Antiphospholipid-Syndrom (APS): DOAK-Kontraindikation
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf einem Rote-Hand-Brief des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus dem Jahr 2019. Das Dokument thematisiert die Sicherheit direkter oraler Antikoagulanzien (DOAK) bei einer spezifischen Patientengruppe.
Das Antiphospholipid-Syndrom (APS) ist eine Autoimmunerkrankung, die mit einem stark erhöhten Risiko für venöse und arterielle Thrombosen einhergeht. Zur Sekundärprophylaxe nach stattgehabten Thrombosen ist eine effektive und sichere Antikoagulation bei diesen Patienten essenziell.
Anlass für die Warnung waren die Ergebnisse einer multizentrischen Studie zur Wirksamkeit von DOAK im direkten Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten.
Empfehlungen
Die Publikation formuliert folgende zentrale Sicherheitswarnungen für die klinische Praxis:
Erhöhtes Thromboserisiko
Laut dem Dokument zeigte eine multizentrische Studie bei Patienten mit diagnostiziertem Antiphospholipid-Syndrom (APS) und einer Thrombose in der Vorgeschichte ein erhöhtes Risiko für rezidivierende thrombotische Ereignisse. Dieses Risiko trat unter der Therapie mit Rivaroxaban im direkten Vergleich zu Warfarin auf.
Klasseneffekt und betroffene Wirkstoffe
Es wird darauf hingewiesen, dass auch andere DOAK im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten (VKA) möglicherweise zu einem erhöhten Risiko für rezidivierende Thrombosen führen. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der betroffenen Wirkstoffklassen:
| Wirkstoffklasse | Spezifische Wirkstoffe | Risiko bei APS |
|---|---|---|
| DOAK | Apixaban, Dabigatranetexilat, Edoxaban, Rivaroxaban | Erhöhtes Risiko für rezidivierende Thrombosen |
| Vitamin-K-Antagonisten | Warfarin, Phenprocoumon | Standardtherapie (Vergleichsgruppe) |
Klinische Konsequenz
Als zentrale Maßnahme wird formuliert, dass die Anwendung von DOAK bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom nicht empfohlen wird. Diese Warnung gilt insbesondere für Hochrisikopatienten mit APS.
Kontraindikationen
Die Anwendung der direkten oralen Antikoagulanzien Apixaban (Eliquis®), Dabigatranetexilat (Pradaxa®), Edoxaban (Lixiana®/Roteas®) und Rivaroxaban (Xarelto®) wird bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom (APS) nicht empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Es wird empfohlen, bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom und stattgehabter Thrombose auf Vitamin-K-Antagonisten anstelle von DOAK zurückzugreifen, um das Risiko für rezidivierende thrombotische Ereignisse zu minimieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut Rote-Hand-Brief zeigten Studien ein erhöhtes Risiko für rezidivierende thrombotische Ereignisse unter DOAK im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten.
Die Warnung umfasst die direkten oralen Antikoagulanzien Apixaban (Eliquis), Dabigatranetexilat (Pradaxa), Edoxaban (Lixiana/Roteas) und Rivaroxaban (Xarelto).
Als Vergleichs- und Standardtherapie werden in der Publikation Vitamin-K-Antagonisten wie Warfarin oder Phenprocoumon genannt.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Rote-Hand-Brief zu Eliquis®, Pradaxa®, Lixiana®/Roteas® und Xarelto®: Die Anwendung bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom wird nicht empfohlen (BfArM, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Apixaban (Eliquis®)
Informationsbrief zu den neuen Antikoagulanzien Eliquis® (Apixaban), Pradaxa® (Dabigatranetexilat) und Xarelto® (Rivaroxaban): Risiko von Blutungen verringern
Neuen orale Antikoagulanzien: Aktualisierung zum Informationsbrief vom 05.09.2013 zur Verringerung des Risikos von Blutungen
Rote-Hand-Brief zu Rivaroxaban (Xarelto®): Anstieg von Gesamtmortalität sowie Thromboembolie- und Blutungsereignissen bei Patienten nach TAVI führt zum vorzeitigen Abbruch der GALILEO-Studie
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Xarelto® (Rivaroxaban) ▼: Anstieg
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen