Paxlovid Wechselwirkungen: AkdÄ Rote-Hand-Brief
Hintergrund
Der Rote-Hand-Brief der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2024 erinnert an schwerwiegende Risiken bei der Verordnung von Paxlovid (Nirmatrelvir/Ritonavir). Im Fokus stehen lebensbedrohliche und potenziell tödliche Wechselwirkungen.
Paxlovid ist ein starker CYP3A-Inhibitor. Die gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die über dieses Enzym metabolisiert werden, kann deren Plasmakonzentrationen gefährlich erhöhen.
Das Medikament wird zur Behandlung von COVID-19 bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 20 kg eingesetzt. Es richtet sich an Personen ohne zusätzlichen Sauerstoffbedarf, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf aufweisen.
Empfehlungen
Management von Wechselwirkungen
Laut Dokument wird bei Hochrisikopatienten mit Polypharmazie ein multidisziplinärer Ansatz zur Überwachung von Interaktionen empfohlen. Dies gilt insbesondere, wenn Begleitmedikamente pausiert oder in der Dosis angepasst werden müssen.
Immunsuppressiva
Die AkdÄ warnt explizit vor der gleichzeitigen Gabe mit Calcineurin-Inhibitoren und mTOR-Inhibitoren. Es werden folgende Maßnahmen empfohlen:
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Engmaschige und regelmäßige Überwachung der Blutkonzentration des Immunsuppressivums
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Dosisanpassung des Immunsuppressivums gemäß aktuellen Leitlinien
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Fortführung der Spiegelkontrollen auch nach Beendigung der Paxlovid-Therapie
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Konsultation von Fachärzten für immunsuppressive Therapien oder klinische Pharmakologie
Anwendungshinweise
Das Dokument betont, dass die Behandlung so schnell wie möglich nach der COVID-19-Diagnose und innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn erfolgen sollte.
Die 5-tägige Therapie sollte auch bei einer zwischenzeitlichen Hospitalisierung aufgrund eines schweren COVID-19-Verlaufs abgeschlossen werden.
Dosierung
Die Dosierung richtet sich nach Alter, Gewicht und Nierenfunktion. Nirmatrelvir und Ritonavir müssen zwingend gleichzeitig eingenommen werden.
| Patientengruppe | Dosierung Nirmatrelvir | Dosierung Ritonavir | Einnahmeintervall | Dauer |
|---|---|---|---|---|
| Erwachsene & Kinder (ab 6 J., ≥ 40 kg) | 300 mg (zwei 150-mg-Tabletten) | 100 mg (eine 100-mg-Tablette) | alle 12 Stunden | 5 Tage |
| Kinder (ab 6 J., 20 bis < 40 kg) | 150 mg (eine 150-mg-Tablette) | 100 mg (eine 100-mg-Tablette) | alle 12 Stunden | 5 Tage |
| Erwachsene mit mäßiger Niereninsuffizienz (eGFR 30 bis < 60 ml/min) | 150 mg (eine 150-mg-Tablette) | 100 mg (eine 100-mg-Tablette) | alle 12 Stunden | 5 Tage |
| Erwachsene mit schwerer Niereninsuffizienz (eGFR < 30 ml/min) | Tag 1: 300 mg, Tag 2-5: 150 mg | Tag 1: 100 mg, Tag 2-5: 100 mg | einmal täglich | 5 Tage |
An Tagen der Hämodialyse sollte die Einnahme laut Fachinformation nach der Dialyse erfolgen.
Kontraindikationen
Laut Dokument ist Paxlovid bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe kontraindiziert. Ebenso darf es nicht bei schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) angewendet werden.
Eine absolute Kontraindikation besteht für die gleichzeitige Anwendung mit:
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Arzneimitteln mit stark CYP3A-abhängiger Clearance (z. B. Alfuzosin, Amiodaron, Colchicin, Lovastatin, Simvastatin, Sildenafil)
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Starken CYP3A-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Johanniskraut), da diese zu einem Wirkungsverlust von Paxlovid führen
Es wird gewarnt, dass die Behandlung nicht unmittelbar nach dem Absetzen von CYP3A4-Induktoren begonnen werden darf, da deren induzierende Wirkung verzögert nachlässt.
💡Praxis-Tipp
Der Rote-Hand-Brief warnt eindringlich davor, Paxlovid bei Personen unter Tacrolimus oder anderen Immunsuppressiva ohne vorherige Dosisanpassung und Spiegelkontrolle einzusetzen. Es wird darauf hingewiesen, dass die CYP3A-Inhibition durch Ritonavir zu toxischen und potenziell tödlichen Konzentrationen der Begleitmedikation führen kann. Eine interdisziplinäre Abstimmung vor Therapiebeginn wird als essenziell erachtet.
Häufig gestellte Fragen
Laut Fachinformation ist bei einer eGFR von 30 bis unter 60 ml/min eine Dosisreduktion auf 150 mg Nirmatrelvir und 100 mg Ritonavir alle 12 Stunden erforderlich. Bei einer eGFR unter 30 ml/min wird ein modifiziertes Schema mit einmal täglicher Gabe empfohlen.
Das Dokument stuft die gleichzeitige Gabe von Paxlovid mit Lovastatin und Simvastatin als kontraindiziert ein, da das Risiko für eine Rhabdomyolyse stark ansteigt. Bei anderen Statinen wie Atorvastatin oder Rosuvastatin wird die Gabe der kleinstmöglichen Dosis empfohlen.
Wenn der Einnahmezeitpunkt weniger als 8 Stunden zurückliegt, sollte die Dosis laut Fachinformation schnellstmöglich nachgeholt werden. Sind mehr als 8 Stunden vergangen, wird empfohlen, die Dosis auszulassen und das reguläre Schema ohne Verdopplung der nächsten Dosis fortzusetzen.
Die empfohlene Behandlungsdauer beträgt regulär 5 Tage. Das Dokument weist darauf hin, dass bei schwer immunsupprimierten Patienten eine Verlängerung auf 10 Tage erwogen werden kann, um einen virologischen Rebound zu verhindern.
Bei leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh A und B) ist laut Dokument keine Dosisanpassung nötig. Bei schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) darf das Medikament nicht angewendet werden.
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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Paxlovid (Nirmatrelvir, Ritonavir): Erinnerung an bereits bekannte und in der Fachinformation enthaltene Wechselwirkungen mit (AkdÄ, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.