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Perinatologische Versorgung: Struktur-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Bei einer Not-Sectio muss die Entscheidungs-Entbindungszeit (E-E-Zeit) unter 20 Minuten liegen.
  • Ziel in der Geburtshilfe ist eine 1:1-Hebammenbetreuung (maximal 1:2) während der aktiven Geburt.
  • Auf neonatologischen Intensivstationen gilt ein Basis-Pflegeschlüssel von 1:2, bei extrem unreifen oder instabilen Frühgeborenen 1:1.
  • Level-IV-Geburtskliniken sollen ausschließlich Schwangere am Termin (ab 37+0 SSW) ohne erwartete Komplikationen betreuen.
  • Perinatalzentren Level 1 erfordern eine 24-Stunden-Facharztpräsenz in der Geburtshilfe und Neonatologie.
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Hintergrund

Die perinatologische Versorgung erfordert eine optimale interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Hebammen, Gynäkologen, Pflegefachkräften, Pädiatern und Kinderchirurgen. Ziel der Leitlinie ist es, die Sicherheit von Mutter und Kind zu optimieren und die Versorgungssicherheit in Deutschland risikoadaptiert zu gewährleisten.

Geburtshilfe und Anästhesie

Für jede Geburt gelten grundlegende strukturelle und personelle Anforderungen:

  • E-E-Zeit: Bei einer erforderlichen Notfall-Entbindung (Not-Sectio) muss die Entscheidungs-Entbindungszeit unter 20 Minuten liegen.
  • Hebammen: Rund um die Uhr muss mindestens eine Hebamme anwesend und eine weitere in Rufbereitschaft sein. Ziel ist eine 1:1-Betreuung (maximal 1:2) während der aktiven Geburt.
  • Ärztliche Präsenz: Ständige Anwesenheit eines geburtshilflich erfahrenen Arztes (Facharztstandard).
  • Anästhesie: Eine anästhesiologische ärztliche 24-Stunden-Bereitschaftsdienstleistung inklusive anästhesiologischer Pflegekraft muss gewährleistet sein.

Neonatologische Intensivpflege

Die pflegerische Betreuungsintensität auf neonatologischen Intensivstationen richtet sich nach dem individuellen Bedarf und der Stabilität der Patienten.

PflegeschlüsselIndikation / Patientengruppe
1:1< 1.000 g (erste 72h), kardiorespiratorisch instabil, OP-Tag, ECMO, Hypothermie (erste 24h), Sterbebegleitung
1:2Basis-Mindestbesetzung für auf Intensivstation behandelte Früh- und Reifgeborene
1:4Stabile Patienten (nur Monitoring, O2-Therapie, Magensonde, Infusion, Phototherapie)

Stufensystem der Versorgung

Die perinatologische Versorgung wird in vier Stufen unterteilt, um eine risikoadaptierte Betreuung zu gewährleisten:

VersorgungsstufeBezeichnungZielgruppe / KriterienÄrztliche Präsenz (Auszug)
Level IVGeburtsklinikTermingeborene (ab 37+0 SSW) ohne erwartete KomplikationenFacharztstandard Geburtshilfe
Level IIIPerinataler Schwerpunkt≥ 32+0 SSW und ≥ 1.500 gPädiater im Notfall in 10 Min. vor Ort
Level IIPerinatalzentrum Level 21.250–1.499 g oder 29+0 bis 31+6 SSWPermanente Arztpräsenz Neonatologie
Level IPerinatalzentrum Level 1Höchste Risiken (z.B. < 1.250 g)24h-Facharztpräsenz Geburtshilfe & Neonatologie

Wichtige Kernaussagen zu den Versorgungsstufen:

  • Level IV: Neugeborenentransporte sollen durch rechtzeitige präventive Verlegung von Risikoschwangeren vermieden werden.
  • Level I: Operative Eingriffe dürfen nur von Kinderchirurgen oder chirurgischen Disziplinen mit ausgewiesener Expertise durchgeführt werden (Rufbereitschaft < 1 Stunde).

💡Praxis-Tipp

Planen Sie bei Risikoschwangerschaften frühzeitig die präventive Verlegung der Mutter (In-utero-Transfer) in ein geeignetes Perinatalzentrum, um riskante postnatale Neugeborenentransporte zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Die Basis-Mindestbesetzung liegt bei 1:2. Bei extrem unreifen (< 1.000 g in den ersten 72h) oder instabilen Kindern ist eine 1:1-Betreuung erforderlich.
Schwangere am Termin (ab 37+0 SSW), bei denen keine Komplikationen für Mutter oder Kind zu erwarten sind.
Die Entscheidungs-Entbindungszeit (E-E-Zeit) muss jederzeit unter 20 Minuten eingehalten werden können.
Prinzipiell ab einem Gestationsalter von ≥ 32+0 SSW und einem Geburtsgewicht von ≥ 1.500 g.

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