Palliativversorgung in der Neonatologie: AWMF-Leitlinie
Hintergrund
Die AWMF-S2k-Leitlinie behandelt die Palliativversorgung und Trauerbegleitung in der Peri- und Neonatologie. Sie richtet sich an interprofessionelle Behandlungsteams, die Familien bei der Diagnose einer lebensverkürzenden Erkrankung des ungeborenen oder neugeborenen Kindes betreuen.
Ein zentraler Aspekt ist, dass die Palliativversorgung nicht erst in der unmittelbaren Sterbephase beginnt. Laut Leitlinie setzt sie bereits mit der pränatalen oder postnatalen Diagnosestellung ein und erstreckt sich über den Tod des Kindes hinaus.
Die Situation ist durch eine besondere Dynamik gekennzeichnet, da Bindungsaufbau und Trauerprozess bei den Eltern oft parallel verlaufen. Die Leitlinie betont die Notwendigkeit, das Elternsein zu stärken und dem Kind einen würdevollen Platz im Familiensystem zu geben.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist die Beendigung einer nicht mehr indizierten lebenserhaltenden Maßnahme ethisch und juristisch dem Unterlassen einer solchen Maßnahme gleichgestellt. Es wird betont, dass dies explizit nicht den Tatbestand der aktiven Sterbehilfe erfüllt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass in der Sterbephase Opiate zur Symptomlinderung verabreicht werden sollten, auch wenn diese atemdepressiv wirken können, wobei die terminale Schnappatmung durch Opiate nicht unterdrückt wird.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt, dass die Palliativversorgung bereits mit der pränatalen oder postnatalen Diagnosestellung einer lebensverkürzenden Erkrankung beginnt. Sie sollte nicht erst in der unmittelbaren Sterbephase initiiert werden.
Laut Leitlinie liegt die letztliche Entscheidungsträgerschaft mit Zustimmungsverantwortung bei den sorgeberechtigten Eltern. Das Behandlungsteam trägt jedoch die Verantwortung für die Qualität des gemeinsamen Entscheidungsprozesses (Shared Decision Making).
Es wird empfohlen, symptomlindernde Medikamente wie Opiate zur Leidminderung einzusetzen, auch wenn diese atem- oder kreislaufdeprimierende Nebenwirkungen haben können. Die Dosierung richtet sich dabei strikt nach dem therapeutischen Effekt.
Die Leitlinie rät dazu, in der Sterbephase auf jegliche belastende Diagnostik zu verzichten und das Monitoring in Absprache mit den Eltern zu überdenken. Ein Monitor kann die direkte Zuwendung zum Kind stören und sollte daher oft entfernt werden.
Das pnACP ist eine vorausschauende Behandlungsplanung, die gemeinsam mit den Eltern erarbeitet wird. Sie legt fest, welche medizinischen und psychosozialen Maßnahmen bei zukünftigen Ereignissen wie Krisen oder der Sterbesituation ergriffen werden sollen.
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Quelle: S2k-Leitlinie Palliativversorgung und Trauerbegleitung in der Peri- und Neonatologie (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.