AkdÄ2022

Cholezystitis-Risiko unter DPP-4-Inhibitoren: AkdÄ-Warnung

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dipeptidyl-Peptidase-4-Inhibitoren (DPP-4-Inhibitoren oder Gliptine) sind orale Antidiabetika, die in der Therapie des Typ-2-Diabetes eingesetzt werden. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert in einer Drug Safety Mail über neue Erkenntnisse zur Arzneimittelsicherheit dieser Wirkstoffklasse.

Grundlage der Mitteilung ist ein aktueller systematischer Review sowie eine parallel durchgeführte Netzwerk-Metaanalyse. Diese untersuchten das Risiko für Erkrankungen der Gallenblase und der Gallenwege unter der Therapie mit Gliptinen im Vergleich zu anderen Antidiabetika und Placebo.

Empfehlungen

Die AkdÄ-Mitteilung fasst folgende zentrale Studienergebnisse zum Risiko einer Gallenblasenentzündung zusammen:

Studienergebnisse zum Cholezystitis-Risiko

Laut der Publikation besteht unter der Therapie mit DPP-4-Inhibitoren ein erhöhtes Risiko für eine Cholezystitis im Vergleich zu Placebo. Das Risiko für Gallen- und Gallengangssteine oder andere Erkrankungen der Gallenwege ist hingegen nicht erhöht.

Die Ergebnisse der Netzwerk-Metaanalyse zeigen folgende Risikovergleiche für DPP-4-Inhibitoren:

VergleichstherapieRisiko für Cholezystitis unter DPP-4-Inhibitoren
PlaceboErhöht (Odds Ratio 1,43)
SGLT-2-InhibitorenErhöht
GLP-1-Rezeptor-AgonistenNicht erhöht

Klinische Konsequenzen

Die AkdÄ weist darauf hin, dass die absolute Risikodifferenz für eine Cholezystitis sehr niedrig ist. Ein mögliches Risiko besteht laut den Daten insbesondere während einer Langzeitbehandlung mit Gliptinen.

Es wird eine individuelle Abwägung vor der Verordnung von DPP-4-Inhibitoren empfohlen. Dabei ist laut AkdÄ auch zu berücksichtigen, dass die Wirksamkeit dieser Medikamentenklasse auf patientenrelevante Endpunkte bislang nicht belegt ist.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Verordnung von DPP-4-Inhibitoren wird empfohlen, das leicht erhöhte Risiko einer Cholezystitis, insbesondere bei Langzeittherapie, zu bedenken. Die AkdÄ betont, dass die absolute Risikodifferenz zwar gering ist, der Nutzen der Gliptine bezüglich patientenrelevanter Endpunkte jedoch nicht belegt ist. Dies erfordert eine kritische, individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung vor Therapiebeginn.

Häufig gestellte Fragen

Laut der AkdÄ-Mitteilung ist das Risiko für Gallen- und Gallengangssteine unter DPP-4-Inhibitoren nicht erhöht. Lediglich für die Cholezystitis (Gallenblasenentzündung) wurde ein erhöhtes Risiko festgestellt.

Eine Netzwerk-Metaanalyse zeigte ein erhöhtes Risiko für eine Gallenblasenentzündung unter DPP-4-Inhibitoren im Vergleich zu SGLT-2-Inhibitoren. Die absolute Risikodifferenz wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.

Nein, im direkten Vergleich zu GLP-1-Rezeptor-Agonisten zeigte sich laut den zitierten Daten kein erhöhtes Risiko für eine Gallenblasenentzündung unter DPP-4-Inhibitoren.

Die AkdÄ empfiehlt eine individuelle Abwägung für jede zu behandelnde Person. Dabei soll berücksichtigt werden, dass die Wirksamkeit von DPP-4-Inhibitoren auf patientenrelevante Endpunkte nicht belegt ist.

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Quelle: AkdÄ: „UAW-News International“: Cholezystitis im Zusammenhang mit DPP-4-Inhibitoren (Gliptine) (AkdÄ, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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