AkdÄ2022

Teratogene Arzneimittel & siRNA: BfArM/PEI Bulletin

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Bulletin zur Arzneimittelsicherheit des BfArM und PEI (Ausgabe 4/2020) thematisiert aktuelle Aspekte der Arzneimittelüberwachung und Risikobewertung. Ein Schwerpunkt liegt auf der Verordnung teratogener Arzneimittel bei Frauen im gebärfähigen Alter in Deutschland.

Zudem wird die neuartige Wirkstoffklasse der small interfering RNA (siRNA) detailliert beleuchtet. Diese nukleinsäurebasierten Therapeutika ermöglichen die Behandlung von Zielstrukturen, die mit konventionellen niedermolekularen Wirkstoffen nicht erreicht werden können.

Empfehlungen

Das Bulletin formuliert zentrale Erkenntnisse zu teratogenen Medikamenten und neuartigen RNA-Therapeutika:

Überwachung teratogener Arzneimittel

Der Bericht wertet Daten der GePaRD-Datenbank zur Verordnung entwicklungstoxischer Medikamente aus. Es wird betont, dass Schwangerschaftsverhütungsprogramme essenziell sind, um die Exposition im ersten Trimester zu minimieren.

Folgende Beobachtungen werden hervorgehoben:

  • Bei einigen Wirkstoffen (z. B. Fingolimod, Teriflunomid) zeigt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Verordnungsprävalenz.

  • Nur bei einem kleinen Teil der Anwenderinnen sind zum Zeitpunkt der Erstverordnung Abrechnungscodes für Verhütungsmethoden dokumentiert.

  • Trotz etablierter Verhütungsprogramme kommt es weiterhin zu Schwangerschaften während der Einnahme teratogener Arzneimittel.

Teratogene Wirkstoffe im Fokus

Das Bulletin listet verschiedene teratogene Wirkstoffe auf, die im Rahmen von Risikominimierungsmaßnahmen streng überwacht werden.

WirkstoffZugelassene Indikation(en)
Acitretinschwere Verhornungsstörungen der Haut
Isotretinoinschwere Formen der Akne
Alitretinoinschwere Formen des chronischen Handekzems
MycophenolatProphylaxe der Abstoßung von Herz-, Leber- oder Nierentransplantaten
Leflunomidrheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis
Fingolimod, Teriflunomidschubförmig-remittierende Multiple Sklerose
ValproatEpilepsie, bipolare Störung
Methotrexatu.a. rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, akute lymphatische Leukämie

Wirkprinzipien von siRNA

Laut Bericht stellen siRNA-Moleküle eine neuartige therapeutische Option dar. Sie nutzen den zellulären RNA-Interferenz-Mechanismus, um den Abbau spezifischer, krankheitsrelevanter mRNA herbeizuführen.

Für die klinische Anwendung werden folgende Aspekte beschrieben:

  • Die systemische Anwendung erfordert Transportsysteme (z. B. kationische Nanolipidpartikel), da unmodifizierte siRNA schnell abgebaut wird.

  • Eine parenterale Verabreichung ist zwingend erforderlich, da die orale Bioverfügbarkeit sehr gering ist.

  • Chemische Modifikationen sind notwendig, um die Stabilität zu erhöhen und Off-Target-Effekte zu reduzieren.

Modifikationen von siRNA

Um siRNA als Arzneimittel nutzbar zu machen, beschreibt der Bericht verschiedene notwendige chemische Anpassungen.

ModifikationFunktion der Modifikation
Phosphorothioat (PS)Vermeidung der Degradation, Erhöhung der Plasmahalbwertzeit
2'-OMe (Zucker-Modifikation)Erhöhung der Stabilität, Verminderung der Immunogenität
GNALeitstrangselektion, Vermeidung von Hepatotoxizität
GalNAcAnreicherung in der Zielzelle

Kontraindikationen

Das Bulletin weist auf die Kontraindikation teratogener Arzneimittel während der Schwangerschaft hin.

Es wird betont, dass für diese Medikamente Schwangerschaftsverhütungsprogramme etabliert wurden. Eine Verordnung an Frauen im gebärfähigen Alter darf laut Bericht nur erfolgen, wenn eine zuverlässige Verhütungsmethode angewendet wird oder eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen ist.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass bei der Verordnung teratogener Arzneimittel an Frauen im gebärfähigen Alter zwingend auf eine sichere Kontrazeption geachtet werden muss. Es wird darauf hingewiesen, dass trotz bestehender Schwangerschaftsverhütungsprogramme in der Praxis weiterhin Schwangerschaften unter teratogener Medikation auftreten. Eine ausführliche Aufklärung und lückenlose Dokumentation der Verhütung wird daher als essenziell erachtet.

Häufig gestellte Fragen

Laut Bulletin gehören dazu unter anderem Valproat, Isotretinoin, Methotrexat, Fingolimod und Teriflunomid. Bei diesen teratogenen Wirkstoffen wird eine strikte Einhaltung der Verhütungsvorgaben gefordert.

Der Bericht beschreibt, dass siRNA an spezifische Boten-RNA (mRNA) bindet und deren Abbau einleitet. Dadurch wird die Translation und somit die Bildung krankheitsverursachender Proteine gezielt unterdrückt.

Es wird dargelegt, dass siRNA eine sehr geringe orale Bioverfügbarkeit aufweist und im Körper durch Nukleasen schnell abgebaut wird. Daher erfolgt die Applikation meist intravenös, subkutan oder intravitreal.

Das Bulletin erklärt, dass siRNA auch an nicht anvisierte mRNA-Sequenzen binden kann, wenn eine teilweise Übereinstimmung (in der Seed-Region) besteht. Dies kann zu unerwünschten Wirkungen führen und erfordert spezifische chemische Modifikationen der Wirkstoffe.

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Quelle: AkdÄ: Information zu Otriven® gegen Schnupfen 0,025 % (AkdÄ, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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