Allergen-Immuntherapie (AIT): Indikation und Sicherheit
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie (S2k) behandelt die Allergen-Immuntherapie (AIT) bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen wie der allergischen Rhinokonjunktivitis und dem allergischen Asthma.
Die AIT stellt die einzige kausale Behandlungsform dar und bewirkt eine persistierende immunologische Toleranz. Zu den immunologischen Wirkmechanismen zählen die Induktion regulatorischer T- und B-Zellen sowie die Bildung allergenblockierender IgG- und IgA-Antikörper.
Dies führt zu einer Reduktion der allergenspezifischen T-Helfer-Zellaktivität. Die Leitlinie betont, dass Allergenextrakte aufgrund ihrer heterogenen Zusammensetzung nicht direkt vergleichbar sind.
In Deutschland unterliegen häufige Allergenquellen der Therapieallergene-Verordnung (TAV) und erfordern eine behördliche Zulassung. Für seltene Allergene können Individualrezepturen verwendet werden.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der intramuskulären Injektion von Depot-Kortikosteroiden zur Behandlung allergischer Symptome. Diese Maßnahme ist kein Teil einer leitliniengerechten Pharmakotherapie und birgt das Risiko erheblicher lokaler und systemischer Nebenwirkungen. Zudem wird betont, dass ein unkontrolliertes Asthma vor Beginn einer AIT zwingend durch eine Intensivierung der Asthmatherapie stabilisiert werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt für die Allergen-Immuntherapie bei Atemwegsallergien eine Behandlungsdauer von mindestens 3 Jahren. Eine vorzeitige Beendigung kann den langfristigen Therapieerfolg gefährden.
Es wird stark davon abgeraten, saisonale und ganzjährige Allergene in einem Extrakt zu mischen. Auch Kombinationen aus Pollen und Schimmelpilzen dürfen laut Leitlinie aufgrund enzymatischer Abbauvorgänge niemals gemischt werden.
Nach jeder subkutanen Injektion wird eine ärztliche Überwachungszeit von mindestens 30 Minuten empfohlen. Treten in dieser Zeit unerwünschte Reaktionen auf, muss die Beobachtung bis zur Normalisierung des Zustands verlängert werden.
Eine Schwangerschaft gilt als Kontraindikation für den Neubeginn einer AIT mit Aeroallergenen. Eine bereits gut vertragene laufende Therapie kann jedoch gemäß Leitlinie fortgeführt werden.
Die Leitlinie empfiehlt einen Abstand von mindestens einer Woche zwischen einer planbaren Impfung und der SCIT-Injektion. Sofort notwendige Impfungen, wie eine Tetanusprophylaxe nach Verletzungen, können jedoch jederzeit erfolgen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Allergen-Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Management IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien
Akuttherapie und Management der Anaphylaxie
IQWiG V25-01: Evidenzrecherche zur S3-Leitlinie Allergische Rhinitis
IQWiG A25-04: AR101 (Erdnussallergie, 1 bis 3 Jahre) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen