Akute Nierenschädigung (AKI): Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: KDIGO|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die KDIGO-Leitlinie (Update 2023) definiert den Rahmen für die Diagnostik, Prävention und Therapie der akuten Nierenschädigung (AKI) sowie akuter Nierenerkrankungen (AKD). Akute Nierenerkrankungen umfassen funktionelle und strukturelle Auffälligkeiten der Niere, die weniger als drei Monate bestehen.

Die akute Nierenschädigung (AKI) wird als Untergruppe der AKD klassifiziert. Sie ist durch einen plötzlichen Beginn innerhalb von sieben Tagen gekennzeichnet und wird durch vielfältige Ursachen ausgelöst.

Beide Syndrome sind mit einer hohen Morbidität und Mortalität assoziiert. Zudem erhöhen sie das Risiko für die Entwicklung und das Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung (CKD).

Empfehlungen

Die Leitlinie strukturiert das klinische Vorgehen bei akuten Nierenerkrankungen in verschiedene Kernbereiche.

Definition und Klassifikation

Es wird eine klare zeitliche und diagnostische Abgrenzung der Nierensyndrome vorgenommen. Die Leitlinie evaluiert zudem den Einsatz neuer Biomarker wie Cystatin C, NGAL oder KIM-1 zur präziseren Stadieneinteilung.

SyndromZeitkriteriumDiagnostische Kriterien
Akute Nierenerkrankung (AKD)< 3 MonateAuffälligkeiten der Nierenfunktion oder -struktur
Akute Nierenschädigung (AKI)Innerhalb von 48 Stunden bis 7 TagenVeränderungen des Serumkreatinins und der Urinausscheidung

Prävention und Risikominimierung

Laut Leitlinie basieren die präventiven Maßnahmen auf etablierten Prinzipien, die kontinuierlich an neue Evidenz angepasst werden. Folgende Kernstrategien werden zur Vermeidung einer AKI hervorgehoben:

  • Optimierung des Volumenstatus und zielgerichtete Flüssigkeitstherapie

  • Vermeidung nephrotoxischer Substanzen, einschließlich radiologischer Kontrastmittel

  • Überwachung und Steuerung der Hämodynamik

  • Prävention von Hyperglykämien und Anpassung von Medikamentendosierungen

Klinisches Management

Sobald eine akute Nierenschädigung etabliert ist, wird ein stadiengerechtes Management empfohlen. Die Leitlinie warnt davor, eine bestehende AKI durch übermäßige Flüssigkeitsgabe umkehren zu wollen.

Eine Volumenüberladung kann zu systemischer venöser Hypertonie sowie renaler Kongestion führen und ist mit schlechten klinischen Outcomes assoziiert. Es wird empfohlen, den Flüssigkeitshaushalt engmaschig zu überwachen und bei Bedarf eine gezielte Deeskalation oder Flüssigkeitsentfernung einzuleiten.

Nierenersatzverfahren (KRT)

Bei der Indikation zur Nierenersatztherapie wird eine individuelle Evaluation des optimalen Startzeitpunkts und der Modalität empfohlen. Die Leitlinie adressiert verschiedene Verfahren:

  • Kontinuierliche Nierenersatzverfahren (CRRT)

  • Intermittierende Hämodialyse (IHD)

  • Akute Peritonealdialyse (insbesondere in ressourcenschwachen Umgebungen)

Zudem wird die Bedeutung der Antikoagulation (z.B. regionale Citratantikoagulation oder Heparin) und die Festlegung der adäquaten Dialysedosis betont.

Nachsorge

Es wird eine strukturierte Nachsorgeuntersuchung drei Monate nach dem AKI-Ereignis empfohlen. Ziel ist es, eine vollständige Erholung, ein Neuauftreten oder eine Verschlechterung einer vorbestehenden chronischen Nierenerkrankung (CKD) zu erfassen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie schließt bestimmte spezifische Indikationen explizit von den Empfehlungen aus. Folgende Bereiche werden nicht behandelt:

  • Management einer AKI aufgrund spezifischer glomerulärer Erkrankungen oder Harnwegsobstruktionen

  • Akute Nierenschädigung nach Nierentransplantation

  • Extrakorporale Blutreinigungsverfahren für andere Zwecke als AKI (z.B. Sepsis-Management, Medikamentenintoxikation)

  • End-of-Life-Care bei Personen mit AKI

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein kritischer Aspekt im klinischen Alltag ist der Umgang mit Flüssigkeit bei einer bereits manifesten akuten Nierenschädigung. Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem Versuch, eine etablierte AKI durch aggressive Volumengabe umkehren zu wollen. Eine daraus resultierende Volumenüberladung kann zu renaler Kongestion führen und die Nierenfunktion weiter verschlechtern.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist die akute Nierenschädigung durch Veränderungen der Nierenfunktion innerhalb von 48 Stunden bis maximal 7 Tagen definiert. Sie wird als Untergruppe der akuten Nierenerkrankungen (AKD) klassifiziert.

Es wird eine strukturierte Nachsorgeuntersuchung drei Monate nach dem akuten Ereignis empfohlen. Diese dient der Überprüfung, ob sich die Nierenfunktion erholt hat oder ob eine chronische Nierenerkrankung entstanden ist.

Die Leitlinie thematisiert das Konzept der "Sick Day Guidance", bei der potenziell nephrotoxische Medikamente während akuter Erkrankungen vorübergehend abgesetzt werden. Zudem wird eine strikte Dosisanpassung von renal eliminierten Medikamenten empfohlen.

Point-of-Care-Ultraschall (POCUS) wird als wichtiges Instrument zur Bestimmung der AKI-Ätiologie sowie zur Beurteilung des Volumenstatus genannt. Er unterstützt die zielgerichtete Steuerung der Flüssigkeitstherapie.

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Quelle: KDIGO Clinical Practice Guideline for Acute Kidney Injury (KDIGO). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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