IQWiG2010Kardiologie

Angiotensin-II-Antagonisten: Therapie der Hypertonie

Diese Leitlinie stammt aus 2010 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2010)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG Rapid Report A09-04 aus dem Jahr 2010 stellt eine Ergänzungsrecherche zur medikamentösen Behandlung des Bluthochdrucks dar. Er baut auf dem vorherigen Abschlussbericht A05-09 auf, der verschiedene antihypertensive Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl untersuchte.

Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Evidenzlage für Angiotensin-II-Antagonisten (Sartane) in zwei spezifischen klinischen Situationen zu prüfen. Zum einen wurde der Einsatz im Rahmen einer Eskalationstherapie bei bestehender medikamentöser Behandlung evaluiert.

Zum anderen wurde untersucht, ob substanziell neue Evidenz für den Einsatz von Angiotensin-II-Antagonisten als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essentieller Hypertonie vorliegt. Der Fokus lag dabei auf Studien, die kardio- und zerebrovaskuläre Morbidität und Mortalität untersuchten.

Empfehlungen

Der Bericht fasst die Evidenzlage zu Angiotensin-II-Antagonisten in verschiedenen Therapiesituationen zusammen. Es werden folgende zentrale Ergebnisse formuliert:

Eskalationstherapie

Laut Bericht konnten keine relevanten Studien identifiziert werden, die den Einsatz von Angiotensin-II-Antagonisten spezifisch in der Eskalationstherapie untersuchen. Die Literaturrecherche ergab keine direkt vergleichenden Studien, die den methodischen Anforderungen entsprachen.

Es gibt laut IQWiG somit keinen Anhaltspunkt dafür, dass sich der Nutzen oder Zusatznutzen von Angiotensin-II-Antagonisten in der Eskalationstherapie anders darstellt als in der Therapie der ersten Wahl.

Therapie der ersten Wahl

Für den Einsatz als Erstlinientherapie wurden keine zusätzlichen relevanten Primärstudien gefunden, die das Fazit des vorherigen Berichts ändern würden. Es wurden lediglich Zusatzpublikationen zu den bereits bekannten Studien LIFE und VALUE identifiziert.

Diese Publikationen umfassten hauptsächlich post-hoc durchgeführte Subgruppenanalysen. Eine relevante Analyse der LIFE-Studie untersuchte geschlechtsspezifische Effekte unter Losartan im Vergleich zu Atenolol:

ZielgrößeHazard Ratio FrauenHazard Ratio Männerp-Wert (Interaktion)
Kombinierter Endpunkt0,820,91≥ 0,4
Schlaganfall0,710,80≥ 0,4
Myokardinfarkt1,021,11≥ 0,4
Gesamtmortalität0,771,020,051
Diabetesinzidenz0,750,76≥ 0,4

Es ergab sich laut Bericht kein Nachweis für einen geschlechtsspezifischen Effekt bezüglich kardiovaskulärer Ereignisse. Auch Analysen zur VALUE-Studie zeigten keine Ergebnisse, die eine Neubewertung erforderlich machen würden.

Gesamtfazit zur Evidenzlage

Der Bericht schlussfolgert, dass eine umfangreiche Neubewertung der Studienlage zu Angiotensin-II-Antagonisten in der Behandlung der essentiellen Hypertonie nicht erforderlich ist. Die bisherigen Aussagen zur Erstlinientherapie behalten ihre Gültigkeit.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut dem Bericht existieren keine spezifischen, hochwertigen Studien zum isolierten Nutzen von Angiotensin-II-Antagonisten in der Eskalationstherapie. In der klinischen Praxis wird die Wirksamkeit in der Kombinationstherapie daher aus den Daten zur Erstlinientherapie abgeleitet. Es wird betont, dass sich der Nutzen in der Eskalationstherapie voraussichtlich nicht grundlegend von dem in der Monotherapie unterscheidet.

Häufig gestellte Fragen

Laut einer Subgruppenanalyse der LIFE-Studie, die im Bericht zitiert wird, gibt es keinen Nachweis für geschlechtsspezifische Effekte. Die Wirksamkeit von Losartan im Vergleich zu Atenolol war bei beiden Geschlechtern bezüglich kardiovaskulärer Endpunkte vergleichbar.

Der Bericht konnte keine relevanten Studien identifizieren, die Angiotensin-II-Antagonisten direkt mit anderen Wirkstoffgruppen in der Eskalationstherapie vergleichen. Eine Überlegenheit in der Kombinationstherapie ist durch diese Datenlage nicht belegt.

Der Bericht verweist auf die VALUE-Studie, in der unter Valsartan eine geringere Diabetesinzidenz im Vergleich zu Amlodipin beobachtet wurde. Eine stärkere Reduktion der kardialen Morbidität und Mortalität ergab sich daraus jedoch nicht.

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Quelle: IQWiG A09-04: Medikamentöse Behandlung des Bluthochdruck - Ergänzungsrecherche (Rapid Report) (IQWiG, 2010). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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