Stilldauer und Stillförderung: AWMF S3-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-S3-Leitlinie "Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung" evaluiert die gesundheitlichen Effekte des Stillens für Mutter und Kind. Ziel ist es, evidenzbasierte Empfehlungen für eine einheitliche Stillberatung durch medizinische Fachberufe zu formulieren. Dabei nähert sich die deutsche Leitlinie den internationalen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an.

Unter ausschließlichem Stillen wird die Ernährung ohne zusätzliche Gabe von Flüssigkeiten oder Beikost verstanden. Beim überwiegenden Stillen werden zusätzlich Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee gegeben. Teilstillen beinhaltet die Gabe von Muttermilchersatzprodukten oder Beikost.

In Deutschland beginnen zwar fast 90 Prozent der Mütter mit dem Stillen, jedoch nimmt die Rate des ausschließlichen Stillens in den ersten sechs Lebensmonaten stark ab. Nach vier Monaten werden nur noch 40 Prozent, nach sechs Monaten lediglich 13 Prozent der Säuglinge ausschließlich gestillt.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine Gesamtstilldauer von über 12 Monaten mit einem erhöhten Risiko für frühkindliche Karies assoziiert sein kann. Es wird betont, dass bei längerer Stillzeit eine zahnärztliche Konsultation zur Aufklärung über Mundhygiene und Zuckerkonsum erfolgen sollte. Zudem wird davor gewarnt, Mütter durch starre Vorgaben unter Druck zu setzen, um unbegründete Schuldgefühle oder eine Stigmatisierung beim Abstillen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, reifgeborene Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat ausschließlich oder überwiegend zu stillen. Einige Fachgesellschaften plädieren jedoch in Sondervoten für einen Beginn der Beikost ab dem fünften Monat, unter anderem zur Allergieprävention.

Es wird eine Gesamtstilldauer von mindestens 12 Monaten empfohlen. Auch nach der Einführung von Beikost sollte laut Leitlinie weitergestillt werden.

Laut Leitlinie gibt es Anhaltspunkte, dass ausschließliches Stillen für vier bis sechs Monate mit einem protektiven Effekt auf Asthma bei Kindern einhergeht. Für atopische Dermatitis (Neurodermitis) konnte hingegen kein eindeutiger protektiver Effekt durch ausschließliches Stillen nachgewiesen werden.

Die Evidenz deutet darauf hin, dass eine Gesamtstilldauer von über 12 Monaten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für frühkindliche Karies einhergeht. Die Leitlinie betont hierbei indirekt die Wichtigkeit von Zahnpflege und Fluoridprophylaxe ab dem ersten Zahn.

Eine längere Stilldauer ist laut Leitlinie mit einem reduzierten Risiko für Brustkrebs, Ovarialkarzinome und Endometriumkarzinome assoziiert. Zudem geht Stillen mit einer geringeren postpartalen Gewichtsretention und einem verminderten Risiko für Typ-2-Diabetes einher.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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