IQWiG2020Onkologie

Atezolizumab bei NSCLC: Erstlinie mit nab-Paclitaxel

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen von Atezolizumab. Der Wirkstoff wird in Kombination mit nab-Paclitaxel und Carboplatin untersucht.

Das Anwendungsgebiet umfasst die Erstlinientherapie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit metastasiertem, nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). Es handelt sich um Tumore mit nicht plattenepithelialer Histologie ohne EGFR- oder ALK-positive Mutationen.

Die Bewertung wird in zwei Fragestellungen unterteilt, abhängig von der PD-L1-Expression (Tumor Proportion Score, TPS). Unterschieden wird zwischen einer Expression von unter 50 Prozent und einer Expression von über 50 Prozent.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen basierend auf der Studie IMpower130:

PD-L1-Expression unter 50 Prozent

Für Patientinnen und Patienten mit einer PD-L1-Expression unter 50 Prozent ist ein Zusatznutzen laut Bewertung nicht belegt. Beim Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.

In der Endpunktkategorie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigen sich gemischte Effekte für einzelne Subgruppen. Für Nieraucher ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen im Bereich der sozialen Funktion.

Bei Patientinnen und Patienten mit Lebermetastasen zu Studienbeginn zeigt sich hingegen ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen. Dies betrifft den globalen Gesundheitsstatus und die kognitive Funktion.

Im Bereich der Nebenwirkungen gibt es Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch die Kombinationstherapie mit Atezolizumab. Dies betrifft schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3-4), darunter:

  • Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems

  • Synkopen

  • Dyspnoe

PD-L1-Expression über 50 Prozent

Für die Patientengruppe mit einer PD-L1-Expression von 50 Prozent oder höher liegen keine Daten zur Bewertung vor. Der pharmazeutische Unternehmer hat hierzu keine direkt vergleichende Studie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Pembrolizumab) eingereicht.

Folglich ist ein Zusatznutzen auch für diese Patientengruppe laut Bericht nicht belegt.

Dosierung

Die in der bewerteten Studie (IMpower130) untersuchten Therapieschemata für die Induktionsphase (4 oder 6 Zyklen à 21 Tage) stellen sich wie folgt dar:

WirkstoffInterventionsarmVergleichsarm
Atezolizumab1200 mg i.v. an Tag 1Nicht angewendet
CarboplatinAUC 6 mg/ml/min i.v. an Tag 1AUC 6 mg/ml/min i.v. an Tag 1
nab-Paclitaxel100 mg/m2 KOF i.v. an Tag 1, 8 und 15100 mg/m2 KOF i.v. an Tag 1, 8 und 15

In der anschließenden Erhaltungsphase wurde im Interventionsarm Atezolizumab (1200 mg i.v. an Tag 1) verabreicht. Im Vergleichsarm erfolgte nach ärztlichem Ermessen Best Supportive Care oder die Gabe von Pemetrexed.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist bei der Kombinationstherapie aus Atezolizumab, nab-Paclitaxel und Carboplatin auf ein erhöhtes Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse zu achten. Insbesondere hämatologische Nebenwirkungen, Synkopen und Dyspnoe traten im Interventionsarm der Zulassungsstudie häufiger auf als unter der reinen Chemotherapie.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen für diese Patientengruppe nicht belegt. Es zeigte sich kein signifikanter Überlebensvorteil, jedoch ein höheres Risiko für bestimmte schwere Nebenwirkungen.

Der Bericht stellt fest, dass für diese Subgruppe keine Studiendaten im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie (Pembrolizumab) vorgelegt wurden. Ein Zusatznutzen ist daher nicht belegt.

Die Auswertung zeigt Anhaltspunkte für einen höheren Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen (Grad 3-4). Dazu zählen laut Bericht Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems, Synkopen sowie Dyspnoe.

Als Vergleichstherapie ist eine platinhaltige Zweifachkombination vorgesehen. Dies umfasst Cisplatin oder Carboplatin in Kombination mit einem Drittgenerationszytostatikum wie Vinorelbin, Gemcitabin, Docetaxel, Paclitaxel oder Pemetrexed.

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Quelle: IQWiG A19-84: Atezolizumab (NSCLC; Kombination mit nab-Paclitaxel und Carboplatin) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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