Vulnerabilitäten, psychologische Prozesse und soziale Einflüsse interagieren. Ein zentraler Mechanismus ist die fehlerhafte prädiktive Verarbeitung, bei der Erwartungshaltungen (Feedforward) stärker gewichtet werden als tatsächliche sensorische Rückmeldungen (Feedback). Dies führt zu einer Störung des Handlungsbewusstseins und einer dysregulierten Aufmerksamkeit.

Aufgrund der Häufigkeit der Erkrankung in der Neurologie wird empfohlen, bei Bewegungsstörungen frühzeitig eine funktionelle Genese in Erwägung zu ziehen. Veraltete und stigmatisierende Begriffe wie "psychogen" oder "hysterisch" sollen zugunsten der ätiologisch neutralen Bezeichnung "funktionell" vermieden werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxis-Hinweis der Leitlinie ist die aktive Nutzung positiver klinischer Zeichen während der Diagnosevermittlung. Anstatt die Diagnose nur verbal zu erklären, wird empfohlen, den Betroffenen Phänomene wie die Symptomabnahme bei Ablenkung direkt am eigenen Körper zu demonstrieren. Dies macht die prinzipielle Reversibilität der Störung erlebbar, korrigiert dysfunktionale Erwartungen und fördert die therapeutische Allianz maßgeblich.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie basiert die Diagnose auf positiven klinischen Zeichen wie Inkonsistenz, Entrainment oder dem Hoover-Zeichen. Sie ist keine reine Ausschlussdiagnose, weshalb der Nachweis einer Inkongruenz zu anderen Erkrankungen nicht zwingend erforderlich ist.

Die Leitlinie empfiehlt eine spezialisierte Physiotherapie, die auf motorisches Re-Training und Aufmerksamkeitslenkung fokussiert. Passive Maßnahmen sollen vermieden werden, da sie eine Chronifizierung begünstigen können.

Es wird keine spezifische Pharmakotherapie empfohlen, da die Evidenz für eine Wirksamkeit fehlt. Medikamente sollen gemäß Leitlinie nur zur Behandlung von psychiatrischen oder neurologischen Komorbiditäten eingesetzt werden.

Es wird empfohlen, den neutralen Begriff "funktionell" zu verwenden und ein biopsychosoziales Erklärungsmodell (z. B. "Software-Problem statt Hardware-Schaden") zu nutzen. Die Leitlinie rät dringend davon ab, Begriffe wie "psychogen" oder "hysterisch" zu verwenden.

Der Einsatz von Hilfsmitteln wird von der Leitlinie kritisch gesehen, da er kompensatorische Muster verstärken kann. Wenn sie zur Teilhabe nötig sind, sollen sie nur vorübergehend und mit einem konkreten Plan zur schrittweisen Reduktion eingesetzt werden.

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Quelle: S2k-Leitlinie Funktionelle Bewegungsstörungen (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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