Antibiotika-Stewardship (ASP): Leitlinien-Empfehlungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IDSA (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Antibiotic Stewardship Programme (ASP) umfassen koordinierte Interventionen zur Verbesserung des angemessenen Einsatzes von Antibiotika. Ziel ist die Förderung optimaler Medikamentenregime hinsichtlich Dosierung, Therapiedauer und Verabreichungsweg.

Zu den Vorteilen gehören verbesserte klinische Ergebnisse und eine Reduktion unerwünschter Ereignisse. Insbesondere Infektionen mit Clostridium difficile (CDI) und Antibiotikaresistenzen lassen sich durch strukturierte Programme verringern.

Die IDSA-Leitlinie richtet sich an stationäre Einrichtungen, einschließlich Notaufnahmen, Intensivstationen und Langzeitpflegeeinrichtungen. Idealerweise werden solche Programme von Ärzten für Infektionskrankheiten mit zusätzlicher Stewardship-Ausbildung geleitet.

Empfehlungen

Das Dokument formuliert detaillierte Strategien zur Etablierung effektiver ASP-Strukturen. Die Kerninterventionen und ihre Evidenzbewertung stellen sich wie folgt dar:

InterventionEmpfehlungsgradEvidenzgrad
Vorabgenehmigung und/oder prospektives Audit mit FeedbackStarkModerat
Reduktion von Antibiotika mit hohem CDI-RisikoStarkModerat
PK-Monitoring für AminoglykosideStarkModerat
PK-Monitoring für VancomycinSchwachNiedrig
Kürzeste wirksame TherapiedauerStarkModerat
Umstellung von intravenös auf oralStarkModerat
Serielle Procalcitonin-Messungen (Intensivstation)SchwachModerat

Strukturelle Maßnahmen

Für eine erfolgreiche Umsetzung wird die Entwicklung einrichtungsspezifischer klinischer Praxisleitlinien für häufige Infektionssyndrome angeraten. Diese sollten mit einer klaren Implementierungsstrategie gekoppelt werden.

Zudem wird die Integration von computergestützten klinischen Entscheidungshilfen zum Zeitpunkt der Verschreibung befürwortet. Solche Systeme können die Arbeit von ASPs durch die Identifizierung von Interventionsmöglichkeiten erleichtern.

Optimierung der Therapie

Programme zur Erhöhung des angemessenen Einsatzes oraler Antibiotika sowie zur rechtzeitigen Umstellung von intravenös auf oral gelten als essenziell. Bei Patienten mit gemeldeter Beta-Laktam-Allergie wird die Förderung von Allergiebewertungen und Penicillin-Hauttests nahegelegt.

Weiterhin wird die Implementierung von Programmen zur pharmakokinetischen (PK) Überwachung und Dosisanpassung für bestimmte Wirkstoffe befürwortet. Dies betrifft insbesondere Aminoglykoside und Vancomycin.

Mikrobiologie und Diagnostik

Im Bereich der Labordiagnostik wird die Entwicklung stratifizierter Antibiogramme gegenüber rein nicht-stratifizierten Auswertungen bevorzugt. Darüber hinaus ist eine selektive und kaskadenartige Befundung von Antibiotika-Resistenzen durch das Labor sinnvoll.

Bei Erwachsenen auf Intensivstationen mit Verdacht auf Infektion wird der Einsatz serieller Procalcitonin-Messungen (PCT) als ASP-Intervention zur Reduzierung des Antibiotikaverbrauchs unterstützt.

Messung und Auswertung

Zur Messung des Antibiotikaverbrauchs werden "Days of Therapy" (DOTs) gegenüber der "Defined Daily Dose" (DDD) bevorzugt. DOTs sind unabhängig von Dosisanpassungen und auch in der Pädiatrie anwendbar.

Es wird als gute klinische Praxis angesehen, Antibiotikakosten basierend auf Verschreibungen oder Verabreichungen anstatt auf Einkaufsdaten zu messen.

Kontraindikationen

Von folgenden Maßnahmen als primäre Stewardship-Strategien wird abgeraten:

  • Ausschließlicher Verlass auf didaktische Schulungsmaterialien wie passive Vorlesungen oder Broschüren (schwache Empfehlung, niedrige Evidenz)

  • Einsatz von Antibiotika-Cycling, also dem zyklischen Wechsel von Antibiotikaklassen, zur Reduktion von Resistenzen (schwache Empfehlung, niedrige Evidenz)

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass passive Bildungsmaßnahmen wie Broschüren oder Vorträge allein nicht ausreichen, um das Verschreibungsverhalten nachhaltig zu verbessern. Sie sollten stets mit aktiven Interventionen wie prospektiven Audits oder Vorabgenehmigungen kombiniert werden.

Häufig gestellte Fragen

Es wird bevorzugt, den Verbrauch in "Days of Therapy" (DOTs) anstatt in "Defined Daily Doses" (DDD) zu messen. DOTs bieten den Vorteil, dass sie unabhängig von Dosisanpassungen sind.

Bei erwachsenen Intensivpatienten mit Verdacht auf eine Infektion wird der Einsatz serieller PCT-Messungen unterstützt. Dies dient als Intervention, um den Antibiotikaverbrauch gezielt zu reduzieren.

Von einem routinemäßigen Antibiotika-Cycling zur Vermeidung von Resistenzen wird abgeraten. Die verfügbaren Daten belegen keinen ausreichenden Nutzen für diese Maßnahme.

Bei einer gemeldeten Beta-Laktam-Allergie wird die Förderung von strukturierten Allergiebewertungen nahegelegt. Wenn angemessen, sollten Penicillin-Hauttests durchgeführt werden, um den Einsatz von Erstlinien-Antibiotika zu ermöglichen.

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Quelle: Implementing an ASP (IDSA, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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